Sonntag, 14. November 2010

Fleischmann unterwegs wie Vettel

Noch stand Dominik Fleischmann angespannt vor seinem Laptop und verfolgte mit Kollegen und Konkurrenten den WM-Sieg Sebastian Vettels. Jubel hoch drei! Dann bestieg er mit neun von ihnen das Fahrerpodest in der Halle der  Ingolstädter Bezirkssportanlage Nordost. Es galt, das A-Finale eines Tourenwagen-Modified-Qualifizierungsrennens für die Deutsche Meisterschaft auszutragen.

Modellrennwagen unterwegs. Das kann eine mitunter sehr spannende und unterhaltsame Angelegenheit sein. Es wird in mehreren Klassen gefahren. Heute Nachmittag waren nur ferngesteuerte Modellrennautos mit Elektromotoren unterwegs und was die den Zuschauern boten, war aller Achtung wert: gekonnte Überholmanöver, spektakuläre Überschläge, Kollisionen und bewundernswerte Steuerfähigkeiten der Fahrer.

Sebastian Vettel und seine Sportskollegen haben ihre Gefährte unter sich und bilden mit ihnen die bekannt spannende Symbiose Mensch-Technik, während Dominik Fleischmann, der Modellrennfahrer vom Motorsportclub Speed League Racing Ingolstadt 06 e.V., und seine Mitstreiter nur die Schaltkonsolen in den Händen halten. Sie steuern ihre verdammt schnellen Autogeschosse mit bewundernswerter Sicherheit über einen kurvenreichen Parcours und es fällt dem Zuschauer wahrlich nicht schwer, dabei an eine telepatische Mensch-Technik-Symbiose zu denken. Auch dieses Rennen (Video) war, wie viele an diesem Wochenende in Ingolstadt - 80 Fahrer waren angetreten - von der ersten bis zur letzten Minute spannend, wenn Fleischmann auch letztendlich, trotz eines Überschlags, vom ersten Startplatz  ungefährdet auf den ersten Siegplatz fuhr.

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Diese Sportart hätte es auf jeden Fall verdient, endlich auch in den Fokus der Sportsender zu rücken. Dafür sprechen nicht nur die spannenden Rennen, die den Fahrern, Pardon Lenkern, außergewöhnliche Fahrfertigkeiten, die nur mit sehr intensivem Training erlangt werden können, und große Konzentration abverlangen. In dieser Sportart kann es durchaus schon mal vorkommen, dass die weltweit wenigen Profis neben Amateurfahrern auf der Strecke ihr Können unter Beweis stellen müssen, wobei nie garantiert ist, wer zum Schluss das Siegertreppchen hochsteigt.

Es ist auch die Wettkampfstimmung, die ein solches Rennereignis immer wieder zu einem wahren Sportereignis macht. Man sieht nach den Rennen - und es sind wirklich viele an einem Wochenende - strahlende Sieger und niedergeschlagene Verlierer. Und man sieht auf dem Fahrerpodest Schulter an Schulter gestandene Männer und Jungspunte, die ihre Pubertät noch vor sich haben. Auch einen total frustrierten Fahrer konnte ich beobachten, der wutentbrannt seine Sachen packte und das Fahrerlager verließ. Da werden Emotionen frei, die jenen der großen Autorennen um nichts, aber auch gar nichts nachstehen - ein weiterer Grund, diese Sportart mehr in den Blickpunkt des Fernsehpublikums zu rücken. Die lokalen Fernsehsender wie etwa INTV haben den Sendewert des Modellrennsports schon erkannt.

Wer weitere Ergebnisse der heutigen Rennen einsehen will, kann das auf der Homepage des Modell- und Motorsportclubs Speed League Racing Ingolstadt 06 e.V. tun.

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