Montag, 11. Oktober 2021

Wenn alte Männer sich erinnern

Manfred Winkler & Hans Bergel: Wir setzen das Gespräch fort …; Herausgegeben und mit einem Nachwort von Renate Windisch-Middendorf; Verlag Frank & Timme GmbH, Berlin, 2012; ISBN 978-3-86596-381-9; Hardcover, 353 Seiten; EUR 28,00.

Der Untertitel dieses Buches lautet: Briefwechsel eines Juden aus der Bukowina mit einem Deutschen aus Siebenbürgen. Bemerkenswert an diesem Austausch von Briefen ist nicht die Tatsache, dass ein Jude mit einem Deutschen zu
Rande kommt – schließlich liegt der Holocaust weit genug zurück -, sondern die Art der Kontaktaufnahme und der Korrespondenz. Wer schreibt im Zeitalter des Internets noch so lange Briefe, wo doch sogar Weihnachtskarten längst aus der Mode sind?

Es müssen zwei Menschen sein, die gerne schreiben und aus einer Zeit kommen, als noch der Postbote der einzige Nachrichtenüberbringer war. Also Schriftsteller, deren Lebensanfänge weit ins 20. Jahrhundert zurückreichen. Wahrlich, es handelt sich um den jüdischen Poeten Manfred Winkler und den siebenbürgischen Schriftsteller Hans Bergel. Winkler ist Jahrgang 1922
(2014) und Bergel Baujahr 1925. Zum Sonderbaren ihrer Korrespondenzaufnahme gehört das Datum: 1994. Da war der in Israel lebende Manfred Winkler 72 Jahre alt und sein neuer Brieffreund aus Deutschland immerhin auch schon 69. Und das, obwohl die zwei Männer sich in ihren besten Jahren schon mal im Jahre 1956 bei einem Schriftstellertreffen in Bukarest über den Weg gelaufen waren. Mehr als eine flüchtige Begegnung konnte das damals gar nicht gewesen sein, wo die beiden sich vorher doch gar nicht kannten.

Und jetzt? Wieso wundere ich mich ob dieser Merkwürdigkeit, wo ich doch im letzten Jahr gleich drei Anrufe von ehemaligen Schulkollegen aus Rumänien bekam, mit denen ich mein letztes Schuljahr 1972/73 – inklusive einer unvergesslichen, mehrtägigen Schulabschlussfahrt durch Siebenbürgen - verbracht habe? Immerhin ist das auch schon 48 Jahre her. Wohl dem, der sich seinen Erinnerungen, gleichwohl wie weit sie zurückführen, schamlos und freudig hingeben kann.

In diesem Buch ist ein solcher freudiger wie auch schmerzlicher Erinnerungsparcours zweier Literaten des 20. und Beginns des 21. Jahrhunderts festgehalten. In Briefen. Wieviel an Form und Inhalt mit den originellen Schriften nach ihrer Buchwerdung noch identisch ist, weiß man als Leser nie - wie auch bei anderen Publikationen dieses Genres. Was man aber mitbekommt, ist ein überaus großer Schatz an Gefühlen und Informationen aus den Biografien der Protagonisten sowie aus den Literaturbetrieben, in denen sie bis heute ihre literarischen Bedürfnisse ausleben.

Da wäre einmal die legendäre Literaturvielfalt deutsch schreibender jüdischer Autoren aus der Bukowina. Manfred Winkler fühlt sich dieser Literaturlandschaft zugehörig, eine Szene, die ihre Ableger in der ganzen Welt hat. In einem Brief von 1994 heißt es dazu: „Sooft ich aus Temeswar nach Bukarest kam, besuchte ich Sperber.“ Im gleichen Brief will Winkler von Bergel wissen: „Hast Du Kontakt mit Dieter Schlesak? Im Buch Geschäfte mit Odysseus schreibt er über seinen Aufenthalt in Israel. Er war mein Gast, damals der neuen Linken zugehörig, erinnere ich mich. Sein Buch enthält Aspekte, die nicht stimmen, die aber bei Euch scheinbar gerne so gelesen werden.“ Also, es geht auch ans Persönliche. Klar, wir sind in der Welt der schreibenden Zunft. Da funktionieren Abschottungen schlecht. Die Krake Literatur streckt ihre Fühler in alle Himmelsrichtungen aus.

Und dabei wird auch die Kunst der Analyse bemüht. Mit interessanten Einschätzungen des jüdischen Dichters: „Aufschlussreich erscheint mir, dass die Bukarester Bukowiner-Gruppe ebenfalls geteilt werden kann: Sperber, Kittner, Weissglas, Rosenkranz als die Traditionellen, Celan, Ausländer, Gong als die Modernen.“ Und im gleichen Brief (24. September 1994): „Dank dafür, wie Du Dich für Sperber einsetzt – den Riesen mit dem kindlichen Lächeln und feinen Humor. Er wurde schon während der Fünfzigerjahre aus Temeswar angegriffen, z. B. von Franz Liebhard. Ich könnte viel über die Hintergründe sagen.“

An Hintergrundwissen reich ist natürlich auch Bergels Biografie, besonders seine rumänischen Jahre, bestückt mit Prozessen und Einkerkerungen. Ein streitbares Wesen steckt in dieser physisch beeindruckenden und geistig mit vielen Talenten beschenkten Gestalt: Sprache, Musik, bildende Kunst. Interessant ist, dass Briefe mit diesem profunden (Hintergrund)Wissen fast nicht vorkommen, obwohl es sie gibt. Das klingt in Winklers Antworten an. Hat Bergel sich durch das Nichtveröffentlichen dieser Briefe vor der deutschen Justiz schützen wollen? Schließlich ist die vorliegende Briefsammlung erst 2012 erschienen, da war bereits deutsches Recht über einige rumäniendeutsche Spitzelgeschichten gesprochen. Keine besonders rühmliche deutsche Justizgeschichte ... wenn ich mich gut erinnere, würde Sam Hawkens sagen.

Umso schöner heißt es dann in einem Brief Bergels über den „Erlkönig“ (September 1998): „Überhaupt machte mir erst Schuberts Musik die ganze gespenstische Dramatik der acht Strophen des Goethe-Gedichtes bis ins Letzte spürbar. Keine Arie des Belcanto reicht an sie heran. Du kannst sie Dir von Donizettis Lucia die Lammermoor über Verdis La Traviata bis hin zu Puccinis La Bohéme alle anhören und wirst mich bestätigen. Ich weiß, wovon ich spreche: Vier Jahre saß ich im Orchestergraben und spielte sie als Cellist alle (ohne auch nur eine missen zu wollen!)“. Und irgendwie empfand ich es dann sogar als ein erhebendes Gefühl, als ich in einem in München von dem Siebenbürger Sachsen verfassten Brief vom 18. November 2000 las: „Mir war aus den Jahren vor der Verhaftung als eine der stärksten Lektüren Der stille Don Scholochows - mit den ebenso unvergesslichen wie unvergleichlichen Grigorij Melechov und Aksinja – in Erinnerung.“ (Dieser Satz trieb mich an mein Bücherregal. Mein Der stille Don ist jüngeren Datums: Verlag Volk und Welt, Berlin, 1966; 13. Auflage, 1984, vier Bände zu 426, 414, 456 und 521 Seiten; Vol. I – IV Lei 160. Es war mein letzter Bücherkauf in einer rumänischen Buchhandlung. Und Grigorij und Aksinja? Ja, sie leben auch Tausend Kilometer westwärts weiter.)

Es wird viel über Literatur im Allgemeinen und über Lyrik (Winkler) und Prosa (Bergel) im Besonderen in den Briefen geschrieben. Auch übers Übersetzen kann man die eine oder andere Anmerkung finden. Und immer wieder stößt man auf den roten Faden bei beiden: die schon so weit zurückliegende Vergangenheit.

Und dann sind da noch diese verbitterten Zeilen des ohne den erhofften Weltruhm gealterten Schriftstellers Hans Bergel. Auch Enttäuschungen können vor Selbstbewusstsein – oder sollte es sogar Selbstüberschätzung sein? - strotzen: „Zum Ruhme der bundesdeutschen Literaturrezeption sei noch vermeldet, dass sie keinerlei Notiz nahm von der Wiederkehr der Wölfe – mit Sicherheit der wichtigste Roman des Jahres in diesem Land.“ (15. Dezember 2006). Gemeint ist mit dem Land Deutschland … und mit dem Roman sein eigener. (Ironie? Sarkasmus?)

Erwähnenswert der Brief Bergels vom 1. Dezember 2010. Ein Offenbarungseid. Warum hat Hans Bergel den angedachten Aufsatz mit dem Titel Warum ich aus meinen Securitate-Akten kein Buch mache nie geschrieben? Dieser Brief gibt Aufschluss und man möchte ihn am liebsten ganz abschreiben. Um sich ein Bild machen zu können, will ich zwei Sätze zitieren: „Dass eine Person als IM (Informeller Mitarbeiter) in den Akten auftaucht, besagt unter dem Aspekt moralischer Abwägung noch nichts, erst was sie der Securitate an Information lieferte, fällt ins Gewicht.“ Nicht alles, was in Securitateakten vermerkt ist, entspricht der Wahrheit. Daher liegt für Einsichtnehmer in der „Papiergläubigkeit eine weitere Fußangel für jeden, der sich auf diese Materie einlässt; es ist für Außenseiter gefährlich, das Terrain zu betreten.“

In der Tat handelt es sich hier um eine Materie, die nicht wenige Kontroversen hervorgerufen hat und letztendlich auch dazu führte, dass dieser Briefwechsel in Buchform nicht nur Zustimmung bei verschiedenen Personen gefunden hat. Ich habe diese Briefe als Bereicherung empfunden. Es kann ja manchmal auch gut sein, wenn man Fakten nicht auf jedes Detail überprüfen kann.

Anton Potche

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Johannis – der Stratege?

Die politische Situation in Rumänien ist alles andere als stabil. Besonders die Sachverhalte in den zwei Regierungsparteien PNL und USR-PLUS sind von Spannungen geladen. In beiden Gruppen fanden in der 38. Kalenderwoche Wahlen statt. Schon im Vorfeld hatte USR-PLUS seine Minister aus der Regierung abgezogen. Die Tonangeber in dieser Partei verlangen den Rückzug des Premierministers Florin Cîțu (PNL). Der Liberale denkt aber gar nicht daran, seinen Posten zu räumen.

Die seit 2019 bestehende Gruppierung USR-PLUS (Union Rettet Rumänien – Partei Freiheit, Einigkeit und Solidarität) wird angeführt von Dan Barna (USR) und Dacian Cioloș (PLUS). Beide haben ihren Hut in den Ring für einen ab nun einzigen Vorsitzenden geworfen. Die Wahl fand online statt und führte in eine Stichwahl, die am 2. und 3. Oktober wieder online abgehalten wurde. Beim ersten Wahlgang sah das Ergebnis wie folgt aus: Dacian Cioloș - 46% (15.111 Stimmen), Dan Barna - 43,9% (14.404 Stimmen), Irineu Ambrozie Darău – 10,1% (3.300 Stimmen.) 32.815 Mitglieder des Parteienbündnisses hatten an der Wahl teilgenommen. Heikel war eigentlich bei diesem Urnengang, dass die Vereinigung durch eine Absorption (absorbție) von PLUS in die USR stattfinden sollte. Das war seit einem gemeinsamen Kongress der zwei Gruppierungen am 15. August eine beschlossene Sache. Jetzt hatte man aber nach dem ersten Wahlgang die Situation, dass der erfahrene Europapolitiker Cioloș (zurzeit Vorsitzender der Parlamentariergruppe Renew Europe im Europäischen Parlament) mit einem leichten Vorsprung in die Stichwahl ging, obwohl er der kleinere Partner in dieser zur Einheitspartei reifenden Zweier-Gruppierung war.

Das Resultat der Stichwahl stand am Abend des 2. Oktober 2021 fest: Dacian Cioloș - 19.603 Stimmen, Dan Barna - 18.908 Stimmen. Und schon einen Tag später wurde die Vereinigung der beiden politischen Gruppierungen zur Partei USR vollzogen. Parteivorsitzender ist Dacian Cioloș. Er war von November 2015 bis Januar 2017 Premierminister Rumäniens – übrigens eingesetzt von Präsident Johannis als Leiter eines Technokratenkabinetts, wo die politischen Parteien doch wieder mal kläglich versagt hatten.

In der gleichen Woche (38), nur einen Tag später, hielten die Nationalliberalen (PNL) ihren Parteitag ab. Mit Vorstandswahlen. Und das war brisant, tobte doch schon seit Wochen ein erbitterter Kampf um den Posten des Parteivorsitzenden zwischen dem Amtsinhaber Ludovic Orban (Ex-Premier und Vorsitzender der Abgeordnetenkammer) und dem aktuellen Regierungschef Florin Cîțu. 5000 PNListen waren nach Bukarest gekommen ... um einen neuen Parteivorsitzenden auf den Thron zu heben oder den alten in seinem Amt zu bestätigen. Cîțu hat die Wahl mit 2.878 zu 1.898 Stimmen gewonnen. Orban legte sein Amt des Parlamentspräsidenten nieder und kein einziger seiner PNL-Mitstreiter wurde ins neue Präsidium der Partei gewählt. Entweder – oder. Alles – oder nichts.

Nach diesem Motto lief auch der Kongress ab. Obwohl die zwei Kandidaten sich in ihren Bewerbungsansprachen nicht gegenseitig verunglimpften, war die Atmosphäre in der Bukarester Kongresshalle aufgeheizt. Buhrufe, Pfiffe, Akklamationen u.s.w. In Fußballstadien geht es manchmal gesitteter zu. Die Reden der Kontrahenten waren völlig substanzlos. Orban gab sich noch einigermaßen ministrabel, aber Cîțu hatte nichts zu bieten. Keine Spur von einer staatspolitischen Verantwortung für Rumänien. Nur vor Selbstlob triefende Phrasen im Stil von „Wir sind die Besten ... Wir sind PNL“. Das Land steht vor einem Covid-Kollabs. Die Krankenhäuser und das medizinische sowie pflegerische Personal stoßen längst an ihre Grenzen. Das hat keinen der beiden interessiert. Wichtig war ihnen bei diesem Kongress nur eins: die Macht.

Und man höre und staune, es gab noch einen dritten Protagonisten: Klaus Johannis (rum.: Iohannis), seines Zeichens Präsident Rumäniens. Wer bei seinem Auftritt gerade draußen bei einem Mici (Grillwürstchen) mit Senf und Bier weilte – dafür war bei einem PNL-Volksfest natürlich ausreichend gesorgt -, hatte nichts versäumt, denn das, was der Staatspräsident von sich gab, war nur bedingt staatstragender, als die Reden der zwei Streithähne Orban und Cîțu. Der höchste Mann im Staate war auch nicht gekommen, um Streit zu schlichten, sondern um Öl ins Feuer zu gießen. Er gab Sätze von sich wie: „Diese Regierung muss weiter machen, denn es gibt keinen realen Grund, dass der Premier abgesetzt wird oder demissioniert. Mehr noch, wenn der Premier und die liberalen Minister von allen Seiten angegriffen werden, müsste die gesamte PNL Solidarität zeigen und sie mit aller Kraft unterstützen. Die Sabotage aus den eigen Reihen der Partei ist unverständlich.“ Eine klarere Parteinahme für Cîțu kann es ja wohl nicht geben.

Und dann kam noch der Schlussspurt des Klaus Johannis: „Ich glaube, Rumänien könnte ein Jahrzehnt lang eine rechte Regierung haben. [...] Ich habe Vertrauen, dass die Partnerschaft, die ich vor vielen Jahren mit der PNL eingegangen bin, fortgesetzt und Rumänien viele Vorteile bringen wird. Ich bin zuversichtlich, dass die Zukunft eine gute für die Nationalliberale Partei sein und die Regierung gut geführt werden wird - von den Liberalen, die wissen werden, wie man ein Exekutiv, beschäftigt mit momentanen Provokationen, aber auch mit der mittel-und langfristigen Entwicklung Rumäniens, unterstützt. Sie können auf mich bei der Anwendung des Programms, für das die Rumänen uns ihr Vertrauen und ihre Unterstützung geschenkt haben, setzen, ein Programm, das als Erstes einem normalen Rumänien, ohne Skandale und fruchtlosen Auseinandersetzungen und vielmehr mit organischem Wachstum, verpflichtet ist.

Das klingt doch sehr nach einer Parteitagsrede eines Kandidaten für den Chefposten dieser politischen Gruppierung. Man muss sich nur den Werdegang Klaus Johannis’ ansehen, um daraus Spekulationen über das strategische Denken dieses Mannes anstellen zu können. Er betrat die Politik durch eine Seitentür, um nicht zu sagen, durch die Hintertür. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien hat ihm diese Tür geöffnet, die dann im Jahre 2000 für das Bürgermeisteramt in Hermannstadt / Sibiu offenstand. Und das nicht nur spaltenbreit, sondern weit, mit 69 Prozent der Stimmen. 2013 begann der steile Aufstieg des Siebenbürger Sachsen Klaus Johannis in der politischen Landschaft Rumäniens mit seiner Wahl zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalliberalen Partei (PNL). Beim Parteitag der PNL am 28. Juni 2014 wurde er deren Vorsitzender. Seit dem 21. Dezember 2014 darf er sich Präsident aller Rumänen nennen. Das ist er heute noch und wird es voraussichtlich auch bis zum Ende seines zweiten Mandats (2024) bleiben.

Und dann? Diese Frage wird Klaus Johannis sich mit großer Wahrscheinlichkeit stellen. Dann ist er 65 Jahre alt. Für einen Politprofi ist das noch kein Rentenalter. Eine dritte Präsidentschaft gibt es laut Verfassung für ihn nicht – vorausgesetzt er greift nicht zu Putin-Methoden. Aber ein Premierminister-Posten wäre ja auch nicht verkehrt. (Sind wir nicht schon wieder bei Putin?) Wie auch immer, dafür müssen die Weichen rechtzeitig gestellt werden. Und dazu braucht man eine gute Strategie. An der scheint Rumäniens Präsident zurzeit zu arbeiten. Ob der ihm am Vortag der Deutschen Einheit in Aachen verliehene Karls-Preis vielleicht zumindest als Imagebonus helfen wird, muss sich dann zeigen.

Es gibt allerdings zwischen den in seiner rumänischen Heimat um die Macht ringenden bisherigen Koalitionspartnern PNL und USR einen kleinen aber feinen Unterschied, der bei den zwei kürzlich abgehaltenen Kongressen deutlich wurde: Cîțu hat seinem Widersacher Orban und dessen Unterstützer keinen einzigen Posten im Präsidium der PNL gegönnt, während in der von Cioloș präsidierten USR-Führungsriege mehr Mitstreiter Barnas vertreten sind als ehemalige PLUS-Mitglieder. Moral. Anstand. Politische Kultur ... Wer sich wie jetzt Klaus Werner Johannis in eine Liste mit so klangvollen Namen wie Konrad Adenauer, Winston Churchill, Robert Schumann, Walter Scheel, Henry Kissinger, Gyla Horn, Václav Havel u. a. einreihen darf, sollte sich schon mal über einen Wertekanon Gedanken machen, den er eventuell der Suche nach einem politischen Partner für die Zukunft zugrunde legen kann.

Anton Potche

Donnerstag, 30. September 2021

September 2021 – Giarmata in den Medien

Ruga in Giarmata
aus PrimăriaGiarmata  – FACEBOOK; Giarmata / Jahrmarkt; 06.09.2021
Die Ruga heißt jetzt auch noch „Zilele Comunei Giarmata”, also „Tage der Gemeinde Giarmata”. Und wenn Giarmata seine Tage hat, sieht das so aus:
- Ort – Freibad-Zone, Freitag, 10. September, 18:00 Uhr, Andreea Voica, Daniele Condurache und Ioan Surdu werden mit Liebe und Leidenschaft für die Anwesenden singen.
- Die Ensembles Sânzene Bănățene aus der Gemeinde Giarmata und Flori de Măr aus Curtești, Botoșani, werden die Schönheit des Volkstanzes vorführen. Der deutsche Tanz wird von der Gruppe Hidden Rosé aus Biled, Timiș, in Szene gesetzt.
- Es begleitet die Instrumentalgruppe Pro Datina, geleitet von Adrian Scorobete.
- Wir erwarten Sie bei uns!
- Veranstalter: Rathaus und Gemeinderat Giarmata und der Verein Pro Datina.
+ + + Wann Corona rumm is, fahre mer aah uf die rumänisch Kerwei in Johrmark, hot mei bessri Hälft mer versproch. Awwer ob ich des noch glaawe soll. + + +
 
Bilder von der Ruga in Giarmata
aus PrimăriaGiarmata – FACEBOOK; Giarmata / Jahrmarkt; 12.09.2021
 

FotoQuelle: FACEBOOK-Giarmata

Auf FACEBOOK gibt es noch viele Eindrücke von dem Dorffest in Giarmata – auch ein Video. 
+ + + Ich moon, die Mäd hun vergess ehre Unnerreck onzuziehe. + + +

Streit um Ausbau der Kreisstraße DJ
aus OpiniaTimișoarei, Timişoara / Temeswar, 17.09.2000
Die Auftraggeber sind mit dem Lauf der Arbeiten an der Kreisstraße DJ 691 zwischen Dumbrăvița und Giarmata nicht zufrieden. Sie drohen mit der Aufhebung des Vertrages, obwohl das den Verlust der Finanzierung zur Folge haben könnte. Der Vorsitzende des Kreisrats, Alin Nica, kritisiert auch die Verwaltung der Stadt Timișoara, die eigentlich die Strommasten für den Trolleybus in Dumbrăvița versetzen lassen müsste. Auch da rührt sich nichts.
 
Technocer im Visier
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar, 17.09.2021
Technocer heißt die Tiefbaufirma die bei den Ausbauarbeiten an der Kreisstraße bei Giarmata immer mehr in einen nur schwer aufzuholenden Rückstau gerät. Die Firma soll angeblich schon zahlungsunfähig sein. Sie ist dazu auch noch in andere große Straßenbauprojekte im Kreis Timiș involviert. Alin Nica versucht ein Politikum aus der Geschichte zu machen und bringt die gegenwärtige Regierungskrise in Bukarest ins Spiel.
+ + + Das klingt alles sehr unbeholfen, was der Kreisratsvorsitzende zur Situation zu sagen hat. + + +
 
Neue Ausstattung für die freiwillige Feuerwehr
aus ObservatorDeTimiș.ro, Timișoara, 17.09.2021
Das bereits 2017 gestartete grenzübergreifende Projekt
FotoQuelle: www.observatordetimis.ro
zur Ausstattung der Feuerwehr in Giarmata wurde jetzt erfolgreich abgeschlossen. Die investierte Summe beträgt 1.466.758 Euro. Die Fahrzeuge und Werkzeuge für Giarmata kosteten über 800.000 Euro. Der Rest der Summe wurde in der serbischen Partnerstadt  Bor investiert. Die angeschafften Gerätschaften sind nicht nur zur Feuerbekämpfung sondern auch zum Einsatz bei Naturkatastrophen und sogar bei Reinigungsmaßnahmen im Ort gedacht. Auf der Webseite gibt es auch eine Fotostrecke und ein Video (ca. 8 Minuten) zu diesem für Giarmata erfreulichen Ereignis. Zurzeit gibt es in der Gemeinde laut Bürgermeister Claudiu Mihălceanu 15 freiwillige Feuerwehrleute – welchen Geschlechts sagt er in dem Video nicht.
+ + + Die ehemaliche Johrmarker Feierwehrmänner werre die Nachricht mit Nostalgie ufholle un an ehre scheeni aldi Zeit denke. Die hot selmols so ausgschaut: https://www.youtube.com/watch?v=0fn-wge0W0c&list=PL78329E2DD4CB913D&index=13  + + +
 
Sitzung Nr. 1
aus PrimăriaGiarmata – FACEBOOK; Giarmata / Jahrmarkt; 23.09.2021
- Der Haushalt für den 3. Trimester 2021 kann aus verschiedenen Quellen um 263.000 Lei aufgestockt werden.
- Zwei Häuser im Gemeindebesitz müssten auf dem schnellsten Weg repariert werden. Ein Gemeinderat hat vorgeschlagen, eine Liste mit allen Häusern im Besitz der Gemeinde, die größere Verfallserscheinungen aufweisen, aufzustellen. Es scheint Handlungsbedarf in dieser Richtung zu bestehen.
- Giarmata und Cerneteaz haben mehrere Sportclubs. Man denkt im Rathaus darüber nach, alle Clubs in einem großen Gemeindesportverein zusammenzuführen.
+ + + Was an dieser Sitzung „außerordentlich”, wie vom Bürgermeister einberufen, war, leuchtet mir nicht ein. Nach 31 Minuten war die ZOOM-Veranstaltung beendet. + + +
 
