Montag, 16. August 2010

Kiebitz bei den Richard-Wagner-Festspielen - Folge 1

"Bayreuth ist wirklich das Nonplusultra", sagt Edith Haller in einem Interview. Die Frau könnte recht haben, denke ich mir, schließlich singt die Südtirolerin seit vier Jahren bei den Bayreuther Festspielen. Freia (Das Rheingold), Helmwige (Die Walküre) und 3. Norn (Götterdämmerung) hat sie gesungen. Heuer ist sie die Sieglinde in der Oper "Die Wallküre". Und einer Opernsängerin, die von Christian Thielemann (Dirigat) und Tankred Dorst (Regie) als Sieglinde akzeptiert wird, der darf man auch ein gesundes Urteilsvermögen zutrauen.

Seit nunmehr 99 Jahren pilgern die Opernfreunde auf den Grünen Hügel in Bayreuth. Es kann ja wohl nur an der Musik liegen, denke ich mir, denn ich war schon vor zwei Jahren im Festspielsaal zu Bayreuth und habe die Zuschauerstühle ausprobiert: hart und alles andere als kommod. Von einer modernen Lüftungsanlage kann natürlich keine Rede sein. Das Haus ist immerhin 138 Jahre alt. Moderne Technik hat aber nur auf und hinter der Bühne Einzug gehalten. Alles andere würde die einmalige Akustik kaputt machen.  Es lohnt sich wirklich, sich dieses Haus mal anzusehen. Außerhalb der Festspielzeit  (Juli/August) werden Führungen angeboten. Wer auf den Geschmack kommen will, kann sich schon mal virtuell umsehen: Festspielhaus in Bayreuth- zum Videoguide.

Grund genug zum Kiebitzen, denke ich mir. Und Frauchen stimmt zu. Wenn wir schon mal zur Festspielzeit hier sind, schauen wir uns wenigstens den Aufmarsch an, meint sie sinngemäß. Rein will sie da nicht, sagt sie, weil sie die Holzstühle ausprobiert hat, und das Kreuzweh fürchtet. So eine Wagner-Oper dauert fast länger als eine Hochzeit. Beispiel gefällig? "Die Meistersinger von Nürnberg" beginnen um 16.00 Uhr und enden um 22.40 Uhr. Gott sei's Dank mit Pausen, sonst ... Also dann, Fotoapparat umgehängt und auf geht's zum Grünen Hügel.

(Foto: Anton Potche)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen