Montag, 23. November 2020

Verschwörungstheoretiker haben Hochkonjunktur

Es gibt sie wahrscheinlich schon so lange, wie es denkende und fantasierende Menschen gibt: die Verschwörungstheoretiker. Noch nie hatten sie es aber so leicht wie heute, ihre erfundenen oder übernommenen und noch ein bisschen ausgeschmückten Geschichten als Wahrheit an den Mann & die Frau zu bringen. Das Medienzeitalter wird auch als Zeitalter der Verschwörungstheorien in die Geschichte eingehen. Und wenn man so über dieses Gesellschaftsphänomen nachdenkt, muss sich der eine oder andere eingestehen, dass auch er schon solchen Märchenerzählern auf den Leim gegangen ist oder zumindest nahe dabei war, zu glauben, was so spannend, aber bei genauem Hinsehen doch nur bedingt glaubwürdig daherkam.

Ich habe kürzlich im SPIEGEL ein Interview, das die Journalisten Jörg Diehl und Wolf Wiedmann-Schmidt mit dem Chef des Hamburger Verfassungsschutzes Torsten Voß geführt haben, gelesen. Die Journalisten brachten auch die Anhänger der QAnon-Bewegung ins Gespräch, die sich „auf den Demos tummeln“ und Verschwörungstheorien verbreiten, „wonach Politiker Kinder entführen und aus ihrem Blut ein Verjüngungselixier herstellen.“ Die Antwort des Beamten bezog sich auf einen nicht bewiesenen aber möglichen Einfluss solcher absurden Theorien (eingeschleppt aus Amerika) auf den Rechtsextremismus. Er spricht von „einer Art Einstiegsdroge“ in die rechtsradikale Szene.

Ich erinnerte mich beim Lesen dieses Interviews an mein Leben in Rumänien - unter Ceaușescu und seiner Kamarilla. Sie war nicht besonders beliebt, die „glorreiche Eiche aus Scorniceștialias „Titan der Titanen”, wie seine Hofpoeten ihn besangen. Aber Verschwörungstheoretiker hatten ihm den Nimbus der Unsterblichkeit verpasst. Es zirkulierten damals in den 1980er Jahren im fast elektrisch-stromlosen Rumänien die verrücktesten Geschichten über den kommunistischen Diktator. Dazu gehörte auch die Horrorerzählung mit den in Kinderheimen gezüchteten Kindern, denen das Blut abgezapft wurde, um es dem „Genie der Karpaten“ zwecks Alterungsbremse einzuspritzen.

Vielleicht war ja doch was dran! Darum musste man ihn mit seiner Frau, die wahrscheinlich auch mit Kinderblut geimpft war, erschießen. Sonst würden die zwei heute noch leben. Sicher ist schon mal, dass eine Verschwörungstheorie kein Alleinstellungsmerkmal für demonstrationslustige Demokratiebürger ist, sondern auch in Diktaturen eine ergiebige Zutat für Gerüchteküchen sein kann.

Anton Potche

Montag, 16. November 2020

Kopfkissenunterlage für die Erinnerung

 Walter Engel & Walter Tonța (Hg.): Die Banater deutschen Mundarten – Charakteristiken, Erforschung und Mundartliteratur; Beiträge der 52. Kulturtagung in Sindelfingen – 5./6. November 2016; Landsmannschaft der Banater Schwaben – Landesverband Baden-Württemberg, Stuttgart, 2017; ISBN 978-3-00-055922-8; 135 Seiten; EURO 12,00.

„Mei Bett hat ke Gstell, / Mei Gstell hat ke Bett. / Doch wüßt ich nit enen, / Derʼs lustiger hett.“ (aus J. W. Goethe: Gedichte; Gondrom Verlag, 1995).

Das ist Mundart. Und geschrieben hat es kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe. Es ist die dritte Strophe aus dem Gedicht Freibeuter und es lässt die Gedanken zu Lenaus Die drei Zigeuner fliegen. Thematisch, nicht auch sprachlich. Bei Lenau heißt es: „An den Kleidern trugen die drei / Löcher und bunte Flicken, / Aber sie boten trotzig frei / Spott den Erdengeschicken.“

Es geht hier nicht um Mundart gegen Hochsprache. Beide verherrlichen das Hochgefühl der Freiheit. Es ist eben dieses Gefühl, das einst im Banat für so viele Menschen, ja eine ganze Gemeinschaft, seinen Ausdruck in einem tiefen Sehnen fand. Dabei denke ich nicht nur an Flucht und Auswanderung, sondern an ein Sprachrefugium, in das böse Geister nicht eindringen konnten oder vielleicht gar nicht wollten: die Mundart, den Dialekt der Banater Schwaben.

Ihm widmete der Landesverband Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben im Herbst 2016 seine traditionelle Kulturtagung in Sindelfingen. Es war die zweiundfünfzigste (52). Walter Engel und Walter Tonța haben eine Sammlung mit den Beiträgen dieser Veranstaltung veröffentlicht.

Wer die Beiträge liest, wird unschwer zwei inhaltliche Textkategorien ausmachen können: sprachwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche. Für die erste Kategorie zeichnen Hans Gehl: Deutsche Mundarten im Banat. Ihre Entstehung, Beschreibung und Erforschung und Alwine Ivănescu / Mihaela Șandor: Ein Zeugnis der Banater Sprachvielfalt. Das Wörterbuch der Banater deutschen Mundarten. Literaturwissenschaftlichen Schwerpunkten haben sich Helmut Ritter: Die PIPATSCH – mehr als ein Witzblatt. Über die Bedeutung der Mundartbeilage der NEUEN BANATER ZEITUNG für die Banater Schwaben. Ein Rückblick, Luzian Geier: Erzählungen aus seinem und aus unserem Leben. Ludwig Schwarz (1925 – 1981) – ein herausragender deutscher Schriftsteller und Mundartautor des Banats sowie Walter Engel: Banatschwäbische Mundartdichtung nach dem zweiten Weltkrieg. Neuentdeckung des literarischen Erbes und Höhenflug der Mundartliteratur gewidmet.

Es sind besonders die literaturwissenschaftlichen Beiträge, aus denen man herauslesen kann, wie wichtig Sprachfreiheit für eine Gesellschaft im Allgemeinen und eine Minderheit im Besonderen ist. Aus dieser Sicht ist dieses Buch für die Erinnerungskultur der Banater Schwaben ein wahrer Schatz. Es lässt die Berwanger-Zeit wieder lebendig werden. Und die war besonders in den 1970er Jahren von einem starken Gemeinschaftsgefühl der deutschen Minderheit im Banat geprägt. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem leider sehr kurzen Höhenflug haben die deutschen Kulturinstitutionen geleistet. Ich meine die NEUE BANATER ZEITUNG, das Deutsche Staatstheater Temeswar und die deutsche Lehrerschaft des Banats, nicht zu unterschätzen auch die deutsche Sendung von Radio Timișoara.

Aus einem Tagungsbericht von Walter Tonța erfährt der Leser Genaueres über den Ablauf dieser Veranstaltung. Es gab auch diesmal eine musikalische Darbietung von Dr. Franz Metz, Leonore Laabs und Wilfried Michl. Man stellt aber auch fest, dass einer der gehaltenen Vorträge in diesem Band nicht enthalten ist. Dr. Hans Dama hat nämlichüber Banater Mundartforschung anhand der Ortsmundart von Großsanktnikolaus“ referiert. (Warum sein Beitrag keine Aufnahme in dieses Buch fand, wird nicht präzisiert.)

