Anton Potche
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Montag, 7. September 2026
Seppi und Peppi sind verschiedener Meinung
Ein Tag nach der Wahl in
Sachsen-Anhalt sitzen Seppi und Peppi im Mohrenkopf. Und reden.
- Hast du gestern Abend Fernseh
geschaut?
- Ja, zweimal so lange, bis der
Fernseher sich von allein abgeschaltet hat.
- Und?
- Das Resultat war immer das
gleiche. Der Ulbricht lag immer vorne.
- Wieso sollte er auch nicht? Auf
dem Simson! Und übrigens heißt er Ulrich und nicht Ulbricht.
- Ja, ist gut, aber die anderen
zogen trotzdem nicht nach. Den ganzen Abend nicht.
- Wie sollten sie auch? Wenn es
keine Stimmen mehr gab.
- Und jetzt?
- Fährt er in die Regierung. Auf
dem Simson.
- Er hat doch gesagt, dass er das
nicht will, wenn die nicht genug Stimmen für ihn finden.
- Wer und wo?
- Na, die Stimmenzähler in den
Wahllokalen.
- Haben die nicht gut gezählt?
- Doch, aber zum Schluss waren keine
Stimmen mehr.
- Und darum will der Ulrich nicht
regieren?
- So hat er gesagt.
- Aber vor der Wahl.
- Ja und?
- Jetzt sind wir doch nach der Wahl.
Hast du das noch immer nicht kapiert?
- Was soll ich kapieren?
- Das vor und nach der Wahl immer
zwei Paar Stiefel sind.
- Also kann er doch regieren?
- Na klar. Auf dem Simson. Da kommt
auch Bewegung in die Bude.
- Meinst du? Ich finde den Ulrich
sympathisch. Der ist immer fröhlich und fährt auf dem Simson durch
die DDR.
- Hallo! Durch Sachsen-Anhalt. Das
ist nicht mehr die DDR. Das ist jetzt Ostdeutschland oder die neuen
Bundesländer.
- Hm! Findest du nicht, die Politik
ist heute ziemlich kompliziert?
- Ich denke, wir sollten uns einen
Haps-Flip bestellen. Dann verstehst du auch den Ulrich auf seinem
Simson.
- Ja, das ist eine gute Idee.
- Bedienung!
Der Sommer war heuer heiß und
lang. Er ist es noch immer.
Mittwoch, 21. Januar 2026
Seppi und Peppi haben beide Papa Trump gesehen
Seppi und Peppi sitzen im
Mohrenkopf und wärmen sich an einem frischen Kaffee.
- Hast du Papa Trump in Davos
gesehen?
- Ja, klar.
- Und was sagst du?
- Herrlich! Großartig! Mein
eingeschränkter Wortschatz gibt eigentlich nicht her, was ich nach
dieser genial, genialen Rede empfunden habe.
- Ist das dein Ernst?
- Ja, klar.
- Gibt es dafür eine Erklärung?
- Ja, klar.
- Und die wäre?
- Jetzt bin ich selber schon fast so
alt wie Papa Trump.
- Und?
- Seit ich denken kann, habe ich
mich schon immer gefragt, wie es wohl im Himmel ausschauen könnte.
- Und?
- Jetzt weiß ich es.
- ? ? ?
- So wie Papa Trump ihn in einer
eineinhalbstündigen Rede in einem berauschenden Chaos und einer
blendenden Sinnleere den Zuschauern und -hörern in Davos und den
vielleicht Millionen an den Fernsehgeräten geschildert hat.
- Was konkret?
- Den Himmel. So muss es da oben
sein!
- Wie?
- Na so wie in Papa Trumps Welt über
dem großen See. Mich hat eine unbändige Sehnsucht gepackt.
- Wonach?
- Nach Papa Trumps expandierender
Heimatscholle.
- Amerika?
- Jawohl! Dort muss es sein wie im
Himmelreich. Papa Trump hat doch die ganze Zeit davon erzählt. Heute
Nachmittag in Davos. Von seinem Amerika. Hast du nicht aufgepasst?
- Doch aber vielleicht hatte ich
irgendwann den Faden verloren. Das könnten wir jetzt mit einem
französischen Zollcognac ausbessern.
- Ach, Mann, du tust mir so leid.
Bedienung, zwei große Cognacs bitte.
Wir erleben die frostigsten Tage
dieses Winters.
Anton Potche
Mittwoch, 3. Dezember 2025
Seppi und Peppi unterhalten sich über die letzte Stadtratssitzung
Seppi und Peppi sitzen im
Ingolstädter Mohrenkopf, trinken Kaffee und reden über Gott und
Welt … und die Sitzung im Stadtrat.
- Warst du in der Sitzung?
- Ja.
- Und wie war’s?
- Gut, aber es riecht.
- Es riecht?
- Ja.
- Sind die Toiletten kaputt?
- Nein, dann würde es ja stinken.
Aber es riecht nur.
- Nach?
- Nach Würstchen.
- Würstchen?
- Ja, ja ... Wiener … Mit Brezen.
- Und die riechen?
- Ja, die Wiener. Die Brezen nicht.
- Und wieso kann man die Wiener
riechen? Werden die im Sitzungssaal warm gehalten?
- Nein, aber draußen im Vorraum.
- Ist die Tür nicht dicht zwischen
Sitzungsraum und Vorraum?
- Doch, doch, aber …
- Aber?
- Immer wieder steht ein hungriger
Stadtrat auf, verlässt den Sitzungsraum durch die Tür zum Vorraum
und kommt mit Wiener & Brezen zurück.
- Und verzehrt sie?
- Ja, genussvoll im Sitzungssaal.
- Und das riecht?
- Ja, die Würstchen … vor ihrem
Verzehr.
- Und dazu passt …
- Ja klar, ein Bier. Aber das gibt
es bei der Veranstaltung nicht.
- Was trinken unsere Stadträte?
- Wasser, Limo und Kaffee.
- Machen wir jetzt aber nicht.
- Nein. Wo denkst du hin?
- Gut. Barmann, zwei Cherry-Brandys bitte.
Unweit vom Mohrenkopf gibt es zu
dieser Zeit auch Glühwein. Auf dem Weihnachtsmarkt.
Anton Potche
Montag, 7. Juli 2025
Seppi und Peppi machen sich Gedanken über Donald und Elon
Seppi und Peppi schauen ziemlich ratlos in die Welt – aus dem Ingolstädter Mohrenkopf.
- Ich denke schon, die zwei spinnen.
- Wo?
- Im Kopf. Wo denn sonst?
- So ernst sehe ich das nicht. Jetzt
haben sie eben drei Parteien: Republikaner, Demokraten und
Amerikaner.
- Sind sie doch alle.
- Na hoffentlich nicht. Jetzt haben
sie halt amerikanische Amerikaner. So wie wir in den 1980ern deutsche
Republikaner hatten.
- In Amerika?
- Nein. Natürlich nicht. In
Deutschland, hier bei uns, sogar in Ingolstadt.
- Und wo sind die jetzt?
- Weg.
- Die deutschen Republikaner.
- Ja, die deutschen Republikaner.
- Meinst du …?
- Ich meine nichts. Aber ich kann
mir vorstellen, dass der Elon nicht ganz dicht ist.
- Und der Donald? Der hat doch die
Republikaner.
- Klar, die amerikanischen
Republikaner.
- Und damit ist er glücklich?
- So wie es ausschaut schon. Darum
muss er aber nicht unbedingt ganz dicht sein.
- Und die streiten jetzt, der Elon
mit dem Donald?
- Ja, so liest man es in den
Zeitungen.
- Und raufen?
- Weiß ich nicht. Lies lieber
selber die Zeitungen. Und jetzt bestell einen Whisky.
- Einen amerikanischen?
- Ist mir egal. Er kann auch
schottisch sein.
- Bedienung!
Heute ist nicht so heiß. Da kann
man wirklich auf hohem Intelligenzniveau über Elon und Donald
philosophieren. Ach tut das gut. Auch wenn man selber nicht deren
Intelligenzgrad erreicht. Oder? Immerhin … Seppi und Peppi?
Anton Potche
Freitag, 6. Juni 2025
Seppi und Peppi reden über Friedrich der Lange und Donald der Geschwätzige
Seppi und Peppi unterhalten sich im Mohrenkopf über eine Fernsehsendung.
-
Und, wie war‘s?
-
Normal.
-
Was heißt normal?
-
Donald hat geredet.
-
Und Friedrich?
-
Hat zugehört.
-
Und was hat Donald gesagt?
-
Blödsinn.
-
Nur?
-
Nicht nur, aber viel.
-
Ein Beispiel?
-
Der Wolodymyr und der Wladimir sind wie Dreijährige auf dem
Spielplatz, wenn sie sich in die Haare geraten.
-
Wortwörtlich?
-
So ähnlich.
-
Und dann?
-
Muss man sie sich eine Weile verkeilen lassen, bevor man sie
voneinander trennt. So ist es auch beim Fußball.
-
Nennt man das die hohe Kunst der Diplomatie?
-
So spricht man eben im berühmt berüchtigten Oval Office in
Washington.
-
Waren andere Leute auch noch dabei?
-
Na klar: Politiker und Journalisten.
-
Und mehr gibt es nicht zu erzählen von diesem Treffen?
-
Eigentlich nicht. Ich denke, wir sollten uns lieber …
-
Du hast recht. Bedienung …
Was wird das nur, wenn die erste
Hitzewelle über das Weiße Haus schwappt?
Anton Potche
Montag, 17. Februar 2025
Seppi und Peppi unterhalten sich über das Bundestagswahl-Quartett
Seppi und Peppi haben sich das wichtigste Thema aus den Diskussionen des Quartetts herausgepickt und darüber todernst im Mohrenkopf diskutiert.
- Hast du gestern Abend das Quartett
im Fernsehen gesehen?
- Ja.
- Und hat es dir gefallen?
- Nein.
- Warum nicht?
- Die drei Männer sind immer über
die Frau Weidel hergefallen. Das finde ich unfair.
- Welche Frau?
- Na die Frau Weidel.
- Hast wohl wieder nicht aufmerksam
zugehört.
- Wieso?
- Weil dort gar keine Frau in der
Viererrunde war.
- ???
- Der Günther Jauch hat doch diese
Weidel nach ihren Familienverhältnissen gefragt.
- Und?
- Sie hat gesagt, sie hat eine Frau
und zwei Buben.
- Na und?
- Also lüfte mal dein Hirnkastl ein
wenig.
- Was stimmt da nicht? Ich kann
nichts Besonderes erkennen.
- Wenn sie in ihrer vierköpfigen
Familie eine Frau und zwei Söhne hat, dann muss sie doch ein er
sein.
- Also ein Mann?
- Bravo! Siehst du? Es geht doch,
wenn du dich ein wenig anstrengst.
- Aber … wie kann denn eine Frau
ein Mann sein?
- Ich glaube, das ist jetzt zu
anstrengend für dich. Holen wir uns lieber einen Gorbatschow.
- Aber einen 50-prozentigen. Dann
blicke ich bestimmt durch.
- Hm … vielleicht! Wie auch immer
… Bedienung … einen Gorbatschow bitte ... aber stark.
Was für ein Tag: wolkenlos,
sonnenklar … aber kalt, sehr kalt, echt Gorbatschow-tauglich.
Anton Potche
Mittwoch, 25. September 2024
Seppi und Peppi nach dem Urlaub
Seppi und Peppi sitzen im Ingolstädter Mohrenkopf.
- Schon lange nicht gesehen.
- War im Urlaub.
- Schön. Wo?
- Binz auf Rügen.
- Viel erlebt?
- Geswipt. Und dabei viel erfahren.
- Über?
- Poloshirts & Sneacker, Bomberjacken & Springerstiefel, Dreadlocks, N-Wort . . . und . . . und . . . und . . . Deadlines, Peergroup, Attachament Parenting, Ohropax, autoritativ, Airguns, Kavitation . . . und . . . und . . . und . . .
- Warst du demonstrieren?
- Nein. Habe gelesen.
- Was?
- Viel.
- Wo?
- Im Spiegel und in einem Stern.
- Und das Wetter?
- Keine Spiegelungen von Sternen.
- Regen?
- Nein. Wolken . . . und Wellen . . . und Wind . . . und ein Horizont.
- Soll ich was bestellen?
- Ja, Sanddornlikör.
- Glaubst du, die haben das?
- Frag mal.
- Okay. Bedienung!
- War im Urlaub.
- Schön. Wo?
- Binz auf Rügen.
- Viel erlebt?
- Geswipt. Und dabei viel erfahren.
- Über?
- Poloshirts & Sneacker, Bomberjacken & Springerstiefel, Dreadlocks, N-Wort . . . und . . . und . . . und . . . Deadlines, Peergroup, Attachament Parenting, Ohropax, autoritativ, Airguns, Kavitation . . . und . . . und . . . und . . .
- Warst du demonstrieren?
- Nein. Habe gelesen.
- Was?
- Viel.
- Wo?
- Im Spiegel und in einem Stern.
- Und das Wetter?
- Keine Spiegelungen von Sternen.
- Regen?
- Nein. Wolken . . . und Wellen . . . und Wind . . . und ein Horizont.
- Soll ich was bestellen?
- Ja, Sanddornlikör.
- Glaubst du, die haben das?
- Frag mal.
- Okay. Bedienung!
Der Herbst scheint im Anmarsch zu sein.
Anton Potche
Montag, 15. Juli 2024
Seppi und Peppi philosophieren über Wladimir und Sahra
Die ganze Welt ist erhitzt. Nur bei uns ist das Wetter abnormal feucht. Das spüren auch Seppi und Peppi im Mohrenkopf.
-
Und, Fußball angeschaut?
- Klar.
- Und?
- Viele Erkenntnisse gewonnen.
- Zum Beispiel?
- Ähnlichkeiten zwischen Gehen und
Laufen.
- ???
- Biden geht, so wie Kain läuft.
Und Kain läuft, so wie Biden geht.
- Ist das abgeleitet von Kant?
- Schmarrn! Du musst bloß
aufmerksam hingucken, dann gibst du mir Recht.
-
Andere Erkenntnisse?
- Ja, sogar revolutionäre!
- Ich vergehe vor Neugierde.
- Die Sahra will mit Wladimir
Frieden schließen. Hat sie gesagt bei Frau Illner.
- Und wie?
- Das weiß nur sie. Wir müssen das
nicht wissen. Wichtig ist nur der Friede. Glaubst du das nicht?
- Doch, doch, aber erst wenn ich
Wladimir sagen höre: „So, jetzt ist Schluss. Ab heute sind alle
Natos meine Freunde.“
- Geht doch. Siehst du? Die Sahra,
sie macht das schon. Für uns alle, das deutsche und europäische
Volk. Und Wladimir wird wieder unser Freund sein, wie damals, als er
im Bundestag gesprochen hat.
- Und alle aufgestanden sind und
applaudiert haben.
- Ja, genau so.
- Soll ich etwas Starkes bestellen?
- Ja, bitte.
Wie gut, dass das Wetter zum
Philosophieren einlädt. Da würde sich sogar ein Adorno freuen ...
über Seppi und Peppi.
Anton Potche
Montag, 15. Januar 2024
Seppi und Peppi unterhalten sich über die zweite Hälfte der Stadtratssitzung
Seppi und Peppi sitzen im Ingolstädter Mohrenkopf.
- Warst du?
- Ja. Online.
- Wie bitte?
- Online, also per Computer, Live-Streaming auf Deutsch. Und das erst ab 17 Uhr.
- Da waren die Stadträte schon in Fahrt.
- Klar. Sie haben ja schon um 13 Uhr begonnen.
- Hast also nicht viel mitbekommen.
- Na ja. Bis 18:30 Uhr war schon was geboten.
- Zum Beispiel?
- Es ging um den Bauinvestitionsplan. Da haben sich einige zu Wort gemeldet. Und als der OB schon eine Pause in Aussicht gestellt hatte, meldete sich noch Frau Leininger von den Grünen zu Wort.
- Und?
- Sie hat alles mit ihren unfertigen, sympathischen Sätzen wiederholt, was ihre Vorredner gesagt haben. Und zum Schluss hat sie auch von dem schlechten Zustand der Toiletten in einigen Schulen gesprochen. Sie meinte, dass man dahin doch mit Freude gehen sollte.
- Ist doch okay und in Ingolstadt schon lange kein Geheimnis mehr.
- Ja, nur gab es unruhige Zwischenrufe.
- Warum?
- Weil Einige sich an ihr Bedürfnis erinnert fühlten.
- Dass sie mal mussten?
- Ja. Das hat auch der OB so gesehen und die Pause auf 25 Minuten festgelegt. Wahrscheinlich dass alle, die mussten, auch konnten.
- Und nach dem Können?
- Dann haben sie weiter geabend.
- ? ? ?
- Es war ja schon dunkel, also Abend. So wie jetzt. Da kann man doch nicht mehr von tagen sprechen.
- Ein Whisky geht aber noch. Es ist zwar schon dunkel, aber noch nicht spät.
- Ja, ja, natürlich.
- Bedienung!
- Ja. Online.
- Wie bitte?
- Online, also per Computer, Live-Streaming auf Deutsch. Und das erst ab 17 Uhr.
- Da waren die Stadträte schon in Fahrt.
- Klar. Sie haben ja schon um 13 Uhr begonnen.
- Hast also nicht viel mitbekommen.
- Na ja. Bis 18:30 Uhr war schon was geboten.
- Zum Beispiel?
- Es ging um den Bauinvestitionsplan. Da haben sich einige zu Wort gemeldet. Und als der OB schon eine Pause in Aussicht gestellt hatte, meldete sich noch Frau Leininger von den Grünen zu Wort.
- Und?
- Sie hat alles mit ihren unfertigen, sympathischen Sätzen wiederholt, was ihre Vorredner gesagt haben. Und zum Schluss hat sie auch von dem schlechten Zustand der Toiletten in einigen Schulen gesprochen. Sie meinte, dass man dahin doch mit Freude gehen sollte.
- Ist doch okay und in Ingolstadt schon lange kein Geheimnis mehr.
- Ja, nur gab es unruhige Zwischenrufe.
- Warum?
- Weil Einige sich an ihr Bedürfnis erinnert fühlten.
- Dass sie mal mussten?
- Ja. Das hat auch der OB so gesehen und die Pause auf 25 Minuten festgelegt. Wahrscheinlich dass alle, die mussten, auch konnten.
- Und nach dem Können?
- Dann haben sie weiter geabend.
- ? ? ?
- Es war ja schon dunkel, also Abend. So wie jetzt. Da kann man doch nicht mehr von tagen sprechen.
- Ein Whisky geht aber noch. Es ist zwar schon dunkel, aber noch nicht spät.
- Ja, ja, natürlich.
- Bedienung!
Wenn Stadträte dürfen, wenn sie müssen, zeugt das von einer humanen und demokratischen Gesinnung im Stadtrat. Auch im Winter.
Anton Potche
Mittwoch, 13. September 2023
Seppi und Peppi unterhalten sich über einen neuen Bundestrainer
Seppi und Peppi sitzen vor dem Mohrenkopf und machen sich tiefenpsychologische Gedanken über die Ablöse von Hansi Flick.
- Was denkst du, wer wird es?
-
Der Watzke hat doch angeblich
den Uli schon
gefragt, ob er den Nagelsmann
aus seinem Vertrag bis 2026 entlässt. Und er hat den Uli auch
gefragt, ob der Nagelsmann gut ist.
- Und was hat der Uli gesagt?
- Ja, er ist gut.
- Warum haben sie ihn dann
weggejagt?
- Weil gut bei den Bayern vier
Steigerungsstufen hat?
- ???
- Gut, besser, am besten und
bayern-gut.
-
Aha. So schließt sich sprachlich ein Kreis. Und
der Nagelsmann war nur gut.
- Ja, da ist für bayern-gut noch
Luft nach oben.
- Aber für die Nationalmannschaft
würde gut gut genug sein?
- Ja. Das weiß auch der Watzke.
- Darum hat er wahrscheinlich gar
nicht nach bayern-gut gefragt.
-
Ja, klar, der ist ja nicht umsonst ein Fußballpsychologe.
- Wer, der Watzke oder der Uli?
- Na der Watzke.
- Und der Uli?
- Der auch.
- Also so ist das? Da wäre ich nie
dahinter gekommen.
- Macht nichts. Ich habe dir den
Sachverhalt gerne dargelegt.
- Danke. Dafür gebe ich gerne noch
einen aus. Bedienung!
Seppi und Peppi philosophieren in
der prallen Sonne. Warum nur spannen sie den Sonnenschirm an ihrem
Tisch nicht auf?
Anton Potche
Montag, 19. Dezember 2022
Seppi und Peppi reden über die WM
Seppi und Peppi sitzen vor einem
dampfenden, zucker- und sahnefreien Schwarzen im Mohrenkopf. Beide
sind in einer philosophisch angehauchten Stimmung.
- Wo warst du denn? Ich habe mir echt Sorgen um dich gemacht. Wie kann man so aus der Welt verschwinden? Und das im Zeitalter des Smartphones.
- Ging nicht.
- Was ging nicht?
- Das Abmelden.
- Wieso? Bei uns funktioniert doch noch alles.
- Ja, aber nicht dort.
- Wo dort?
- Auf Boykottanien.
- Wo liegt denn das?
- Ist ‘ne kleine Insel. Sie gehört dem irischen Güterverwalter Boycott.
- Wo genau ist das?
- Irgendwo zwischen Nord- und Südpol.
- Ah … ja! Und wie war‘s.
- Toll! Boykott total!
- Viele Touristen?
- Ja, nur Boykottler.
- Und was habt ihr boykottiert?
- Die WM.
- Ah … ja!
- Willst du noch einen Schwarzen?
- Nein. Lieber einen irischen Whisky. Aber doppelt.
- Denkst du, ich habe etwas verpasst?
- Eigentlich nicht viel. Außer einem guten Finale und viel geschwollenem Geplapper von einigen sogenannten Fußballexperten gab es nichts Bemerkenswertes.
Vielleicht sollte man Fußball doch lieber in normaler Hitze als in akklimatisierten Stadien spielen. Ein zu starker Luftzug könnte verheerende Auswirkungen auf so manches Gehirn haben.
Anton Potche
Montag, 19. September 2022
Seppi und Peppi sitzen im Café MOHRENKOPF und reden über Winnetou
Seppi und Peppi haben sich einen
anderen Treffpunkt gesucht: das Café MOHRENKOPF. Es liegt zentral
und nahe der Altstadtkinos.
- Warst du gestern?
- Ja.
- Und?
- Toll. Eigentlich wie immer. Nur halt noch im Werden, der kleine Winnetou. Ein echter Apache halt: ehrlich, edel, aufrecht, mitfühlend, gescheit, aber vor allem couragiert.
- Aber von Rassismus, Kolonialismus, Stereotypie und vor allem von kultureller Aneignung ist dir nichts aufgefallen?
- Was ist denn das für Schmarrn? Kulturelle Aneignung. Hab ich noch nie gehört.
- Das soll der Film angeblich alles dem Zuschauer vermitteln.
- Mann, ich habe mir Der junge Häuptling Winnetou angeschaut und nichts anderes. Einen Kinderfilm. Und dazu noch einen guten. Natürlich gibt‘s da auch Kitsch und Klischees. Aber von dem Zeug, von dem du da herumlaberst, habe ich nichts mitbekommen.
- Mal ganz langsam. Das habe nicht ich gesagt.
- Sondern?
- Andere ... gebildete Menschen … im Netz.
- Wo?
- Na in den sozialen Medien.
- Haben die den Film überhaupt gesehen?
- Weiß ich nicht. Davon gehe ich aus.
- Solltest du aber nicht, denn dort gibt es viel Erstunkenes und Erlogenes.
- Den Winnetou hat es doch auch nicht gegeben. Also ist er auch erlogen.
- Das ist ein Unterschied. Der ist erdacht. Hast du noch nie einen Winnetou-Film gesehen?
- Doch, vielleicht sogar alle, die auf den Romanen von Karl May basieren.
- Und?
- Gut.
- Warum kritisierst du sie dann?
- Tu ich doch nicht. Ich habe bloß gesagt, was die im Netz schreiben. Sei mal nicht so empfindlich. Komm, bestellen wir uns lieber einen Kaffee.
- Okay … Bedienung! Zweimal Kaffee bitte, aber schwarz und stark!
- Ja.
- Und?
- Toll. Eigentlich wie immer. Nur halt noch im Werden, der kleine Winnetou. Ein echter Apache halt: ehrlich, edel, aufrecht, mitfühlend, gescheit, aber vor allem couragiert.
- Aber von Rassismus, Kolonialismus, Stereotypie und vor allem von kultureller Aneignung ist dir nichts aufgefallen?
- Was ist denn das für Schmarrn? Kulturelle Aneignung. Hab ich noch nie gehört.
- Das soll der Film angeblich alles dem Zuschauer vermitteln.
- Mann, ich habe mir Der junge Häuptling Winnetou angeschaut und nichts anderes. Einen Kinderfilm. Und dazu noch einen guten. Natürlich gibt‘s da auch Kitsch und Klischees. Aber von dem Zeug, von dem du da herumlaberst, habe ich nichts mitbekommen.
- Mal ganz langsam. Das habe nicht ich gesagt.
- Sondern?
- Andere ... gebildete Menschen … im Netz.
- Wo?
- Na in den sozialen Medien.
- Haben die den Film überhaupt gesehen?
- Weiß ich nicht. Davon gehe ich aus.
- Solltest du aber nicht, denn dort gibt es viel Erstunkenes und Erlogenes.
- Den Winnetou hat es doch auch nicht gegeben. Also ist er auch erlogen.
- Das ist ein Unterschied. Der ist erdacht. Hast du noch nie einen Winnetou-Film gesehen?
- Doch, vielleicht sogar alle, die auf den Romanen von Karl May basieren.
- Und?
- Gut.
- Warum kritisierst du sie dann?
- Tu ich doch nicht. Ich habe bloß gesagt, was die im Netz schreiben. Sei mal nicht so empfindlich. Komm, bestellen wir uns lieber einen Kaffee.
- Okay … Bedienung! Zweimal Kaffee bitte, aber schwarz und stark!
Wir haben wieder mal einen heißen Sommer hinter uns. Da köchelt es noch in so manchen Hirnen.
Anton Potche
Montag, 16. Mai 2022
Seppi und Peppi reden über die große Politik
Es ist angenehm kühl im
Bahnhofscafé. Und man braucht keine Maske.
- Denkst du, der Scholz fährt zum Selinskyi?
- Niemals.
- Wieso?
- Weil der keinen Tisch hat wie Putin.
- Meinst du den Monstertisch?
- Ja. Lang, sehr lang.
- Warum braucht man den in der großen Politik?
- Der vermittelt Weite.
- ???
- Ja, du hast den Eindruck, du stehst auf dem Gipfel, am Kreuz, und siehst in der Ferne ein anderes Gipfelkreuz.
- Und das will Scholz?
- Ja. Wer das einmal erlebt hat, kommt nie mehr davon los. Du weißt schon: Der Berg ruft.
- Und der Scholz hat das beim Putin erlebt.
- Klar. Das hat doch die ganze Welt gesehen ... An dem langen Tisch … Und weit weg, irgendwo in der Ferne der Putin … Welch ein Ausblick … Mit Anblick!
- Ich verstehe. Gipfelkreuzausblickanblick.
- Traumhaft! Was muss das für ein Gefühl sein? Der Putin dort oben an dem Kreuz … auf dem Gipfel.
- Und der Ukrainer?
- Hat keinen Tisch ... keinen so langen. Das ist doch langweilig. Keine Landschaft und kein Horizont und kein Gipfel und kein Kreuz und kein Putin.
- Soll ich was bestellen?
- Ja, einen Whisky, UNO-Whisky. Heute mal nichts Russisches.
- Na gut. Bedienung!
Wir sind erst im Mai und schon steigen die Temperaturen an die 30°-Grenze. Da werden die Gehirne dampfen.
Anton Potche
Montag, 14. Februar 2022
Seppi und Peppi reden über Adolf und Wladimir
Seppi und Peppi sitzen in ihrem
Bahnhofscafé und machen sich Sorgen.
- Glaubst
du, dass er einmarschiert?
- Klar!
- Wieso bist du dir so sicher?
- Weil er gut in Geschichte war. Auch – oder besonders - in deutscher Geschichte.
- Reden wir überhaupt vom Gleichen? ... Ich meine Wladimir.
- Ich auch.
- Und was hat der mit der deutschen Geschichte zu tun? Denkst du, die Russen haben in ihren DDR-Kasernen deutsche Geschichtsbücher gelesen?
- Vielleicht. Auf jeden Fall scheint Wladimir sich etwas von Adolf abgeguckt zu haben.
- Und zwar?
- Die Zeit seiner nächsten Annexion.
- ??
- Denk mal nach. Wann hat Adolf das entmilitarisierte Rheinland besetzt?
- Wann?
- Nach den Olympischen Winterspielen 1936.
- Oh! Und alle haben zugeschaut?
- Ja, alle: Chamberlain und Daladier und … was weiß ich, wie die damals alle hießen. Und nach den Winterspielen 2014? Kannst du dich nicht mehr erinnern? Wir saßen hier und haben geschimpft … und uns einen hinter die Binde gestülpt.
- Oh ja! Die Annexion der Krim. Und alle haben zugeschaut … Wie lange dauern heuer die Olympischen Winterspiele?
- Ich glaube bis zum 20. Februar.
- Dann wird es Zeit.
- Wozu?
- Zum Vorrat bunkern. Klopapier und so.
- Vielleicht sollten wir mit einem russischen Wodka beginnen.
- Keine schlechte Idee. Bedienung, zwei Wodkas bitte, aber Gorbatschow … Uff!
- Wieso bist du dir so sicher?
- Weil er gut in Geschichte war. Auch – oder besonders - in deutscher Geschichte.
- Reden wir überhaupt vom Gleichen? ... Ich meine Wladimir.
- Ich auch.
- Und was hat der mit der deutschen Geschichte zu tun? Denkst du, die Russen haben in ihren DDR-Kasernen deutsche Geschichtsbücher gelesen?
- Vielleicht. Auf jeden Fall scheint Wladimir sich etwas von Adolf abgeguckt zu haben.
- Und zwar?
- Die Zeit seiner nächsten Annexion.
- ??
- Denk mal nach. Wann hat Adolf das entmilitarisierte Rheinland besetzt?
- Wann?
- Nach den Olympischen Winterspielen 1936.
- Oh! Und alle haben zugeschaut?