Heimpleite
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 23.09.2021
Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 10. Spieltag
CS Millenium Giarmata – CSM Lugoj  0:3  
Tabellenplatz: 13 CS Millenium Giarmata  11
 
Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 25.09.2021
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 7. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz Timișul Șag 2  4:1
Tabelle: 4 Unirea Cerneteaz  14
 
Sitzung Nr. 2
aus PrimăriaGiarmata – FACEBOOK; Giarmata / Jahrmarkt; 29.09.2021
- Die Online-Gemeinderatssitzung am 29. September, 11 Uhr, hatte zwei Tagesordnungspunkte: Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung und Verteilung von Geldern, die kürzlich von ANAF – Agenția Națională de Administrare Fiscală / Nationale Agentur für Finanzverwaltung - (991.000 Lei) und dem Kreisrat Timiș (61.000 Lei) in die Gemeindekasse gespült wurden. Während das Geld vom Kreisrat projektbezogen für den Erhalt der Kommunalstraßen eingesetzt werden muss, konnte das Geld vom Staat nach Bedarf verteilt werden. Es wird in Schulen, am Kulturheim und für Arbeiten an der Wasserleitung eingesetzt. Der größte Brocken (404.000 Lei) soll aber für die Arbeiten am Prinz-Eugen-Brunnen Verwendung finden.
+ + + Diese Sitzung musste dringend einberufen werden, weil sonst die Gelder von ANAF nicht geflossen wären. Darum handelte es sich dieses Mal um eine „Dringlichkeitssitzung“ (ședință de îndată). + + +

Sitzung Nr. 3
aus PrimăriaGiarmata – FACEBOOK; Giarmata / Jahrmarkt; 30.09.2021
- Um 16:00 Uhr (15:00 Uhr deutsche Zeit) hat die Sitzung begonnen. Um 16:08 Uhr lagen sie sich in den Haaren: Ex-Bürgermeister Virgil Bunescu und Bürgermeister Claudiu Mihălceanu. Es ging weniger um die Sache als viel mehr um Formalitäten. So gesehen, ein normaler Auftakt.
- 20 Tagesordnungspunkte.
- Die meisten Themen betrafen Grundstücksprobleme.
- Auch das leidige Thema Kommunalbetriebe wurde intensiv diskutiert.
- Die neue Kapelle am Oberen Friedhof ist sanierungsbedürftig, obwohl sie erst vor wenigen Jahren errichtet wurde.
- Laut Bürgermeister Mihălceanu ist die Pandemie-Situation in Giarmata besorgniserregend: 29 Personen infiziert, 25 in Quarantäne, 3 im Spital. Die Infektionsrate liegt zwischen 5 und 6. 
+ + + Uff! Das war die dritte Gemeinderatssitzung im Monat September – real, aber schön mit Masken. Und sie war „ordentlich“, also eine "ședință ordinară". + + +

Montag, 20. September 2021

Gui Nacht

 - Gedicht im Johrmarker Dialekt -


Die Sunn brennt uf de Gewl,

Die Ros im Hof is wellich,

De alt Linneboom is nemmi.

Mer wär liewer, es wär newlich.


Die Glocke sin schun lang verstummt,

Die Zeit steht still im Kercheturm.

E Fremder dreht die Gasse rum:

Alles leer, verloss un stumm.


Im Grawe leit e frissni Tracht,

Die Krotte jammre ohne Kraft.

Forrwas hun ich mich uf de Wech gemach?

Jetz soon aah bei uns die Fichs Gui Nacht.



[Uf der Schanz, 1991]

Berns Toni


Worterklärungen: Gewl = Giebel, wellich = welk, 

Krotte = Kröten, Fichs = Füchse, forrwas = warum


Lesung uf YouTube