Was wir im kommunistischen Rumänien erlebt haben, war trotz aller Schikanen auch ein Stück Freiheit im Sinne von Goethes Freibeuter und Lenaus Die drei Zigeuner. Sprachfreiheit! Dass man uns die gelassen hat, erleichtert unser schönes Erinnerungspotential erheblich und lässt die dunklen Seiten weiter verblassen. Fürs Altern ist das ein weiches Erinnerungspolster, mehr noch, ein Kopfkissen, unter das man nachts zwecks Memorieren ein Buch legt, wie man es uns in weit zurückliegenden Zeiten im Banat noch beigebracht hat. Das vorliegende Pipatsch-Buch (Umschlagfoto) unters Kopfkissen legen und ab und zu mal reinschauen, kann auf die Seelen der Pipatsch-Generation labend wirken.

Für 12 Euro kann man diese Kopfkissenunterlage bei der Landsmannschaft der Banater Schwaben – Landesverband baden-Württemberg, Schlossstr. 92, 70176 Stuttgart erwerben. Es geht auch online über info@banaterschwaben-badenwuerttemberg.de oder telefonisch bei der Nummer 0711/625127.

Anton Potche

Mittwoch, 11. November 2020

Seppi und Peppi und der politische Widerspruch

Seppi und Peppi trinken vor ihrem Bahnhofscafé einen Kaffee zum Mitnehmen.

- Jetzt geht‘s aber ans Sparen. 
- Willst du dir ein neues Auto kaufen?
- Nein. Ich mein' im Rathaus … oder allgemein bei der Stadt.
- Wieso? Corona?
- Vielleicht auch das. Hast du heute noch keine Zeitung gelesen?
- Nein.
- Schau, da steht‘s geschrieben: „Scharpf fordert, Aufgaben und Prozesse kritisch zu hinterfragen – samt Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen.“
- Und das heißt?
- Einstellungsstopp. Es scheint eng zu werden mit sicheren Arbeitsplätzen. Die Stadt will sich auch von einigen seiner 56 Tochtergesellschaften trennen.
- Was, so viele Beteiligungen an Firmen hat Ingolstadt?
- Ja, und das sind entschieden zu viele.
- Findest du?
- Nicht nur ich. Auch Teile des Stadtrats.
- Und jetzt?
- Wird zuerst die Veranstaltungs-GmbH aufgelöst und ins Kulturamt integriert.
- Sind das die mit der Kunst und den Festen?
- Genau.
- Und die werden jetzt Kulturamt? Wie viele Leute sind das?
- 20.
- Und die werden jetzt Stadtangestellte.
- Ja, wenn sie wollen, steht in der Zeitung. Es tut sich halt immer was in der Politik. Im Stadtrat soll heute auch über die Stärkung des Umweltamtes diskutiert werden.
- Logisch. Das sieht doch jedes Kind, dass der Nebel sich seit Tagen nicht mehr von der Donau löst. Um das hinzukriegen brauchen wir bestimmt Personal. Oder kombiniere ich da schlecht.
- Bravo! Deine Logik ist bestechend. Von drei Vollzeitstellen und drei halben Stellen ist die Rede.
- Und das werden auch alle Stadtangestellte?
- Ja klar. Wenn der Stadtrat zustimmt.
- 26 also!
- Wie bitte?
- 20 + 6 = 26 neue Stellen bei der Stadt. Das nennt man hierzulande Einstellungsstopp oder weicher umschrieben „Genehmigungsvorbehalt bei der Besetzung frei gewordener Stellen“.
- Chapeau! Das hast du dir gemerkt?
- Ja klar. Nur kann ich Anforderung und Gestaltung schlecht zusammenhalten. Ich dachte immer Plus ist Plus und Minus ist Minus.
- Wie du siehst, nicht immer. Zumindest nicht in der Politik.
- Aber ist das kein Widerspruch?
- Ich sagte doch schon: nicht in der Politik.
- Hm. Da bekommt man ja echt Lust drauf.
- Auf was?
- Politik
- Du kannst es ja mal versuchen. Meine Stimme hast du … Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du dich nicht benimmst wie dieses Trumpelstilzchen im Weißen Haus … Solltest du mal Bürgermeister in Ingolstadt werden ...

Wenn sich dieser Herbstnebel nicht endlich mal hebt … wie soll man da Coronamenschen von Nichtcoronamenschen erkennen?


Mittwoch, 4. November 2020

Hearing im amerikanischen Senat

Commitee on Finance United States Senate: Continuing Presidential Authority to waive Freedom of Emigration Provisions - Hearing before the Subcommittee on International Trade of the Committee on Finance United States Senate – Ninety-Eighth Congress – First Session – August 8, 1984; U.S. Government Printing Office, Washington: 1985

Es sind 36 Jahre ins Land gegangen, seit es im amerikanischen Senat eine Anhörung gab, die eigentlich beweisen kann, wie sehr die Rumäniendeutschen sich schon lange vor dem Sturz des kommunistischen Diktators Ceaușescu um ihre Ausreise aus Rumänien, ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat, bemühten. Man wusste in Amerika Bescheid um die Verhältnisse in Rumänien. Auch um den immer ausgeprägter werdenden Ausreisewille der Deutschen, aber auch um die Erkenntnis, dass es sich dabei um Geld, viel Geld handeln könnte. Wie anders kann man sich erklären, dass in der Anhörung vom 8. August 1984 sowohl Finanzexperten als auch Fachleute für internationale Wirtschaftsbeziehungen am Verhandlungstisch saßen. Das war bereits die zweite Gesprächsrunde zum Thema Continuing Presidential‘s authority to waive freedom of emigration provisions. Dabei ging es nicht nur um Rumänien, sondern auch um Ungarn und China. US-Präsident war damals Ronald Reagan, der kurz vor Neuwahlen stand.

Das zu dieser Thematik erstellte Dokument umfasst rund 500 Seiten und ist auch gespickt mit vielen Namen deutscher Bürger Rumäniens, aber nicht nur. Die Senatoren haben sich sehr detailliert mit den politischen und sozialen Verhältnissen in den betreffenden Ländern auseinandergesetzt. Senator Robert J. Dole hielt zum Beispiel fest, dass „die Situation in Rumänien immer noch diffizil ist“ und Grund zu „weiterer Unterstützung“ besteht. John C. Danforth zeigte sich einigermaßen zufrieden mit Rumänien. Zumindest die erhobenen „education tax“, gemeint sind die vom rumänischen Staat verlangten Kopfgelder für ausreisewillige Intellektuelle, wären eingestellt worden, meinte er. Es geht hier natürlich nicht nur um die Deutschen aus Rumänien, sondern um alle Bürger des Landes. Und es geht um die damals so heiß begehrte „Most Favoured Nation (MFN)“ - Meistbegünstigungsklausel. Sogar vordergründig; aber die amerikanischen Bedingungen für diese Klausel wurden meistens an den Menschenrechtsbedingungen in den infrage kommenden Ländern festgemacht, und dazu zählte nun mal auch die freie Auswanderung, besonders die Familienzusammenführung. Der Senator von Pennsylvania, John Heinz, gab zu Protokoll: „The annual Most-Favored-Nation review has helped to reduce barriers to emigration and has led to limited improve ments in the general human rights area.“ Er war also von der Wirkung dieser damals viel diskutierten und begehrten Klausel (obwohl sie kaum wirtschaftliche Vorteile brachte) überzeugt. Die rumänische Regierung hat die „Clauza națiunii celei mai favorizate“ schon 1975 bekommen und sie auch immer wieder als Erfolg der rumänischen Außenpolitik vorgezeigt. Andererseits bezogen sich auch rumänische Regimekritiker gerne auf sie.

Günstig standen 1984 die Chancen für Rumänien nicht gerade, wenn John Heinz festhielt: „The overall human rights situation in Romania is bleak.“ Er hatte recht, der Senator aus Pennsylvania, und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab kaum noch Strom und von Weihnachten war, ich wanderte damals aus, kaum etwas zu sehen. Es war zappen dunkel (blak) im Land, wenn nicht gerade irgendwo etwas Schnee herumlag: trostlos (bleak) nach allen Regeln der Kunst.