- Ja, alle: Chamberlain und Daladier und … was weiß ich, wie die damals alle hießen. Und nach den Winterspielen 2014? Kannst du dich nicht mehr erinnern? Wir saßen hier und haben geschimpft … und uns einen hinter die Binde gestülpt.
- Oh ja! Die Annexion der Krim. Und alle haben zugeschaut … Wie lange dauern heuer die Olympischen Winterspiele?
- Ich glaube bis zum 20. Februar.
- Dann wird es Zeit.
- Wozu?
- Zum Vorrat bunkern. Klopapier und so.
- Vielleicht sollten wir mit einem russischen Wodka beginnen.
- Keine schlechte Idee. Bedienung, zwei Wodkas bitte, aber Gorbatschow … Uff!
Das ist ein so verrückter
Ostwind. Will der heuer gar nicht mehr aufhören zu wehen?
Anton Potche
Montag, 22. November 2021
Seppi und Peppi reden über den Kulturbetrieb in Ingolstadt
Seppi und Peppi sitzen frisch
geimpft in ihrem endlich wieder geöffneten Bahnhofscafé.
- Endlich kümmert sich mal jemand um den Kulturkonsum der Bürger mit geringeren finanziellen Möglichkeiten …
- Schön!
- … und der Studenten …
- Gut!
- … und der Ingolstädter Bürger, die Wohngeld und Arbeitslosengeld II bekommen …
- Toll!
- Auch für Auszubildende und Schüler soll die Kultur erschwinglich werden.
- Endlich!
- Auch an junge Leute und Geringverdiener haben sie gedacht ...
- Genial!
- … und selbstverständlich auch an Schwerbehinderte.
- Logisch!
- Für alle gibt es Ermäßigungen. Es soll U30-Tickets geben und U27-Tickets und Last-Minute-Tickets und Standby-Tickets und, und, und …
- Und wer sind diese Kümmerer?
- Zwei SPD-Stadträte: der Quirin Witty und der Christian De Lapuente.
- Die haben ein soziales Kulturgewissen.
- Oder ein kulturelles Sozialgewissen.
- In Ingolstadt gibt es aber einen Mann, der hat beides.
- Wau!
- Ja, der Mann leitet die Kulturredaktion des DONAUKURIER und schreibt dort, dass man besonders die jungen Berufstätigen pflegen sollte – ja, pflegen, schreibt er –, weil sie sich keine teuren Abos leisten können und kein Geld haben, um die Babysitter zu bezahlen, während sie selber im Theater sitzen.
- Verrückt!
- Ja.
- Steht da auch etwas von den Rentnern?
- Nein.
- Das gibt‘s doch net.
- Tja, so is‘es un ned anders, würde der Alexander Metz jetz sagen.
- Wenn er den DONAUKURIER abonniert hätte.
- Hat er aber wahrscheinlich net.
- Was aber nicht heißt, dass wir nicht einen Doppelten vertragen könnten.
- Okay! Bedienung!
Der Herbstnebel hängt seit
Wochen über Ingolstadt. Und er scheint immer dichter zu werden.
Anton Potche
Montag, 7. Juni 2021
Seppi und Peppi unterhalten sich über die Gendertechnik
Seppi und Peppi sitzen in
einem Biergarten unweit des Bahnhofcafés.
- Gestern
hatte ich Gäste.
- Wen?
- Joachim und seine Frau.
- Das ist falsch.
- Was ist falsch?
- Joachim und seine Frau als Gäste zu bezeichnen.
- Wieso?
- Es ist gendertechnisch falsch.
- Und wie wäre es richtig?
- Ich hatte gestern Gäst-Doppelpunkt-innen oder ich hatte gestern Gäst-Sternchen-innen oder Gäst-Unterstrich-innen oder einfach nur GästInnen mit großem I.
- Aha! Aber alle vier können doch nicht richtig sein. Entweder Doppelpunkt oder Sternchen oder Unterstrich oder großes I.
- Stimmt. Das muss noch entschieden werden.
- Von wem?
- Vom Bundesverfassungsgericht.
- Ist das wirklich ein Verfassungsproblem?
- Na klar. Es geht doch um unsere Sprache. Und die muss verfassungsmäßig dicht sein: Doppelpunkt oder Sternchen oder Unterstrich oder großes I.
- Ist der Schutz der deutschen Sprache überhaupt im Grundgesetz festgeschrieben?
- Keine Ahnung. Dann sollen sie den Schutz einfach reinschreiben und klären ob Doppelpunkt, Sternchen, Unterstrich oder großes I oder ...
- Hast du heute schon etwas getrunken?
- Ja, schon. Warum?
- Weil du schon Sternchen siehst. Ich glaubʼ, da ist was angebrannt. Vielleicht sollten wir löschen ... Bedienung!
- Wen?
- Joachim und seine Frau.
- Das ist falsch.
- Was ist falsch?
- Joachim und seine Frau als Gäste zu bezeichnen.
- Wieso?
- Es ist gendertechnisch falsch.
- Und wie wäre es richtig?
- Ich hatte gestern Gäst-Doppelpunkt-innen oder ich hatte gestern Gäst-Sternchen-innen oder Gäst-Unterstrich-innen oder einfach nur GästInnen mit großem I.
- Aha! Aber alle vier können doch nicht richtig sein. Entweder Doppelpunkt oder Sternchen oder Unterstrich oder großes I.
- Stimmt. Das muss noch entschieden werden.
- Von wem?
- Vom Bundesverfassungsgericht.
- Ist das wirklich ein Verfassungsproblem?
- Na klar. Es geht doch um unsere Sprache. Und die muss verfassungsmäßig dicht sein: Doppelpunkt oder Sternchen oder Unterstrich oder großes I.
- Ist der Schutz der deutschen Sprache überhaupt im Grundgesetz festgeschrieben?
- Keine Ahnung. Dann sollen sie den Schutz einfach reinschreiben und klären ob Doppelpunkt, Sternchen, Unterstrich oder großes I oder ...
- Hast du heute schon etwas getrunken?
- Ja, schon. Warum?
- Weil du schon Sternchen siehst. Ich glaubʼ, da ist was angebrannt. Vielleicht sollten wir löschen ... Bedienung!
Sollte das Öffnen der
Außengastronomie doch keine so gute Idee gewesen sein? Der Sommer
kann noch lang und heiß werden. Ob das allen Hirnen so gut tun wird?
Anton Potche
Montag, 18. Januar 2021
Seppi und Peppi unterhalten sich über die Söder-Maske
Seppi und Peppi stehen, vor Kälte
zitternd, vor ihrem geschlossenen Bahnhofscafé.
- Hast du schon eine Söder-Maske?
- Nein, brauch ich auch keine.
- Das wird den Söder nicht interessieren. Verordnung ist Verordnung.
- Den interessiert auch meine Gesundheit nicht, sonst hätte er seine Maske nie ganz Bayern verordnet.
- Was redest du da für einen Schmarrn? Die sollen uns doch schützen, uns zwei, einer vor dem anderen, und den Söder vor uns und uns vor dem Söder.
- Das ist schon darum ungerecht, weil er uns verpflichten kann, seine Maske zu tragen und wir ihn nicht, seine Maske nicht zu tragen.
- Ist deine Argumentation nicht ein bisschen kompliziert.
- Mag sein. Es geht aber auch einfacher.
-Zum Beispiel?
- Die Söder-Maske ist gesundheitsschädlich.
- Wie kommst du da drauf?
- Ich gar nicht, aber andere, kompetente Leute. Sogar dem Söder sein Gesundheitsminister gibt das zu.
- Von wo weißt du das?
- Hier steht es in der Zeitung: „Diese Masken seien belastend und brächten haufenweise Risiken mit sich. Nicht umsonst sei im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben, nach zweistündigem Tragen eine Pause einzulegen.“
- Wie heißt denn der Verschwörungstheoretiker, der das behauptet?
- Andreas Podbielski. Und er ist Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universität Rostock.
- Hoch im Norden
- Stimmt. Und Söders neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gibt ihm recht. Tief im Süden.
- Das steht in der Zeitung? Ja, nur etwas verklausuliert.
- Zeig mal her … Aber da steht doch: „Nach Ansicht des Ministeriums sind die diskutierten Nachteile der FFP2-Masken nicht so relevant.“
- Und was heißt „nicht so relevant“?
- Dass sie schon relevant sind, nur halt „nicht so“.
- Gut gemacht. Schlauer Bursche. Aber les‘ nur weiter. Und laut, bitte.
- „Die aus der Arbeitswelt bekannte Begrenzung der Tragedauer und der erhöhte Atemwiderstand durch die Maske spielten daher nur eine untergeordnete Rolle.“
- Sehr gut. Und was heißt das?
- Ja, dass der Atemwiderstand schon eine Rolle spielt … nur halt „eine untergeordnete“.
- Bravo!
- Also meinst du …?
- Ja, das meine ich, diese Söder-Masken sind nur für den medizinischen Gebrauch gedacht und nicht für Seppis und Peppis.
- Und warum macht der Söder das dann mit uns?
- Weil auch der lupenreinste Demokrat mal zum Autokraten werden kann ... wenn er nur lange genug von je mehr Abnicktypen umgeben ist.
- Und von wo weißt du Schlaumeier das?
- Weil ich selber lange genug in einer Diktatur gelebt habe.
- Ah, ja. Hast du was zum Aufwärmen dabei?
- Ja, zwei Flachmänner.
Dieser Winter ist hart, sehr hart. Hoffentlich ersticken wir nicht unter den Lasten der Verordnungen.
Anton Potche
Mittwoch, 11. November 2020
Seppi und Peppi und der politische Widerspruch
Seppi und Peppi trinken vor ihrem
Bahnhofscafé einen Kaffee zum Mitnehmen.
- Jetzt geht‘s aber ans Sparen.
- Willst du dir ein neues Auto kaufen?
- Nein. Ich mein' im Rathaus … oder allgemein bei der Stadt.
- Wieso? Corona?
- Vielleicht auch das. Hast du heute noch keine Zeitung gelesen?
- Nein.
- Schau, da steht‘s geschrieben: „Scharpf fordert, Aufgaben und Prozesse kritisch zu hinterfragen – samt Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen.“
- Und das heißt?
- Einstellungsstopp. Es scheint eng zu werden mit sicheren Arbeitsplätzen. Die Stadt will sich auch von einigen seiner 56 Tochtergesellschaften trennen.
- Was, so viele Beteiligungen an Firmen hat Ingolstadt?
- Ja, und das sind entschieden zu viele.
- Findest du?
- Nicht nur ich. Auch Teile des Stadtrats.
- Und jetzt?
- Wird zuerst die Veranstaltungs-GmbH aufgelöst und ins Kulturamt integriert.
- Sind das die mit der Kunst und den Festen?
- Genau.
- Und die werden jetzt Kulturamt? Wie viele Leute sind das?
- 20.
- Und die werden jetzt Stadtangestellte.
- Ja, wenn sie wollen, steht in der Zeitung. Es tut sich halt immer was in der Politik. Im Stadtrat soll heute auch über die Stärkung des Umweltamtes diskutiert werden.
- Logisch. Das sieht doch jedes Kind, dass der Nebel sich seit Tagen nicht mehr von der Donau löst. Um das hinzukriegen brauchen wir bestimmt Personal. Oder kombiniere ich da schlecht.
- Bravo! Deine Logik ist bestechend. Von drei Vollzeitstellen und drei halben Stellen ist die Rede.
- Und das werden auch alle Stadtangestellte?
- Ja klar. Wenn der Stadtrat zustimmt.
- 26 also!
- Wie bitte?
- 20 + 6 = 26 neue Stellen bei der Stadt. Das nennt man hierzulande Einstellungsstopp oder weicher umschrieben „Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen“.
- Chapeau! Das hast du dir gemerkt?
- Ja klar. Nur kann ich Anforderung und Gestaltung schlecht zusammenhalten. Ich dachte immer Plus ist Plus und Minus ist Minus.
- Wie du siehst, nicht immer. Zumindest nicht in der Politik.
- Aber ist das kein Widerspruch?
- Ich sagte doch schon: nicht in der Politik.
- Hm. Da bekommt man ja echt Lust drauf.
- Willst du dir ein neues Auto kaufen?
- Nein. Ich mein' im Rathaus … oder allgemein bei der Stadt.
- Wieso? Corona?
- Vielleicht auch das. Hast du heute noch keine Zeitung gelesen?
- Nein.
- Schau, da steht‘s geschrieben: „Scharpf fordert, Aufgaben und Prozesse kritisch zu hinterfragen – samt Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen.“
- Und das heißt?
