Freitag, 17. Februar 2012

Seppi und Peppi unterhalten sich über den Rücktritt des Bundespräsidenten

 Peppi trinkt völlig apathisch einen Kaffee im Bahnhofscafé des trostlosesten Bahnhofs einer deutschen Großstadt. Seppi kommt etwas später. Er schwenkt die BILD.

- Geschafft! Er ist weg! ... Freust du dich nicht drüber?
- Warum sollte ich?
- Die Demokratie hat gesiegt.
- Die Medienkratie wolltest du vielleicht sagen. Nein, falsch, der Medienismus, das wäre richtiger.
- Das scheint dir ja wahrlich nicht zu gefallen, was da gelaufen ist.
- Wie sollte es auch? Die haben mir den Urlaub versaut.
- Wie das?
- Wir hatten geplant, heuer im Rauris Urlaub zu machen.
- Ja und?
- Das trauen wir uns jetzt nicht mehr.
- ??
- Im Haus Peppi.
- ??
- Wenn die uns auf die Schliche kommen, schicken sie uns den Staatsanwalt auf den Hals.
- Wegen?
- Der Namensgleichheit. Die könnten ja annehmen, wir würden bevorrechtigt, Peppi und Peppi eben. Das riecht nach Korruption. Die könnten zum Beispiel sagen, Peppi kassiert Peppi weniger ab und dafür den nächsten Kunden mehr.
- Dann bucht eben in einem anderen Haus. Das Rauris ist doch groß.
- Niedersachsen ist noch größer. Und schau her. Was da passiert ist. Die spüren alle Freunde auf.
- Bist du verwandt oder verschwägert mit diesen Peppis in Österreich?
- Nein, aber namensverwandt. Und das kann schon einer Deutungsschwangerschaft gleichkommen.
- Ja, gut. Aber das ist Österreich nicht Deutschland.
- EU! Vergiss das nicht1 Bis du dich umsiehst, bist du ausgeliefert. Lieber gar kein Urlaub.

Seppi winkt die Bedienung herbei und bestellt ausdrücklich „das stärkste Getränk, das du in der Bar hast“.

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