Samstag, 31. Oktober 2026

Oktober 2026 - Giarmata in den Medien

 
Ärztliche Untersuchung
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 01.10.2026
Das Rathaus in Giarmata gibt bekannt, dass für den nächsten Tag im Kulturheim von Cerneteaz Darmkrebsuntersuchungen für Personen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren sowie Vorsorgeuntersuchungen auf Lebererkrankungen für Personen ab 18 Jahre durchgeführt werden. Die Untersuchungen sind kostenlos.

Start în Divizia A – Start in der A-Liga . . .,
aus ClaudiuMihălceanu – FACEBOOK, Giarmata / Jahrmarkt, 02.10.2026
. . . aber nicht die Fußballer, sondern … die Handballerinnen. Dazu schreibt Giarmatas Bürgermeister Claudiu Mihălceanu auf FACEBOOK: „Jetzt beginnt die wahre Herausforderung, das erste Heimspiel in der A-Liga gegen CSM Oradea. Die Handballerinnen brauchen unser aller Unterstützung auf der Tribüne. Kommt, zeigen wir den Mädels, was es heißt, zuhause in Giarmata zu spielen! Ich erwarte euch am Samstag um 17 Uhr in der Sporthalle, um sie zu unterstützen und Atmosphäre zu kreieren!“
+ + + Schad, dass ich nemmi dort sin. Ich hätt sogar bei Basfliglhorn ausgegrabt un Attack geblos. Die A-Liga is eigentlich die zwatt rumänisch Liga. + + +

Zukunftsverkehr
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 08.10.2026
Das Rathaus Temeswar hat eine Studie zur Analyse des Verkehrs im Munizipium und den dazu gehörenden Ortschaften der Metropolitanzone in Auftrag gegeben. Ungefähr 2000 Einwohner aus den Ortschaften Becicherecu Mic, Bucovăț, Dudeștii Noi, Dumbrăvița, Ghiroda, Giarmata, Giroc, Moșnița Nouă, Orțișoara, Parța, Pișchia, Remetea Mare, Săcălaz, Șag, Sânandrei und Sânmihaiu Român sollen befragt werden. Die Fragen beziehen sich auf das Jahrzehnt 2035 – 2045. Die Studie kostet 1,75 Millionen Lei und wird vom 12. Oktober bis zum 12. November 2026 durchgeführt. 
+ + + Des gebt e echti Schau in die Zukunft. Ich sin jetz schun neigeerich, wie die Leit sich ehre Verkehr in un um die Stadt vorstelle. Wohn un Pheer gebts noo bestimmt kooni meh. + + +

Eine traurige Geschichte
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 13.10.2026
(Es war am 11. Oktober. Ich saß um 18 Uhr vor dem Fernseher und schaute mir wie jeden Tag die Nachrichten auf TVRi (TELEVIZIUNEA ROMÂNĂ Internațional) an. Eine mit Handy aufgenommene Szene zeigte bei einer Kurznachricht sich prügelnde Zuschauer in einer Sporthalle während eines Juniorinnen-Handballspiels. Die übermittelte Nachricht sollte das schlechte Beispiel, das Eltern während einer Sportveranstaltung für ihre Kinder abgaben, zeigen. Erst zwei Tage später konnte ich auf SportTim.ro einen ausführlichen Bericht über das Vorgefallene lesen. Der (nicht genannte) Autor stieg gleich ohne Umschweife in die Problematik des Handballs im Kreis Temesch ein: „Der Temescher Handball hat sich am vergangenen Sonntag total lächerlich gemacht in einem typisch rumänischen Fall, der bereits landesweit zur Gewohnheit wurde. Auf der Haupttribüne der Sporthalle mit dem im Handball legendären Namen Constantin Jude haben Eltern der Mädchenmannschaften eine Schlägerei ausgetragen. Ein ganz gewöhnliches Meisterschaftsspiel von Mädchen im zarten Alter der gymnasialen Juniorinnengruppe 3 (13 & 14 Jahre alt) artete in eine Box-Gala der schlechtesten Qualität vor den Schülerinnen von LPS Banatul und CSC Millenium Giarmata, die ihren Augen nicht trauten, aus. Die Mädchen spürten aber, dass sie Opfer des Landesprojekts »du hast sie genau so, wie du sie erziehst« wurden. Der Vorfall kam auf den Tisch der Disziplinarkommission des Rumänischen Handballverbandes und es gab drastische Sanktionen für die Schiedsrichter, Delegierte und … die Mannschaften.
+ + + Warum die Mädchen aber gleich 21 Spiele nicht zuhause antreten dürfen, will mir nicht einleuchten, wo die erwachsenen Protagonisten auf dem Spielfeld doch nur mit je drei Etappen Sperre davonkamen … Und die Raufbolde? Die waren ja in den Nachrichten. Das dürfte Ruhm und Ehre genug sein. + + +

