Sonntag, 21. März 2010

Auf der Leipziger Buchmesse

So sieht das Paradies für Leseratten aus: Bücher, Lesungen, Diskussionen, Hunger, Durst, Schlangen, Essen im Stehen oder auf dem Fußboden sitzend und ... Menschen, Menschen, Menschen.. 156.000 Besucher an vier Tagen, sprechen eine klare Sprache. Das Buch lebt, soll leben und wird leben. Wenn man bei einem Hallenwechsel nur zentimeterweise vorwärts kommt, spürt man körperlich, dass man eigentlich nicht zu einer Außenseitergruppe von Bücherwürmern gehört, sondern in der Mitte der Gesellschaft steht. Ja, wie die Fußballfans auch. Lesen ist ein Massensport und die Messe ein Stadion mit vielen kleinen Lesefeldern.


Das wird sogar Thierry Chervel von PERLENTAUCHER freuen. Der Bedarf an Lesematerial und Diskussionsstoff ist nach wie vor groß. Und der Internetmann gehört auf die Buchmesse wie der Verleger. Von dem ist auch DEUTSCHLANDRADIO KULTUR überzeugt, sonst hätte Moderatorin Susanne Führer (Bild unten, 2. v. r.) keine interessante Sendung mit einer Verlegerin, Daniela Seel vom Verlag Kookbooks, einem Journalisten, Autor und Medien-Fachmann, Jürgen Neffe, und eben dem wohl bekanntesten Internetmann der deutschen Kulturszene Thierry Chervel (Bild, r.) zustande gebracht.


Es ging um die "Zukunft des Lesens". Daniela Seel erzählt freimütig, dass sie den PERLENTAUCHER täglich nutzt und auch Jürgen Neffe ist von der Nützlichkeit dieses Internetdienstes überzeugt. Natürlich schwärmt Thierry Chervel vom Blog als kreatives Dialogfeld, worauf die Verlegerin mit der Bemerkung kontert, sie kenne keinen Autor, der nicht gerne ein Buch veröffentlichen würde. Da hat sie bestimmt recht. Sogar Blogger Airen wollte Schriftsteller werden und Helene Hegemann hat ihm dazu verholfen. Das Thema war schneller auf dem Tapet, als man annehmen konnte. Plagiat oder Intertextualität?  Ist das neue Medium mitschuldig an solchen Entwicklungen? Eine Stunde Diskussion, das war natürlich nicht mehr als ein fairer Positionsaustausch. Auch das Lesen wird sich verändern. Das ist klar, aber genau wie, kann man nur vermuten. Das Buch wird uns auf jeden Fall noch ein Weilchen erhalten bleiben.

Fotos: Anton Potche

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