Samstag, 22. Oktober 2011

Ein Tagesausflug zu den Büchern - Teil 2

Treppauf, treppab

Und dann stehst du vor dem Eingang aufs Messegelände und bist erst mal überwältigt von der Hintergrundkulisse. Man lebt halt doch noch in der Provinz. Die Ausmaße des Geländes werden dir erst bewusst, wenn du auf dem Rollband und den Rolltreppen von Halle zu Halle fährst und dabei auch einen Blick nach draußen wirfst. Gigantisch.

Und in der Mitte der Audi-Pavillon. Er hat die AA überlebt. Als Ingolstädter und Audianer bin ich natürlich... Na ja, Stolz ist keine Schande, auch wenn ein mittelständischer Verleger  auf der Messe meinte: "Von dem Geld, das der Audi-Pavillon kostet, kann ich 20 Jahre Rechte kaufen." (DIE WELT, 15. Oktober 2011). Das mag schon sein, nur hätte er das Geld ohne diese Halle ja auch nicht. Und die zwei Herzen in meiner Brust? Ach, die haben sich hervorragend vertragen.

Für mehr als 7.500 Aussteller aus über 110 Ländern braucht man Platz und ein gutes Konzept. Beides ist in Frankfurt vorhanden. Die Themenbereiche der Hallen kanalisieren die Besucherströme in alle Himmelsrichtungen: Literary Agents & Scouts Centre, StoryDrive Business Centre, Internationale Verlage, Medien und Entertainment, Frankfurter Antiquariatsmesse, Dienstleistungen für Verlage und Buchhandel, Literatur und Sachbuch, Kunstbuch - Kunst - Design, Kinder- und Jugendbuch, Comic und andere. 

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Das Gastland war heuer Island. Weit und kalt. Am Ende der Welt. Bewohnt von Buchmenschen. Einzigartig in der Welt. Nirgends wird mehr gelesen als auf dieser Insel. Meine Busnachbarin hat eine Reise dorthin geplant. Darum hat sie das Buchgastland jetzt in Frankfurt besucht. Ihre letzten Zweifel sind verflogen. Sie wird fliegen.

Volksfestcharakter

Meine Vorstellung von dieser Messe hatte etwas mit seriöser Intellektualität, sogar mit über den Köpfen der Normalsterblichen schwebenden Sofas, auf denen sich ernste Philosophen und umtriebige Schwerenöter um unser Weltheil sorgen oder darüber lustig machen, zu tun. Halb so schlimm. Du bist auch auf einem Volksfest, dominiert von Manga-Figuren.

Kurai und Mad Haffer haben für mich posiert. Galant, galant. Hier in Frankfurt trifft man sich, aus allen Spähren der Mythologie kommend. Die freundliche Kurai aus Angel Sanctuary hat mir stolz erzählt, sie habe ihre Kleidung selbst angefertigt. Respekt! Die Figuren steigen aus ihren Büchern. Der kreative Geist vieler Autoren geht in Leib und Seele über. Welch ein herrlicher Begleitprozess einer Buchmesse.

Fotos & Video: Anton Potche

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