Krise in der Automobilindustrie erreicht Giarmata
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 14.10.2026
Der Zulieferer Valio hat auch in Rumänien zwei Standorte – in Mioveni und Giarmata. Christophe Perillat, Generaldirektor der Valio-Gruppe, verlangt von der EU „strengere Regeln bei der Herstellung von Fahrzeugkomponenten in Europa“. Er stellt sich eine europäische Initiative vor, die ihre Produkte unter dem Label „Made in Europe“ produziert und vermarktet. Perillat erläutert, dass die Auslastung der Automobil- und Zulieferwerke in den 27 EU-Staaten zurzeit bei 75% liegt und eine noch kleinere Marge bis zu 70% angestrebt wird. Der Direktor hält fest, dass jeder fallende Prozentsatz bis zu 15.000 Arbeitsplätzen kosten kann. In den kommenden 5 bis 10 Jahren, könnten sogar bis zu 600.000 Arbeitsplätze verloren gehen, sagt der Valio-Chef. Zum Schluss heißt es in dem ausführlichen Bericht: „Für Rumänien kann die Entwicklung der europäischen Situation die Bedingungen für die Autofabriken und -zulieferer beeinflussen. Die gefassten Beschlüsse werden entscheidend für die Teilefertigung sein und bestimmen, in welchem Grad die Produktion in Europa unter der Schutzmarke »Made in Europe« existieren kann.“
+ + + Von der Lage in den zwei rumänischen Werken, wird in dem Artikel nichts berichtet. + + +

Sammlung pflanzlicher Reste
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 23.10.2026
Das Rathaus Giarmata gibt bekannt, dass die Bürger in Giarmata und Cerneteaz ihre pflanzlichen Gartenabfälle zur Abholung oder Abgabe (das ist nicht präzisiert) bereit halten können. In Giarmata beginnt die Sammlung am 28. Oktober und endet am 11. Dezember. In Cerneteaz dauert die Sammlung vom 14. bis zum 21. Dezember.
+ + + Asso, Leit macht eier Gärter scheen! Wann ich uf Bsuch kumm, will ich nicks zu staleere hun. + + +

Hattrick
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 24.10.2026
Fußball – D-Liga – Timiș / Temesch - 10. Spieltag
AS FC Unirea Jimbolia - CSC Millenium Giarmata 0:4 (0:1)
Torschützen: Caius Marta (Min. 17) und Bogdan Moroșan (Min. 40, 69, 84).
Tabellenplatz: 7 CS Millenium Giarmata 17
+ + + Bogdan Moroșan führt die Torschützenliste mit 14 Toren aus 10 Spielen an. + + +

Torreich
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 25.10.2026
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 10. Spieltag
CSC Avântul Jamu Mare - CS Unirea Cerneteaz 3:4 (2:3)
Tabellenplatz: 9 Unirea Cerneteaz 15

Müllhalden am Straßenrand
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 26.10.2026 
Leser von TION.ro haben sich an die Internetplattform gewendet und mitgeteilt, dass entlang einiger Kreisstraßen wahre Müllhalden liegen. Besonders zwischen Giarmata und Pișchia ist die Situation unerfreulich. Auch der Kreisrat vertritt die Meinung, dass die Montage von Überwachungskameras eine Lösung sein könnte, wenn das Problem rechtlich und finanziell lösbar ist.

