Sonntag, 9. Mai 2010

Aus fünf mach vier

Sie sind eigentlich gar nicht so schlecht, diese Wochenendblättchen, die einem da mit der Werbung samstags oder sonntags mehr oder weniger regelmäßig in den Postkasten flattern. Sie finanzieren sich von Werbung und sind auch dementsprechend voll davon, transportieren aber auf den ersten Seiten immer auch lokale Themen. Das ist besonders für Leute interessant, die eine regionale Zeitung nicht abonniert haben und sie aus welchen Gründen auch immer nicht täglich am Kiosk erwerben. In Ingolstadt erscheinen gleich drei solcher Minizeitungen. BLICKPUNKT WOCHENENDE ist eine von ihnen. Sie erhebt den Anspruch, "die Wochenendzeitung für die Region Ingolstadt" zu sein.

Außer den Kleinanzeigen ist die Minizeitung -31,5 cm x 23 cm, ca. 30 Seiten -, mit einer Auflage von 92.500 Exemplaren, seitenweise thematisch strukturiert. Die Themenseiten tragen Überschriften wie Stadtgeschehen, Gesundheit, Mittendrin, Firmenporträt, Bayerns Bestes, Sportzeitung, Ratgeber, Verlosungen. Eine Seite ist für die Fraktionen im Stadtrat reserviert. "Aus dem Rathaus" kommen so interessante Informationen, Standpunkte, Kritiken, Erläuterungen usw. aus verschiedenen Blickpunkten auf den Frühstückstisch des kommunalpolitisch interessierten Bürgers.

Die Ausgabe von diesem Wochenende lässt wie immer, die CSU, FW, BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN und die SPD zu Wort kommen. Nicht zum ersten Mal vermisse ich als politisch interessierter Mensch ohne politische Bindung auf dieser Seite DIE LINKE. Immerhin sitzen zwei Linke im Stadtrat und ich kann mir schlecht vorstellen, dass sie nichts zu sagen haben. Besonders in Haushalten, die sich einen DONAUKURIER nicht leisten können, dürften Themen zu sozialen Fragen der Kommune interessant sein.

Und gerade hier, in einer Zeitung, die jeder kostenlos bekommt, kommen die Linken, die sich vor allem die soziale Gerechtigkeit in einer immer unsozialer werdenden Marktwirtschaft auf die Fahne geschrieben haben, gar nicht oder nur selten zu Wort. Mir wäre es lieber, ich könnte das jetzt eher den zwei Stadträten in die Schuhe schieben, als einer parteilich denkenden Redaktion.

Allein, mir fehlt der Glaube zu dieser Annahme. Ich wäre froh, eines Tages von der Redaktion des Blattes BLICKPUNKT WOCHENENDE widerlegt zu werden.

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