- Einstellungsstopp. Es scheint eng zu werden mit sicheren Arbeitsplätzen. Die Stadt will sich auch von einigen seiner 56 Tochtergesellschaften trennen.
- Was, so viele Beteiligungen an Firmen hat Ingolstadt?
- Ja, und das sind entschieden zu viele.
- Findest du?
- Nicht nur ich. Auch Teile des Stadtrats.
- Und jetzt?
- Wird zuerst die Veranstaltungs-GmbH aufgelöst und ins Kulturamt integriert.
- Sind das die mit der Kunst und den Festen?
- Genau.
- Und die werden jetzt Kulturamt? Wie viele Leute sind das?
- 20.
- Und die werden jetzt Stadtangestellte.
- Ja, wenn sie wollen, steht in der Zeitung. Es tut sich halt immer was in der Politik. Im Stadtrat soll heute auch über die Stärkung des Umweltamtes diskutiert werden.
- Logisch. Das sieht doch jedes Kind, dass der Nebel sich seit Tagen nicht mehr von der Donau löst. Um das hinzukriegen brauchen wir bestimmt Personal. Oder kombiniere ich da schlecht.
- Bravo! Deine Logik ist bestechend. Von drei Vollzeitstellen und drei halben Stellen ist die Rede.
- Und das werden auch alle Stadtangestellte?
- Ja klar. Wenn der Stadtrat zustimmt.
- 26 also!
- Wie bitte?
- 20 + 6 = 26 neue Stellen bei der Stadt. Das nennt man hierzulande Einstellungsstopp oder weicher umschrieben „Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen“.
- Chapeau! Das hast du dir gemerkt?
- Ja klar. Nur kann ich Anforderung und Gestaltung schlecht zusammenhalten. Ich dachte immer Plus ist Plus und Minus ist Minus.
- Wie du siehst, nicht immer. Zumindest nicht in der Politik.
- Aber ist das kein Widerspruch?
- Ich sagte doch schon: nicht in der Politik.
- Hm. Da bekommt man ja echt Lust drauf.
- Auf was?
- Politik
- Du kannst es ja mal versuchen. Meine Stimme hast du … Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du dich nicht benimmst wie dieses Trumpelstilzchen im Weißen Haus … Solltest du mal Bürgermeister in Ingolstadt werden ...
- Du kannst es ja mal versuchen. Meine Stimme hast du … Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du dich nicht benimmst wie dieses Trumpelstilzchen im Weißen Haus … Solltest du mal Bürgermeister in Ingolstadt werden ...
Wenn sich dieser Herbstnebel
nicht endlich mal hebt … wie soll man da Coronamenschen von
Nichtcoronamenschen erkennen?
Anton Potche
Montag, 4. Mai 2020
Seppi und Peppi unterhalten sich über Coronaschäden
Seppi und Peppi sitzen im
Park auf einer Bank … 1,5 m Abstand voneinander.
- Mir ist meine Gesundheit
lieber als ʼne Maske.
- Spinnst du jetzt? Das ist
Gesetz.
- Vom Söder.
- Von der bayerischen
Regierung.
- Damit ich gesund bleibe?
- Nein, vor allem damit die
anderen gesund bleiben. Schon mal was gehört von Solidarität?
- Aha, sterben fürs
Vaterland. Ja, könnte passen.
- Ja, sagʼ
mal. Was ist denn los mit dir?
- Ich wärʼ
fast verreckt beim Einkaufen. Habʼ
plötzlich keine Luft mehr bekommen. Und nichts mehr gesehen wegen der angelaufenen Brille. Hast du dir die Leute schon mal
angeschaut? Die haben plötzlich alle so schöne rote Backen.
-
Meinst du wegen Corona?
-
Schmarrn,
weil sie keine Luft kriegen unter diesen Söderfetzen.
-
Aber das machen doch jetzt alle.
-
Weil Corona alle verrückt macht. Besonders die Alten.
-
Wegen den Masken meinst du?
-
Nicht nur. Auch weil alles zu ist. Sogar die Banken.
-
Brauchst du Geld? Es gibt doch die Automaten.
-
Ich nicht, aber mein Nachbar. Der nimmt sein Geld immer an der Kasse.
-
Hat er keine Girokarte?
-
Doch, aber er hat keine Geheimzahl mehr und ist mit dem Geldautomaten
sowieso überfordert.
-
Ist er krank?
-
Nein, aber alt.
-
Wie alt?
-
95.
-
Und hat er jetzt kein Geld zum Leben?
-
Doch, wahrscheinlich mehr als wir zwei zusammen.
-
Wo liegt dann das Problem?
-
Er befürchtet, dass sein Geld jetzt verloren ist, wenn er es nicht
wie schon immer zum Monatsbeginn an der Kasse der Sparkassenfiliale
abhebt und zu Hause
in einer Schublade deponiert.
-
Musst ihm halt erklären, wie das mit einem Girokonto funktioniert.
-
Hab ich ja, aber er kapiert es nicht. Er stammt aus Osteuropa und
kennt es nicht anders. Früher: Lohn in der Tüte. Und jetzt: Sich die
Rente an der Kasse auszahlen lassen. Er glaubt sogar,
dass er seine Rente von der Sparkasse bekommt.
-
Und jetzt? Hat er Angst um seine monatlichen Einkommen?
-
Und wie!
-
Der Arme!
-
Ich habʼs
dann mit dem Schubladenprinzip probiert.
-
??
-
Ja, ich habʼ
ihm
erzählt,
dass jeder Kunde der Sparkasse dort in einem ganz großen Seif
im Keller eine
Schublade hat, wo sein Geld reinkommt, und
das dort für ihn aufbewahrt wird, bis die Bank für ihre Kunden
wieder öffnet. Also brauch er sich keine Sorgen machen. Auch
sein Geld liegt dort in
einer Schublade mit seinem Namen, genauso wie zu Hause.
-
Hm! Und hat er das kapiert?
-
Keine Ahnung! Ein bisschen komisch hat er schon geschaut.
-
Sollten wir vielleicht …
-
Ja, ich habe zwei Flachmänner dabei.
Was
ist denn das für ein Frühlingswetter? Corona scheint alles
auszutrocknen. Wirklich alles.
Anton Potche
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