TERRA România in Giarmata angesiedelt
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 28.10.2026
TERRA România ist eine Vertriebsfirma von Bau- und Industriemaschinen. Der Ableger der österreichischen Firma TERRA Holding hat jetzt in Giarmata eine neue Niederlassung eröffnet. Um die 2,7 Millionen Euro hat die Mutterfirma hier investiert. Der Leiter von TERRA România, Victor Vasluian, hat zu dem Projekt erklärt: „Der Bedarf an Baumaschinen ist im Westen des Landes dank der Investitionen in die Infrastruktur, Logistik und Industriemaßnahmen nach wie vor groß.“ 

Gemeinderatssitzung
aus PrimăriaGiarmata - FACEBOOK, Giarmata / Jahrmarkt, 29.10.2020
- Am 29. Oktober fand die standesgemäße Gemeinderatssitzung statt. Alle 15 Räte waren anwesend (online & offline) – nur der Bürgermeister war nicht dabei. Seinen Sitzplatz hatte der Vizebürgermeister Alexandru Bronți eingenommen.
- Es drehte sich wie so oft viel um Grundstücke, meistens um Teilungen.
- Die wirtschaftliche Not in Rumänien beginnt sich auf die Kommunen auszuwirken. Das Organigramm des Bürgermeisters muss bis zum 1. Januar 2027 umgestaltet sein. Von den 52 Arbeitsplätzen im Rathaus sollen noch 43 bleiben. Bei der Polizei wird eine Stelle gestrichen. Der Direktor des ortseigenen Sportclubs verliert seine Stelle als Angestellter des Rathauses.
- Die Pentekostalkirche „Alpha“ hat um eine Hilfe von 121.000 Lei angesucht. Für die „școala duminicală”, wie es im Tagesordnungspunkt heißt.
- Das Gesetz 15/2003 weckt noch immer Interesse bei jungen, bauwilligen Personen. Auf der Wartungsliste sind zurzeit 300 Interessenten eingetragen. 
- Bei einem Tagesordnungspunkt wurde der Abriss von sechs Immobilien diskutiert. In drei Monaten sollen die Bauten verschwunden sein. Die Abrissfirma soll dafür 1.247.622,10 bekommen. Ex-Bürgermeister Bunescu hat diesen Preis beanstandet: „Viel zu teuer – exorbitant. Die Summe nähert sich dem Preis der Demolierung des Dan-Păltinișanu-Stadions – eine sinnlose Verschwendung.“
- Es gab auch eine Wahl von zwei Gemeinderäten in den Verwaltungsrat der Gymnasialschule. Weil die bisherigen Räte dort gute Arbeit geleistet haben, wurden sie wieder gewählt: Luca Bota und Lucian Gligor. Altbürgermeister Virgil Bunescu hat auch seinen Parteikollegen Andrei Berta (PSD) vorgeschlagen. Der hatte aber keinen Bock. 
- Auch Haushaltsänderungen standen auf der Tagesordnung. Gemeinderätin Lenuța Tiuch hat sich die Mühe gemacht, die einzelnen Änderungsposten vorzulesen. Die größte Summe in dieser langen Liste war eine Bereitstellung für den Abbau der Gebäude der ehemaligen IAS: 1.115.000 Lei.

Erweiterung der Firma Hexing in Giarmata
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 30.10.2026
Die chinesische Firma Hexing hat ihre Niederlassung in Giarmata ausgebaut. Das Ziel ist, ein europäisches Zentrum für die Reparatur von Livoltekprodukten aufzubauen. Livoltek, auch eine chinesische Firma, produziert Solarphotovoltaikanlagen wie etwa Batterieserien, EV-Ladegeräte, Solarstraßenlaternen und vieles mehr. Der erweiterte Hexing-Stützpunkt wird folgende Aufgaben haben: „Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten nach dem Verkauf, Vorführungen und Produkttests, Fachausbildung für die Monteure.“ Xiong Huazhen, der Leiter von Hexing Technologies Europe, hat bei der Übernahme der neuen Aufgaben erklärt: „Die Entwicklung dieses Betätigungsfeldes ist ein neuer Schritt in unserem Engagement für Rumänien und den europäischen Markt.“ In der Giarmataer Niederlassung wird zu diesem Zweck auch ein Livoltek Demo Center in Betrieb gehen.
+ + + Mehr als die Fusion zweier chinesischer Betriebe in Giarmata ist das alles nicht. … Wahnsinn, was es aus unsrem Johrmark alles gewwe hot. Un des ohne mei Wenichkeit. Wie is denn so etwas meeglich? + + +
Anton Potche

Montag, 19. Oktober 2026

Rumäniendeutsche Literatur in der Akademie Mitteleuropa e.V.

 
Die Akademie Mitteleuropa e.V. teilt in einem Newsletter mit, dass in der Bildungs- und Begegnungsstätte Der Heiligenhof, Bad Kissingen vom 6. bis zum 8 November 2026 ein Literaturseminar mit der Überschrift „Distelfelder – Zeiten des Herbstes“ / Gedichte und Literaturreflexionen rumäniendeutscher Autorinnen und Autoren stattfinden wird. In den letzten Jahren wurden schon mehrere ähnliche Veranstaltungen im Heiligenhof abgehalten. Jetzt soll eine Blumenlese mit Gedichten in Vorbereitung sein, deren Entstehung einer vom Heiligenhof ausgehenden Initiative zu verdanken ist.

Referieren und lesen werden folgende Seminarteilnehmer Astrid Ziegler, Anton Sterbling, Ilse Hehn, Horst Samson, Dagmar Dusil, Katharina S. Eismann, Edith Ottschofski, Yvonne Hergane und Traian Pop Traian. Zusätzlich wird auch eine Bildinstallation von Bogdan M. Dascălu und Hans Rothgerber gezeigt. Anhand ihrer Werkauszüge werden noch folgende Dichter in Lesungen berücksichtigt: Hellmut Seiler, Albert Bohn und Johann Lippet. Die Themen „Heimat, Abschied, Sehnsucht, Liebe“ und „Mundartgedichte“ sollen an diesen drei Literaturtagen auch Vortragszeit bekommen.

Weitere Details zum Verlauf des Seminars findet man unter den Kontaktdaten:
"Der Heiligenhof"
Alte Euerdorfer Straße 1
97688 Bad Kissingen
Tel.: 0971/7147-0
Fax: 0971/7147-47
Mobil: 0170/5338972
E-mail: hoertler@heiligenhof.de
www.heiligenhof.de 

Anton Potche

Montag, 12. Oktober 2026

Jahrmarkt vor 100 Jahren - 1926 (3)

* * *

Die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG hat am 19. Januar 1926 eine Liste mit Reserveoffizieren der rumänischen Armee veröffentlicht. Genannt wird auch „Johann Alexander Koch in Jahrmarkt: Leutnant beim Eisenbahner=Regiment“. Ob der Mann sich „in“ Jahrmarkt als Reserveoffizier bereithalten musste oder nur aus Jahrmarkt stammte und für Einsätze beim Eisenbahner=Regiment vorgesehen war, kann man der kurzen Mitteilung nicht entnehmen. 

Am 13. Februar vor hundert Jahren veröffentlichte die BDZ die Namen der „Wahlpräsides“ für die im Komitat Temesch=Torontal bevorstehenden Gemeindewahlen. Die „Wahlpräsidenten“ wurden „unter Leitung des Gerichtshofpräsidenten Dr. Timotheus Radi ausgelost. Die Wahlpräsidenten mussten aus einer jeweils anderen Ortschaft kommen. Für Jahrmarkt wurde Franz Matyas aus Neupetsch ausgelost.

