Wenn von Kultur- und besonders
Literaturveranstaltungen die Rede ist, fällt oft der Name Katharina
Kilzer, die nach Jahrmarkter Brauch den Spitznahmen Bernads
Kathi trägt – was aber meistens nur Exjahrmarkter, also
ausgewanderte Banater Schwaben aus Jahrmarkt wissen. Am vergangenen
Mittwoch gab es wieder eine Gelegenheit, in der deutschen Sendung von
Radio Timișoara / Temeswar der bekannten
„Vorlesestimme“ von Katharina Kilzer zu
lauschen.
Mittwochs ist diese einstündige
deutsche Sendung von Temeswar in der Regel kulturellen Themen
vorenthalten. Das heißt für mich oft, dem runden Assistanten an
unserer Küchenwand um 19:00 Uhr MEZ den Befehl zu geben „Hey
Google … Radio Timișoara”. So auch
vorige Woche am 8. Juli. Zehn Minuten nach Sendebeginn hieß es
Kulturspiegel. „Die 36. Auflage der Deutschen Literaturtage
in Reschitza fand im Zeitraum 26. - 29. März in der deutschen
Bibliothek „Alexander Dietz“ statt. […] In den nächsten Wochen
empfangen Sie mittwochs Auszüge aus den Lesungen und
Buchpräsentationen innerhalb dieser 36. Auflage. Zum Auftakt der
Veranstaltung wurde das Zeitzeugenbuch Die Banater Deutschen
und ihre Geschichten vorgestellt,
mit Beiträgen von Katharina
Kilzer
und Smaranda
Vultur.
Hier die Aufzeichnung der Präsentation von Journalistin,
Übersetzerin und Herausgeberin Katharina
Kilzer.“ ... Soweit die Redakteurin
Hannelore
Neurohr.
Was
folgte, war ein interessanter Vortrag inklusive Lesung von Katharina
Kilzer,
die zuerst ihre Freude über die Teilnahme bei diesen Literaturtagen
bekundete, indem sie wörtlich sagte: „Ich freu’ mich, dass ich
wie jedes Jahr immer nach Reschitza kommen darf, es ist sehr schön
hier und ich genieße das. Wir kommen aus Temeswar.“ Die
mittlerweile im rumänischen und deutschen Literaturbetrieb bekannte
Literaturaktivistin schilderte zuerst die Entstehung dieses Buches
und las anschließend einen Text daraus vor.
In dem Buch kommt auch der
schon verstorbene Banater Bischof Sebastian
Kräuter
vor. Katharina
Kilzer
erinnert sich noch an ihn mit den Worten: „Einer der wichtigsten
Zeitzeugen ist Sebastian
Kräuter
aus Nitzkydorf. Er war der erste Bischof 1990 und er erzählt auf
mehr als 40 Seiten aus seinem Leben. Auch sehr interessant. Sebatian
Kräuter
war 45 Jahre lang Pfarrer in meinem Heimatdorf, in
Jahrmarkt, wo ich geboren
bin, also ich kenne ihn von klein auf als Kind und habe ihn in den
Religionsstunden erlebt. Er war ein sehr Gebildeter, er hatte die
größte Bibliothek des Dorfes und wenn wir etwas lesen wollten, gingen wir als Schüler zu ihm und durften uns immer in einem großen
Buch eintragen und die Bücher ausleihen. Also ich hab’ auch einige
persönliche Erinnerungen an ihn.“
Ja wann ich des gewisst hätt …
Ich moon des mit de Bicher … Awwer ob der gut Mann aah
Karl-May-Bicher ghat hat? … Jetz hun se sei Pharrhaus sowieso
abgeriss – mit odder oone de Karl May.
In dieser Sendung kam auch der
bekannte Kolumnist der ALLGEMEINE DEUTSCHEN ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN,
Werner Kremm, zu Wort. Er stammt aus Großsanktnikolaus
und lebt noch heute dort – ja sogar in seinem Geburtshaus. Er hat
zusammen mit Dietlinde Huhn und Anton Sterbling
das Buch Großsanktnikolaus – Stadt- und Kirchengeschichte
verfasst und voriges Jahr im Temeswarer Cosmopolitan Verlag
veröffentlicht. Kremm ist nicht nur ein guter Schriftsteller
und Zeitungsredakteur sondern auch ein guter Erzähler. Dem
entsprechend wurde auch seine Vorstellung des Buches mit spürbarem
Interesse von den Teilnehmern der deutschen Reschitzaer Literaturtage
verfolgt.
Heute und morgen ist die Sendung
noch über den Podcast
https://www.funkforum.net/audio/deutsch/?titel=3
empfangbar. Wer sich die Mühe zum Zuhören macht, wird wie ich kaum
von der Sendung enttäuscht sein und auch in den folgenden
Mittwochsausgaben der deutschen Sendung von Radio Temeswar zuhören.
Das geht mit der obigen www-Adresse auch am PC und nicht unbedingt
über so Hörspielzeuge wie ein Google-Asistant.
![]() |
| Deutsche Literaturtage in Reschitza Screenshot: Anton Potche |
Anton Potche

