Mittwoch, 2. Februar 2011

Frostige Zeiten im Eiskeller zu Ingolstadt

Der Eiskeller in der Ingolstädter Jesuitenstraße ist ein Lokal im Keller der alten Stadtmauer. Die letzten Jahre wurde es als Disco betrieben. Das brachte die Einwohner über dem Keller in Rage und der Lokalzeitung Stoff zum Schreiben.

Der Neubau über dem Keller beherbergt 45 Wohnungen und scheint kein Armenheim zu sein, wenn sich unter den Einwohnern auch so prominente Leute wie der ehemalige bayerische Innenstaatssekretär Hermann Regensburger befindet. Das Hickhack mit der Stadtverwaltung ist nicht neu. Der Betreiber des Lokals, Claus Bechmann, lässt sich in dem Streit mit Ingolstadt von Staranwalt Hans Nüsslein vertreten. Der Mann hat den Stadtjuristen schon einiges Kopfzerbrechen bereitet.

Schleierhaft bleibt mir bloß, wieso es im DONAUKURIER zu den Stellungnahmen einiger Anwohner heißt: "Weder er noch andere Nachbarn wollen ihren Namen in der Zeitung lesen." Ich meine, wenn mir nachts einer ins Treppenhaus pinckelt, kann ich das doch öffentlich beanstanden. Ist ja nicht vom Feinsten, diese Art nächtlicher Entleerung von Discobesuchern.

Als ich mich vor Jahren mal bei der Stadtverwaltung über nachst rangierende Loks vor meinem Schlaffenster beklagte, antwortete man mir mit der rhetorischen Frage: "Wer war früher dort, Sie oder die Bahn?" Verdammt schlechte Karten, würde ich sagen. So hieß es dann auch in einer Diskussion in der Familie recht bald: "Als wir in dieser Disco tanzten, wohnten die noch nicht oben."

Alles klar. Wenn man die Discobesucher ein wenig erziehen und den Geräuschpegel runterfahren würde, könnten die Anwohner von oben vielleicht eines Tages auch mal runterschauen, besonders an heißen Sommertagen. Dazu müsste aus der Disco aber ein gemütliches Lokal werden, mit Musik. Warum nicht? Und vor allem müsste es am Tag öffnen und nicht erst abends ab 23.00 Uhr.

(Foto: Anton Potche)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen