Sonntag, 30. September 2018

September 2018 - Giarmata in den Medien


Sieg in Deva
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 01.09.2018
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 2. Spieltag
NS Cetate Deva - CS Millenium Giarmata  0:1 (0:1)
Torschütze: Sinişa Sporin  (Min. 32)
Aufstellung CS Millenium: TrifonRosenblum, Cochinţu, Sporin, Stupu, Buzdugan, Olteanu, Călin, Ferţu, Gavrilă und Beloescu. Zum Einsatz kamen noch Ciubotariu, Florin Călin und Damian.
Tabellenplatz: 10 CS Millenium Giarmata  3
Trainer Răzvan Leucă war trotz des Sieges seiner Mannschaft unzufrieden mit der Schiedsrichterleistung

Der Kandidat hat die schriftliche Probe bestanden
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 03.09.2018
Der Kandidat für den Posten des Polizeichefs in Giarmata hat die erste Einstellungshürde genommen. Bei der schriftlichen Prüfung hat er ohne Gegenkandidaten 84,95 Pubkte erhalten. Beim Bewerbungsgespräch hat Herr Păpaș Gheorghe Călin dann 95,20 Punkte bekommen. Also wird er neuer Chef der Polizei in Giarmata.
+ + + Gut zu wissen, mit wem man sich gut halten soll. Oder sollte sich das in Rumänien schon geändert haben? + + +

Rally in Giarmata und Pișchia
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 06.09.2018
Zum fünften Mal finden in und zwischen den benachbarten Gemeinden die schon traditionellen Auto- und Kartingrennen des Automobilklubs ACR Timiș statt. Es wird mehrere Wertungsrennen in den Ortschaften und auf der Strecke zwischen den Gemeinden geben. Das laute Sportereignis findet am Samstag (8. September 2018) statt. Eine der Proben wird um 10:00 Uhr in Giarmata auf der Strecke Verkehrskreisel – Strada Nouă (600 m) in der Strada Morii ausgetragen.
+ + + Do werd in Johrmark an dem Wucheend was loss sein, is doch aah die Ruga in der Gemeinde. Ich hun mei Fraa korz druf hingewies un ganz unschullich gemoont, mer kännte doch mi’m Flieger … Weider sin ich net kumm. Dee Blick hät Dehr siehn selle … Meh will ich net soon. + + +

Heimschlappe
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 07.09.2018
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 3. Spieltag
CS Millenium Giarmata - Unirea Alba Iulia  1:4 (1:3)
Torschützen:  Răzvan Ivan (Min. 21 und 33), Ciprian Selagea (Min. 38) und Alexandru Giurgiu (Min. 86) für die Gäste sowie Raul Cochinţu (Min. 45) für Millenium.
Aufstellung CS Millenium: TrifonRosenblum (Min. 83, Damian), Cochinţu, Olteanu (Min. 66, Popan), Sporin, Ochea (Min. 60, Gavruţă), Gavrilă (Min. 70, Ciubotariu), Stupu, Buzdugan, Ferţu, Beloescu.
Tabellenplatz: 12 CS Millenium Giarmata  3
Sportsmann Răzvan Leucă redete nicht viel um den heißen Brei: „Sie waren besser als wir, das Resultat reflektiert den Unterschied zwischen den zwei Mannschaften.“
+ + + Vielleicht saß den Giarmataern die Vorfreude auf die Ruga in den Beinen. + + +

Sieg und Niederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 08.09.2018
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 4. Spieltag
Millenium II Giarmata – Jebel  1:2
ASO Deta II - Unirea Cerneteaz   1:3
Tabelle: 5  Millenium II Giarmata  6
              7  Unirea Cerneteaz  6

Ruga in Giarmata
aus Telenova.ro, Timişoara / Temeswar, 09.09.2018
Hier gibt es ein Video von der Ruga in Giarmata: https://telenova.ro/stiri/2018/09/ruga-giarmata-ziua-i-8-septembrie-2018/

Gute Nachricht für Hausbesitzer
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 12.09.2018
Ein neues Gesetz räumt dem Kreispräfekten die Möglichkeit ein, Hausbesitzern, deren Immobilie auf Staatsgrund steht, auch den Grund zu überschreiben. Da das Verfahren nicht so einfach ist, sollen Interessenten sich an die Gemeindesekretärin Gherman Sorina-Ana wenden.

Höhere Einstufung
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 14.09.2018
Für eine höhere Berufseinstufung müssen die Beamten im Rathaus eine Prüfung bestehen. Die findet am 16. Oktober statt. Angemeldet für die Prüfung sind folgende Angestellte der Gemeinde Giarmata: Gavrilă Liliana (Abteilung Sozialhilfe), Joacăbine Irina, Paier Maria (Taxen und Steuern), Frățilă Doina (Öffentliche Akquisitionen und Strukturfonds), Vlădău Mirela Angelica (Urbanistik), Caba Adrian Pavel, Chelariu Vasile Adrian, Ivan Mihai Ioan, Malța Marin George, Negrea Marcel Aurel, Treier Ștefan (Polizei).
+ + + Es geht natürlich auch um mehr Lohn. Schon darum viel Erfolg allen Aspiranten. + + +

Grundbucheintragungen
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 14.09.2018
Wer Grundstücke außerhalb der Ortschaft besitzt, kann die jetzt kostenlos ins Grundbuch eintragen lassen. Es handelt sich um ein nationales Programm, das in der Zeitspanne 2015 – 2023 in Rumänien durchgeführt wird. Interessenten können die dafür benötigten Unterlagen im Rathaus einreichen. Zu diesem Thema findet am 20. September 2018 um 11:00 Uhr im Kulturheim auch eine Bürgerversammlung statt.

Auswärtsniederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 14.09.2018
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 4. Spieltag
AFC Metalurgistul 1939 Cugir - CS Millenium Giarmata  3:1 (1:0)
Torschützen: Șaucă (Min. 43), Robert Dicu  (Min. 52) und Dican (Min. 76) für die Hausherren sowie Mircea Stupu (Min. 45) für Millenium.
Aufstellung CS Millenium: NarițaRosenblum, Sporin, Stupu, Cochințu, Olteanu, Buzudugan, Herțu, Ochea, Beloescu, Andreici. Eingewechselt wurden Ciubotaru, Gavrilă, Damian und Popa.
Tabellenplatz: 14  CS Millenium Giarmata  3

Gemeinderat einberufen
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 20.09.2018
Bürgermeister Virgil Bunescu hat für den 26. September eine Gemeinderatssitzung anberaumt. Zehn Tagesordnungspunkte sollen abgearbeitet werden. Bei Punkt 1 geht es um die Wasser- und Kanalgebühren, bei Punkt 2 soll der Bau eines neuen Schulgebäudes für die Klassen 1 bis 8 besprochen werden, beim dritten Tagesordnungspunkt handelt es sich um die Beschlussvorlage mit dem Titel „Einrichtung eines Vergnügungs- Sport- und Spielplatzes im Izvor-Park“. Die anderen Punkte auf der Tagesordnung sind Infrastrukturmaßnahmen in der Ortschaft vorbehalten.

Sieg zu Hause
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 21.09.2018
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 5. Spieltag
CS Millenium Giarmata - CSM Școlar Reșița  2:1 (1:1)
Torschützen: Mircea Stupu  (Min. 5), Robert Dicu  (Min. 52) und Marius Călin in der zweiten Hälfte für die Hausherren sowie Dragoş Săulescu (Min. 14) für die Gäste.
Aufstellung CS Millenium: NariţaOlteanu, Cochinţu, Covăseală, Sporin, Stupu, Rosenblum, Ciubotariu, Ferţu, Călin, Beloescu. Eingewechselt wurden: Gavruţă, Damian, Popan, Dorobanţu.
Tabellenplatz: 11  CS Millenium Giarmata  6
Trainer Răzvan Leucă stuft die Reschitzaer als „beste Mannschaft dieser C-Liga-Gruppe“ ein und hat sich umso mehr über den Heimsieg gefreut.

Niederlagen in der 5. Liga
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 23.09.2018
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 6. Spieltag
Ripensia II Timișoara - Millenium II Giarmata  1:0
Unirea Cerneteaz  - Progresul Gătaia  0:1
Tabelle: 5  Unirea Cerneteaz  9
              9  Millenium II Giarmata  6

IT-Schützenhilfe
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 24.09.2018
Die Stiftung Missio Link Internațional hat das Projekt „EDUSmart Robot” gestartet. In einer zweijährigen Schulung will man Kindern aus armen Familien IT-Kenntnisse beibringen, um sie so für den Arbeitsmarkt besser zu rüsten. An dem Projekt ist auch die Gymnasialschule aus Giarmata beteiligt. Finanziert wird die Geschichte von Microsoft Rumänien.
+ + + Glück auf! + + +

Kein frisches Wasser in der Leitung
aus deBanat.ro; Timişoara / Temeswar; 24.09.2018
Vom 25. September bis zum 22. Oktober wird täglich von 9 bis 16 Uhr die Wasserzufuhr in der Gemeinde vom Lieferanten Aquatim unterbrochen. Der Speicher für das Trinkwasser wird mit „speziellen Geräten“ und einem „Wasser-Luft-Gemisch unter Druck“ gereinigt. Wenn das Wasser wieder aus den Hähnen zu fließen beginnt, könnte es trüb sein. Die Benutzer werden aufgefordert, dieses Wasser nicht zu benutzen, sondern zu warten, bis reines aus den Leitungen kommt.

Ausgleich in der letzten Viertelstunde
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 30.09.2018
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 6. Spieltag
FC Avrig - CS Millenium Giarmata  2:2 (2:0)
Torschützen: Marius Coșovanu  (Min. 29 & 56) für die Gastgeber sowie Marius Călin  (Min. 76) und George Beloescu (Min. 78) für Millenium.
Aufstellung CS Millenium: NarițaOlteanu (86, Gavruță), Buzdugan, Covăsală, Gavrilă, Stupu (64, Ochea), Herțu, Rosenblum, Marius Călin, Beloescu, Ciubotariu (64, Popan)
Tabellenplatz: 11  CS Millenium Giarmata  7
Der Delegierte der Giarmataer, Viorel Vișan, sagte nach dem Spiel, dass zwei inspirierte Wechsel das Resultat positiv für seine Mannschaft beeinflusst hätten.
+ + + Einge gut besetzte Reservebank war im Fußball schon immer die halbe Miete. + + +

Ruga
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; September 2018
Es gibt nur ein Thema: die Ruga. Und sie war ein großartiges Fest. Dazu sagte der Bürgermeister: „Wir wollen nächtes Jahr den Bürgern eine Ruga wie im Märchen bieten.“
+ + + Was er damit genau meinte, hat er nicht verraten. Wir werden sehen. Ein Jahr ist ja nicht so lang. + + +

Montag, 17. September 2018

Lasst doch mal die Ingenieure machen!

Der Journalist Alexander Kain widmet sich in der letzten seiner im DONAUKURIER erscheinenden Bayern-Kolumnen Münchner Notizen (15./16. September 2018) den in Brüssel ausgetüftelten Reduzierungen der ohnehin schon kaum noch zu erreichenden Abgasgrenzwerte in der Automobilindustrie. Die Reduzierungszahl von 30 Prozent steht im Raum. Er weist darauf hin, dass diese für die Jahre 2012 bis 2030 zur Debatte stehenden Klima-Ziele nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches und natürlich auch globales Problem sind. Wörtlich heißt es bei ihm: „Entlang der Hauptverkehrsachsen ins mittel- und osteuropäische Ausland, etwa im Bayerwald, tummeln sich viele Gebrauchtwagenhändler, die teilweise tolle Autos zu Knallerpreisen im Hof stehen haben – Abgabe allerdings nur für den Export. […] Mancher Osteuropäer  kauft dort also gute Technik für kleines Geld, um dann unbehelligt von Fahrverbotsdiskussionen in seiner Heimat herumzukurven. Hat man schon mal etwas davon gehört, dass man in Bukarest oder Sofia über ökologisch motivierte Fahrverbote nachdenkt? […] Schließlich gelten in EU-Ländern wie beispielsweise Rumänien und Bulgarien doch die gleichen EU-Grenzwerte wie bei uns.“

Klar, das Thema ist hoch brisant und … politisch. Zumindest was die rumänische Regierung betrifft, muss man verstehen, dass die Damen und Herren im Victoria Palast keine Zeit für solche marginalen Geschichten wie den Klimaschutz im eigenen Land haben. Die müssen jetzt erst mal mit der Unterstützung ihrer Regierungspartei (PSD) schauen, dass sie die rumänische Justizbehörde vollkommen unter ihre Fittiche bekommen, bevor noch einige von ihnen im Kittchen landen.

Dass alles, was politisch ist, nicht unbedingt auch vertrauenswürdig und vor allem rational ist, geben manchmal auch Politiker selbst zu. Alexander Kain schreibt nämlich in seiner Kolumne, dass der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei einem Treffen mit Wirtschaftsleuten dieses Thema angesprochen und dabei geäußert habe, dass „er sich lieber auf das verlasse, was die Ingenieure in der Realität für machbar halten“, und nicht auf „esoterische Grenzwerte“.

Und sie gibt es nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Rumänien, die nicht an Paragraphen sondern an Autos tüftelnden Ingenieure, die ihr technisches Wissen einsetzen, um ihren oft selbstgesteckten, ehrgeizigen Zielen näher zu kommen. In der rumänischen Stadt Baia Mare (deutsch: Frauenbach) haben eine Gruppe Unternehmer den Entschluss gefasst, einen elektrisch angetriebenen Kleinwagen auf die Straßen der rumänischen Städte zu bringen. Gheorghe Mureşan, ein Manager, der eigentlich aus der Textilindustrie kommt, hatte die Idee. Dabei liegt seinem Vorhaben eine der westlichen Automobilindustrie konträre Philosophie zugrunde: „Wir erwarten, dass dieses Fahrzeug die Kaufgewohnheit der Verbraucher ändert, denn bisher haben sich alle nur Autos für lange Fahrstrecken gekauft, benutzten sie aber in der Stadt. Unsere Autos sind für den Stadtgebrauch, sie sind klein, leicht zum Einparken, schlängeln sich leger durch den Verkehr und finden überall Platz.“

Die Serienproduktion soll im Februar 2018 mit einer Stückzahl von vorläufig 4000 Fahrzeugen pro Jahr starten. Der Einstiegspreis liegt bei 13.700 Euro. Die Produktionsstätte wird in Baia Mare gebaut. Das Projekt soll verglichen mit den Entwicklungskosten deutscher Autogiganten lächerliche 1,5 Millionen Euro kosten, wovon 74 Prozent aus einem EU-Fond stammen.

FotoQuelle: GÂNDUL
Ob dieses aus hartem Polyvinylchlorid (PVC) gebaute Fahrzeug jemals eine Chance hätte durch den deutschen TÜV zu kommen, steht auf einem anderen Blatt. Wichtig ist, es passt zu den Rumänen und wird dort zugelassen. Und das scheint auch der Fall zu sein, denn Gheorghe Mureşan erzählte stolz einer Zeitung, dass er schon „8000 km mit einem Prototyp zurückgelegt hat, nur in der Stadt“ und „dabei 960 kg Giftstoffe, die nicht in die Umwelt gelangt sind, eingespart habe, mehr als das Auto wiegt“. Zwei Typen sind angedacht: GTG Oxygen mit zwei und GTG Ozone mit vier Sitzen. Man denkt aber auch schon an einen Kleintransporter für den Stadtgebrauch.

Also, werte Damen und Herren in Brüssel, man macht sich überall Gedanken über unsere Umwelt, nicht nur in EU-Bürotrakten. Und das anscheinend ganz ohne oder mit nicht mehr als nötiger Politik, ob aus der jeweiligen Heimat oder der den Volksseelen oft so fremden EU-Hauptstadt. Lasst die Ingenieure doch machen! Und schickt sie nicht gleich zur Hölle, wenn sie mal in die Kirche gepfiffen haben. Wer ihre Kreativität dauernd mit - manchmal sogar allen physikalischen Gesetzen Hohn sprechenden - Vorgaben traktiert, gefährdet (mehr oder weniger bewusst) ganze Industriezweige und langfristig sogar Hunderttausende von Arbeitsplätzen.
Anton Potche

Montag, 10. September 2018

Rumänien - Streit in der PSD

Schafft in Rumänien Gabriela Firea, was Klaus Johannis seit drei Jahren vergeblich versucht? Nämlich, die macht des PSD-Vorsitzenden Liviu Dragnea zu brechen oder wenigstens einzuschränken. Bisher hat der Staatspräsident auf Granit gebissen. Ja, er musste sogar so manche schmerzliche Niederlage hinnehmen. Dabei scheint er noch der einzige Garant für ein einigermaßen akzeptables – von gutem kann gar keine Rede sein – Ansehen Rumäniens in der Europäischen Union zu sein. Der immer wieder mit kriminellen Machenschaften in Verbindung gebrachte Chef der rumänischen Sozialdemokraten und Parlamentspräsident Dragnea führt seine Partei mit eiserner Hand und niemand im Land zweifelt mehr daran, dass dieser über Leichen gehende Politprofi auf das Amt des Präsidenten schielt. Nächstes Jahr wird das Staatsoberhaupt neu gewählt. 

Gabriela Firea
Fotoquelle: ADEVĂRUL
Jetzt wird er aber von einer Dame aus den eigenen Reihen scharf angegriffen: Gabriela Firea, Oberbürgermeisterin von Bukarest und Mitglied im Vorstand der PSD. Beim besonders von den Auslandsrumänen gesehenen Fernsehsender TVRinternational hat sie Liviu Dragnea vorgeworfen, sich von Schleimern und Nepoten umgeben zu haben, auf die falschen Berater – oft außerhalb der Partei – zu hören und einen klandestinen Krieg gegen sie, Firea, zu führen. Zwischen seinen Worten und Taten gebe es überhaupt keine Kohärenz. So schade er dem Führungsgremium der Partei, der Partei im Allgemeinen, dem Land und dem Volk.

Die Sozialdemokraten in Rumänien haben über 500.000 Mitglieder und so mancher im Land fragt sich, wie es möglich war, dass ein Strafverfolgter mit Hilfe einer Handvoll devoter Emporkömmlinge nicht nur eine so große Partei, sondern ein Parlament und die Regierung eines ganzen Landes in die Knie zwingen und die Justiz derart beeinflussen konnte, dass er eines Tages nicht im Gefängnis, sondern im Präsidentenpalast landen könnte. Beim letzten Parteitag der PSD schrie er im Stile eines „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ in den Saal: „Wollt Ihr, dass ich Euer Vorsitzender bleibe?“ Was folgte, erinnert doch sehr stark an die Ovationsorgien für den Nationalkommunisten Nicolae Ceaușescu.  

Übrigens hat die ganze Politik in Bukarest etwas Burleskes an sich. Es geht in allem, was beschlossen und nicht beschlossen wird, nur um den Machtkampf zwischen Regierung und Präsidialamt. Wenn zum Beispiel der Präsident, also Klaus Johannis, laut Verfassung noch immer der Träger des höchsten Amtes im Staat und mit vielen Vollmachten ausgestattet (nicht vergleichbar mit den meistens repräsentativen Aufgaben des deutschen Bundespräsidenten), die Regierungschefin Viorica Dăncilă ins Präsidentenpalais zu wichtigen Haushaltsgesprächen bittet, schwänzt die Chefin der Exekutive das Treffen und begibt sich zu einem geplanten Regierungsbesuch nach Spanien. Klaus Johannis reagiert, wo er doch wusste, dass es sich um eine lange geplante Reise handelt (mit Gesprächen auf Regierungsebene und einem Besuch beim spanischen König), wie eine beleidigte Leberwurst und kommt selber nicht zu seinem eigenen Treffen mit den zwei von Viorica Dăncilă delegierten Ministern, sondern lässt sich von zwei Präsidentialräten vertreten. Rumänische Journalisten sprechen offen von Buffas. Caragiale hätte mit Sicherheit seine helle Freude an den gegenwärtigen politischen Zuständen in der rumänischen Hauptstadt gehabt. Da muss einem beherzten Rumänen ja Angst und Bange vor der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft Rumäniens werden. Mehr als lächerlich auf der europäischen Bühne kann man sich in der jetzigen politischen Konstellation ja wohl kaum machen.

In dem anderen Politspektakel geht Gabriela Firea in ihren Angriffen auf Dragnea sogar soweit, dass sie ihren Parteivorsitzenden der Spionage bezichtigt. Das Bukarester Rathaus wird auf Geheiß des PSD-Chefs von Mitarbeitern eines rumänischen Geheimdienstes beobachtet, sagt die streitbare Dame. Dragnea dementiert und behauptet in seiner demütigen Art, er habe überhaupt nichts gegen die Oberbürgermeisterin (in Rumänien trägt sie den Titel „Generalbürgermeister“ – für Berufe und Ämter gibt es in diesem Land kein weibliches Pendant), und verlangt Beweise für diese Anschuldigung. Da fehlt wirklich nicht viel, dass er ihr sogar eine Liebeserklärung macht. Warum auch nicht, hat seine Kontrahentin doch in einem offenen Brief an die PSD-Mitglieder beteuert, dass sie weder Parteichefin noch Staatspräsidentin werden will, sondern nur im Interesse der Partei und der Bukarester Bürger handle. Das klingt von beiden Seiten so, als würde es wirklich nur und nur um die Sache und in keiner Weise um Sympathien und Antipathien gehen. Also wäre da auch kein Machtkampf im Gange, sondern … Ja, was denn?

Liest man diesen offenen Brief Gabriela Fireas (ADEVĂRUL, 7. September 2018), dann fragt man sich, ob das jetzt ein Rückrudern oder ein Werben für die eigene Sache sein soll. Auf jeden Fall gibt es schon Stimmen, die vom politischen Selbstmord der Bukarester Oberbürgermeisterin reden. Der rumänische Kulturphilosoph Andrei Pleșu scheint ob der politischen Landschaft in seinem Land schlicht zu resignieren. In einem Beitrag der Zeitschrift DILEMA VECHE (Nr. 759, 6. – 12. September 2018) schreibt er: „Ich habe es auch in der vergangenen Woche gesagt: Ich kann die heutige politische Szene Rumäniens nicht mehr weiter kommentieren, traurig, verzweifelt oder ironisch. Ich will mich nicht mehr vereinnahmen lassen von verwirrenden Situationen und der unverantwortlich dilettantischen Choreografie einiger Personen zweiter und dritter Güte mit lärmenden Schlauberger-Strategien und napoleonischen Ambitionen. Ich ziehe es vor, mich in andere Epochen zurückzuziehen, zwischen andere Politiker, um so den Lesern und Potentaten von heute dienlicher zu sein. Ich glaube nicht, dass Letztere die Gewohnheit haben (falls sie sie überhaupt je hatten) zu lesen. Aber ich werde ihnen kurze Texte aus den Werken ihrer Vorgänger in Erinnerung rufen, hoffend, dass ihre eingeschlafenen Seelen sich zu ein bisschen Anstand, ein klein wenig Verantwortung aufraffen können. Ich habe drei Auszüge aus einer Rede Titu Maiorescus vor der Kammer vom 12. November 1882 ausgesucht. […]“

Bleibt die Flucht aus der Realität der einzige Weg, um den Verhältnissen an der Dâmbovița zu entrinnen? Mag sein. Sicher ist, dass einer es nicht lange auf diesem Weg aushält: Andrei Pleșu. Und das ist gut so, würde Klaus Wowereit sagen.

Da es an Peinlichkeiten im rumänischen Politschauspiel anscheinend nie genug sein kann, bezichtigen Mitglieder der zwei Regierungsparteien, PSD und ihr Juniorpartner ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten), das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien des Nazismus. Man hat es in diesen Parteien nie verkraftet, dass der Siebenbürger Sachse Klaus Johannis Staatspräsident wurde (und jetzt sogar noch die Chuzpe hat, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren) und der Banater Schwabe Ovidiu Ganț im Parlament ab und zu auch gegen die Gesetzesvorlagen der zwei Fraktionen stimmt, und das sogar gegen das Abstimmungsverhalten seiner eigenen Fraktion der Minderheiten.

Auf jeden Fall scheint der Herbst im politischen Bukarest noch heißer als der eben zu Ende gehende Jahrhundertsommer zu werden.
Anton Potche

Montag, 3. September 2018

Zeuge und Mitgestalter einer aufregenden Zeit

Friedrich Christian Delius: Als die Bücher noch geholfen haben – Biografische Skizzen; Rowohlt Taschenbuch Verlag; Reinbek bei Hamburg, 2014; ISBN 978-3-499-26782-6; 336 Seiten; 9,99 €

Friedrich Christian Delius wurde „wenige Tage nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad nicht weit vom Vatikan in das warme Frühlingslicht von Rom geboren“ und sagte als 10-Jähriger von sich, er wäre von Beruf Dichter. Korrekt. Denn es liegt ein literarisches Œvre von Delius vor, das jeden Zweifel an seinem Dichtersein zunichte macht. Und er ist noch mehr: Prosator und Autobiograf. Ja, er war noch mehr: Lektor, Verleger, politischer Aktivist und stets aktives Zahnrad – nicht Rädchen – im deutschen Literaturbetrieb, besonders als es derer noch zwei gab, in der BRD und in der DDR.

Das war eine aufregende Zeit, die 60er und 70er Jahre. Auch für einen wie F. Ch. Delius, der zwar aktiv am künstlerischen Leben teilnahm, aber seinem Naturell entsprechend die „Dialog-, Team- oder Kollektivkünste“ mied und dafür „die freiste, die extremindividuelle Disziplin“ vorzog, die Literatur. Das schützte aber auch ihn nicht vor Konflikten. Die Auseinandersetzungen, wahre linke Strömungskämpfe auf geistiger Ebene, im Klaus-Wagenbach-Verlag sind nicht wegzudenken aus der deutschen Literaturgeschichte. Ebenso die literarischen Kontakte über die Berliner Mauer hinweg mit all ihren Glücksmomenten und auch Enttäuschungen.

1973 gründeten „sieben Freunde der Kollektivverfassung“, die sich keine gemeinsame Zukunft mit Klaus Wagenbach mehr vorstellen konnten – der Verleger war ein Sympathisant der RAF -, einen neuen Verlag, den Rotbuch Verlag, von dem Mitbegründer F. Ch. Delius in seinen autobiografischen Skizzen sagt: „Trotz oder wegen der Lektoratsverfassung ist hier einer der wichtigen Verlage für osteuropäische Dissidenten (etwa Carmen Francesca Banciu, György Dalos, Miklós Haraszti, Adam Michnik, Christian Skrzyposzek, Richard Wagner) entstanden und der erste Verlag, der die Literatur der Migranten wie Aras Ören, Emine Özdamar und Feridun Zaimoglu ernst genommen hat.“

Das war mal wieder einer dieser Sätze, der mich bewog, in meinem Bücherregalnachzuschauen. Und wirklich, da stehen mehrere Rotbuch-Bücher. Stellvertretend seien nur zwei genannt: Herta Müller: Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt (1986) – da lebte die Autorin noch in Rumänien – und Rolf Bossert: Auf der Milchstraße wieder kein Licht (1986) – da war der Dichter schon ca. sechs Monate tot.

Wie es zu dieser Situation überhaupt kommen konnte, erläutert F. Ch. Delius in einem extra Kapitel: Der Temeswarer Fisch und ein gewisses Glück. An diesem Tisch saß der bundesdeutsche Autor und Verleger im Frühjahr 1983, als er „noch nicht mal den Unterschied zwischen Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen“ kannte. Wie fruchtbar die damals geknüpften Kontakte waren, ist heute bekannt. Aus der Erinnerung gefallen oder vielleicht auch nie öffentlich bekannt gewesen ist ein Aspekt, auf den Delius hier hinweist: „Welche Schwierigkeiten, Erpressungen und Drohungen mit der Vorbereitung dieser Publikation verbunden waren, hätte sich niemand im Westen vorstellen können.“ (Der Autor bezieht sich auf Herta Müllers Niederungen im Rotbuch Verlag, 1984).

Das ist nur eine sehr interessante und auch folgenträchtige Episode aus dem bewegten Leben des deutschen Literaturschaffenden Friedrich Christian Delius. Und bestimmt auch nicht die wichtigste – ich denke an seine Erfahrungen aus der Gruppe 47 und die Prozesse mit Siemens und Horten -, aber eine, die einem Leser mit Banater Wurzeln durchaus verdeutlichen kann, dass auch die deutsche Regionalliteratur seiner Jugendjahre längst Teil der gesamtdeutschen Literatur, also des literarischen Schaffens im deutschen Sprachraum, geworden ist. Dass für eine solche Entwicklung Namen standen, zeigt schon das von Frank Pöhlmann diesen Skizzen angehängte Namensregister. Diese Namen bewogen mich eines Tages beim Schmökern in einer Buchhandlung dazu, dieses Buch überhaupt zu kaufen. Darum sollen sie hier auch erwähnt werden: Aharon Appelfeld, Carmen Francesca Banciu, Nicolae Ceaușescu, Paul Celan, Edgar Hilsenrath, Oskar Pastior, Dieter Schlesak, Paul Schuster, Richard Wagner, Ernest Wichner sowie die bereits oben erwähnten Herta Müller und Rolf Bossert.
Anton Potche