Am 27. April 1926 veröffentlichte die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG aus Temeswar einen Artikel über eine Fahrt von „12 Banater Bauernsöhnen ins Deutsche Reich, um die eingeleitete Austauschaktion zu verwirklichen“. Die Gruppe stand unter der Aufsicht des Sekretärs des Schwäbischen Landwirtschaftsvereins Johann Wendel. Es gab auch einen Gegenbesuch von 12 deutschen Jünglingen im Banat. Auch in Jahrmarkt war ein Junge - aus Sachsen - untergebracht. Zum Schluss heißt es in dem Zeitungsartikel: „Daß die deutschen Bauernsöhne in allen Banater Gemeinden mit der größten Herzlichkeit empfangen wurden, braucht nicht gesagt zu werden. Die Dauer des Austausches währt 6 Monate.“ 
In der gleichen Zeitung heißt es auf einer anderen Seite: „Soldatengrüße aus Bessarabien. Viele Grüße an alle ihre Verwandten und Bekannten im Banat senden aus dem Augenspital in Kischenew (Bessarabien) […]“. Genannt werden 37 Namen. Unter ihnen auch Jakob Tomansky aus Jahrmarkt. Den Leserbrief hat Johann Habschied „im Namen der deutschen Jugend“ geschrieben.

Artillerie-Schießübungen. So der Titel einer kurzen Information in der BANATER DEUTSCHEN ZEITUNG vom 31. Juli 1926 mit dem Inhalt: „Das Kommando der 1. Artillerie=Brigade macht die Einwohner von Jahrmarkt und den Nachbargemeinden aufmerksam, daß an den Tagen 13., 14., 15., 16., 17., 18., und 20. September in der Umgebung von Jahrmarkt Schießübungen mit scharfen Geschoßen abgehalten werde.“ Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Schießstätte zu meiden.

Die BDZ berichtete am 24. August vor hundert Jahren von einer ziemlich umfassenden Polizeirazzia „am Josefstädter Bahnhof“ in Temeswar. „Einigen schwäbischen Maurern von Bruckenau, Jahrmarkt usw., die mit der Bahn nach Hause wollten, ging es ebenfalls so.“ 200 Personen wurden zur Präfektur gebracht und später nach Hause entlassen. Sie alle hatten keinen Ausweis bei sich. Den eigentlichen Grund der Razzia blieb Polizeidirektor Mihailescu der Presse schuldig.

Unmenschliche Verprügelung eines schwäbischen Dienstmädchens durch die Sankt=Andreaser Gendarmerie titelte die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG am 7. Oktober 1926. Die Zeitung hat dem Artikel noch fettgedruckte Inserts vorangestellt: Empörte Passagiere und Eisenbahnbedienstete am Josefstädter Bahnhof entreißen das mißhandelte Dienstmädchen den Händen des Gendarmen – Der Stationschef verständigt die Rettungsgesellschaft, die das arme Mädchen ins Spital führt – Was Therese Steier, die Mißhandelte, erzählt – Anzeige der Spitalsleitung an die Staatsanwaltschaft. Das 23 Jahre alte Mädchen wurde schon in Sanktandreas aufs Gröbste mißhandelt, in diesem Zustand nach Temeswar gebracht, um voraussichtlich wieder mit dem Zug nach Sanktandreas zurückgebracht zu werden. Der Verlauf der ganzen Geschichte ist unerhört. Dabei hätte Jahrmarkt eine positive Rolle spielen können. Doch es kam ganz anders, als das Dienstmädchen Therese Steier es sich gewünscht hatte. In der Zeitung kann man dazu lesen: „Gewöhnlich im Sommer haben die Mägde keinen Posten, weil die Herrschaften in die Bäder oder aufs Land fahren. So war es auch mit der Therese Steier. Sie und ihre postenlose Freundin Marie Pfeifer aus Darowa beschlossen, aufs Dorf hinauszufahren und dort Kukuruz zu brechen.“ Sie fuhren nach Sanktandreas und arbeiteten dort beim Landwirt Peter Papernik, als sie erfuhren, dass „der Jahrmarkter Notär ein Dienstmädchen suche“. Therese Steier wollte sich beim Notär verdingen, kam aber nicht dazu, denn der Landwirt Papernik tauchte überraschend in Jahrmarkt auf, um dem Mädchen mitzuteilen, dass sein Nachbar Josef Reiß sie des Diebstahls von „zwei Paar Ohrgehängen“ beschuldigt. Therese Steier fuhr mit dem Bauer zurück nach Sanktandreas und was folgte, endet im ausführlichen Bericht der DBZ mit dem Fazit, „wie die Sanktandreser Gendarmerie zu verhören pflegt – mit dem Ochsenziemer und der Faust.“

Männer, die ihren Militärdienst absolviert oder schon Kriegseinsätze überlebt hatten, waren noch längst nicht aus den Augen der Militärbehörde verschwunden. Man konnte in der BDZ vom 28. Oktober 1926 unter dem Titel Wann finden die Kontrollversammlungen statt lesen: „Wir meldeten bereits, dass mit dem 1. Nov. die Vidierung des Militärbüchleins der in den Jahren 1878 bis 1900 geborenen Männer (Reservisten, gewesene Kriegsgefangene, Enthobene, frühere Invalide, die bei der letzten Ueberprüfung für Militär= oder Hilfsdienst tauglich befunden wurden), ferner die Ueberprüfung der Enthebungen beginnen werden.“ Es folgt eine lange Liste von Orten und Datums, wo und wann die Kontrollversammlungen stattfanden. Die im „Zentralstuhlbezirk wohnenden Männer“ mussten sich in „Temesvar, Elisabethstadt, im Michelsschen (früher Novotny) Gasthause“ melden – die Csernegyhaser am 11. und 12. November und die betroffenen Jahrmarkter vom 16. bis 19. November.

In der Silvesterausgabe (31.12.1926) der BANATER DEUTSCHE ZEITUNG von Temeswar konnte man folgenden Artikel, den ich hier in Gänze wiedergeben werde, lesen. „Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in Jahrmarkt. Nacheinander werden jetzt in den Banater Gemeinden die freiwilligen Feuerwehren gegründet. Die allerjüngste freiwillige Feuerwehrinstitution ist jene in der Gemeinde Jahrmarkt. Wie man uns von dort berichtet, wurde dort vor kurzem die Gründung ausgesprochen und im Beisein des Bezirksinspektors der Banater freiwilligen Feuerwehr Nikolaus Heim aus Temesvar an die Wahl der Funktionäre und wirkenden Mitglieder geschritten. Es wurden gewählt: Notär Peter Eichert, Kommandant; Matthias Schuld, Kommandant=Stellvertreter; Paul Seel, Kassier; Josef Balics, Sekretär und Nikolaus Flock, Requisitenmeister. Gleichzeitig wurden auch 14 Unteroffiziere gewählt. Daß die Gründung zustande kam, ist in erster Linie dem gewählten Kommandanten Peter Eichert, der nun die notwendigen weiteren organisatorischen Arbeiten in die Hand nahm, zu verdanken.“
(Zu diesem Thema kann man im 1983 in Osthofen von der HOG Jahrmarkt veröffentlichten Buch Jahrmarkt im Banat – Das Dorf rings um den Großen Brunnen »Prinz-Eugen-Brunnen« - Erinnerungen an unsere Heimatgemeinde lesen: „Auch die Freiwillige Feuerwehr, die 1892 gegründet worden war, 1927 neugegründet wurde, durfte 1949 wieder ihre Tätigkeit aufnehmen.“ Also wurde die Jahrmarkter Feuerwehr wahrscheinlich im Dezember 1926 und nicht 1927 zum zweiten Mal gegründet.)

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Anton Potche

Mittwoch, 30. September 2026

September 2026 – Giarmata in den Medien

 
Ruga Timișoarei în Parcul Rozelor – Temeswarer Kerweih im Rosenpark
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 08.09.2026
Am 15. September beginnt im Temeswarer Rosenpark die „Ruga Timișoarei”. Gefeiert wird dieses Fest jedes Jahr am „Sfântul Iosif cel Nou de la Partoș“ (Heilige Josef der Neue von Partoș). Diese „Kerweih“ findet mehrere Tage lang statt und vereint viele „Volkstumsgruppen sowie junge und bewährte Interpreten des Banater Liedgutes“. Aus Giarmata wird das Ensemble Sânziene Bănățene auf der Bühne im Rosenpark auftreten.
+ + + E scheenes Fest winscht de Berns Toni! - De deitsch Josefi war in Johrmark immer am 19. März. Do hot awwer ka Kerweih sein därfe, weil Fastezeit war. No hun die deitsche Johrmarker immer an Phingste Kerweih gfeiert. Des is aah schun e klooni Ewigkeit her. + + +

Katharina Kilzer bei den Deutschen Literaturtagen in Reschitza
aus Radio Timișora - Deutsche Sendung, Timişoara / Temeswar; 09.09.2026
Im März dieses Jahres fanden in Reschitza zum sechsundddreißigsten Mal die Deutschen Literaturtage statt. Die Deutsche Sendung von Radio Temeswar hat Aufzeichnungen von dieser Literaturveranstaltung gemacht. Auch die aus Jahrmarkt / Giarmata stammende Journalistin Katharina Kilzer war damals in Reschitza dabei. Jetzt hat der Temeswarer Sender die Tonaufnahme von Katharina Kilzers Beitrag gesendet. Die literaturbeflissene Exjahrmarkterin hat ihren Vortrag in zwei geteilt: Zuerst hat sie Industriefotos gezeigt, die Erhard Berwanger in den 80er Jahren in Reschitza gemacht hat, und danach hat sie von ihrem Buch, das sie zusammen mit Anita Maurer geschrieben hat, erzählt. Darin dreht sich alles um Temeswarer Geschichten und Legenden, aber besonders um historische Gebäude, Paläste, Brücken Brunnen, Parks, die Bega, Kirchen und Denkmäler, Persönlichkeiten, Zeitungen, Straßen, Cafés u. a. Dass Katharina Kilzer in ihrem Reschitzaer Beitrag auch vom Temeswarer Pressewesen sprach, wird bei der ehemaligen FAZ-Mitarbeiterin wohl niemand verwundern. 
+ + + Fotos von Erhard Berwanger kann man hier sehen: Erhard A. Berwanger - Photo Essay – Galleries und Katharina Kilzers Vortrag  hier: https://www.facebook.com/reel/2185310108895355 . + + +

Ruga in Giarmata
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 10.09.2026
Vom 4. bis zum 8. September haben die Bürger von Giarmata ihre Ruga (also Kirchweihfest zu deutschen Zeiten) gefeiert. Das Internetportal ZIUA de VEST veröffentlichte seinen Beitrag zu dieser Veranstaltung mit dem Titel: „Ruga și Zilele Comunei Giarmata au adus împreună muzica modernă, etno-rockul și tradițiile folclorice”. Also vereinte das Fest moderne und traditionelle Musik- und Tanzdarbietungen. „Tausende Menschen“ sollen heuer die Ruga besucht haben. Das Medium hat seinen ausführlichen Artikel wie folgt beendet: „Die Veranstaltungen gingen am Dienstag, den 8. September, in einem festlichen Akt zu Ende, als die Gemeinschaft von Giarmata, geleitet von Bürgermeister Claudiu Mihălceanu den religiösen Feiertag »Die Geburt der Mutter Gottes« (auch »Kleine Heilige Maria« genannt), also Patroziniumsfest der ortseigenen Kirche, feierte. Die Bürger haben sich zum Gebet für Frieden, Gesundheit und Wohlstand der Gemeinde getroffen, wobei der spirituelle Akt die gefestigte Gemeinschaft dieser Ortschaft an ihrem wichtigsten Feiertag bekräftigte.“
+ + + Scheen! Wann uf ’s Johr noch die Original Egerländer Musikante dazu kumme, noo werre Vergangenheit, Gegenwart un Zukunft zammkumme. Wann … jo wann ... Uf jede Fall hot mer jemand vun so etwas verzählt. + + +

Heimpleite
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 12.09.2026
Fußball – D-Liga – Timiș / Temesch - 4. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – Universitatea de Vest din Timișoara  1:2 (0:2)
Torschützen: Alexandru Popovici (Min. 46) für die Gastgeber bzw. Mario Petruș (Min. 22) und Adrian Vlădic (Min. 32).
Aufstellung CSC Millenium: Ciprian Badea (Jahrgang 2000), Rudolf Lutsch (1986), Ioan Mera (1987), Sorin Oneţ (1992), Lucian Şiel (2005), Andrei Drăgulescu (2010), Alex Popovici (2001), Sebastian Stoica (1998), Vasile Dzitac (1990), Caius Marta (1994) und Bogdan Moroşan, (1992).
Trainer: Mihai Vida
Eingewechselt wurden Eduard Zele (1993), Gabriel Gînju (1997), Eduard Babela (2007). Nicht zum Eissatz kamen die Reservespieler Felix Pop, Vali Şofronea, Gabriel Iordan, Dragoş Coroiu und Andrei Orban. 
Tabellenplatz: 10  CSC Millenium Giarmata  4

Straßenreparaturen
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 16.09.2026
Das Rathaus Giarmata gibt bekannt, dass „in diesen Tagen Reparaturarbeiten“ am Straßenbelag in Giarmata und Cerneteaz vorgenommen werden. Die Arbeiten wurden notwendig, um die Qualität des Straßenbelags in gutem Zustand zu erhalten und auch um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
+ + + Aufgerissene Straßen sind immer ein Beweis dafür, dass die Kommune noch Geld im Säckel hat. + + +

Sturm auf die Insekten
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 23.09.2026
In Giarmata und Cerneteaz war für den 23. September wieder eine Desinfektionskur für die zwei Ortschaften angesagt. Schon zum sechsten Mal heuer.
+ + + In der Rubrik für die Kommentare fragt Ion Ionel: „Gibt es noch Stechmücken oder von welchen Unannehmlichkeitsinsekten (insecte de disconfort) ist die Rede?“ … Und Banatean gibt zu Bedenken: „Ho ma, der Winter ist da.“ + + +

Kostenlose Entsorgung
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 24.09.2026
Die Firmen RETIM und ADID Timiș organisieren für Temeswar und die umliegenden Ortschaften der Zone 1 eine kostenlose Altkleidersammlung vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember. Die Bewohner aus Giarmata und Cerneteaz können ihre gebrauchten Textilien am 10. Dezember von 11:00 bis 18:00 Uhr im Gemeindezentrum abgeben.
+ + + Nichts Neues, aber trotzdem gut. + + +

Ball für die Senioren
aus BanatulAzi.ro, Timişoara / Temeswar; 26.09.2026
FotoQuelle: BanatulAzi.ro
Am 18. Oktober beginnt um 18:00 Uhr in der Giarmataer Sporthalle der Seniorenball für die älteren Damen und Herren aus Giarmata und Cerneteaz. Die Veranstaltung hat seit Jahren Tradition in den zwei verwaltungsmäßig zusammengehörenden Ortschaften. Es treten wie jedes Jahr bekannte Künstler aus der Unterhaltungsbranche auf und eine Tombola ist auch vorgesehen. Die Einladungen können ab dem 28. September im Rathaus Giarmata abgeholt werden.

Na ja ...
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 26.09.2026
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 6. Spieltag
ACS Unirea Banloc - CS Unirea Cerneteaz  4:2
Tabellenplatz: 10  Unirea Cerneteaz  6
+ + + De Zorner schein ’s net gut zu gehn ... Awwer de Johrmarker net vill besser. + + +

Anton Potche