Das Dokument dieser Anhörung enthält auch Stellungnahmen von Organisationen und Einzelpersonen wie etwa Priester verschiedener Glaubensgemeinschaften. In einer solchen heißt es klar und deutlich, ohne diplomatischen Duktus, wie man ihn bei den Senatoren noch herauslesen kann: „Nicolae Ceausescu, President of Romania and General Secretary of the Romanian Communist Party, has created a repressive society that is virtually impenetrable and a personality cult that is omnipresent.“ Das werden die meisten Menschen, die damals dort lebten, auch so unterschreiben.

Und diese Menschen waren Subjekte der großen Politik. Als wahrnehmende und denkende Wesen, haben einige von ihnen versucht, in diesem inkommensurablen Getriebe die Rolle eines kleinen, winzig kleinen Rädchens zu spielen, und das zum eigenen Nutzen. Man kann sich die Auswirkungen dieses unermesslichen politischen Räderwerks auf das einzelne Individuum nur schwer vorstellen. Umso interessanter ist es dann, festzustellen, dass man als kleiner Mann doch in einem solchen Getriebe vorkommt und als politisches Subjekt sogar eine Unze wiegt, mit Name, Herkunftsort und vielleicht sogar speziellem Anliegen. Und es sind wahrlich nicht nur Namen wie Paul Goma, Virgil Tănase, Virgil Ierunca oder Monica Lovinescu, die in derartigen Gesprächen und Dokumenten wie das hier besprochene vorkommen, sondern auch Leute wie du und ich, also Menschen, die auf verschiedenen Kanälen versucht haben eine Ausreise aus Rumänien zu erlangen.

Ich stieß in dem Bericht auch auf Namen aus meinem Geburtsort. Familie Awender ( Susanna,11/11/52, Georg, 12/6/50, Jürgen, 6/5/73 und Erwin 2/2/75) aus der Jahrmarkter (Giarmata) Johannigasse, Nr. 1110, haben zwischen 1972 und 1983 sieben Ausreiseanträge gestellt und wurden ebenso oft abgewiesen; sie wollten nach Deutschland zu Susannas Eltern, Andreas & Johanna Stoffel, auswandern, kann man einer Liste mit „Priority Cases“ entnehmen. Auch andere Jahrmarkter Familien tauchen auf der Liste mit „dringenden Fällen“ auf: Hügel (Anna, 5/7/08, Josef,10/1/32 Susanna, 8/10/34 und Josef Jr. 4/10/62) aus der Morii-Straße 953 mit 19 gestellten Ausreiseanträgen (1961 – 1982); Kilzer (Anna-Maria, Petru, Walter und Magdalena); Kumaus ( Katharina, Hans, Heino und Harald) – auch diese Familie mit 19 abgelehnten Anträgen; Loris (Matei & ...) - die unleserliche Stelle ist mit einem RESOLVED-Stempel verdeckt – Das Ehepaar hat in der Morii-Straße bei Nr. 842 gewohnt); Schneider (Sebastian, Anna, Christof, Barbara, Walter, Erich); Barth (Anne-Marie, Adam, Karin, Dietlinde); Funk (Peter, Eva, Ingrid); Griess (Mariana, Ignatz); Krämer (Matei, Susana, Ana Loris); Kreuter (Nikolaus, Elisabeta, Albinger Ana); Kronenberger (Petru, Magdalena, Sabine, Harald). Und man ist dann doch überrascht, wenn man auf die eigene Oma und den Onkel trifft: Loris (Anton, 3/22/36, Elisabeta, 5/26/17). Die Unzufriedenheit in Rumänien muss wirklich groß gewesen sein, denn die Liste der Ausreisewilligen ist sehr lang. Und ich finde auch weitere Landsleute: Martin (Michael, Anna, Elfriede, Alfred und Elvine); Nix (Franz, Annemarie, Eleanora Eva) – RESOLVED; Orth (Anna, Georg), Ruttner (Peter, Maria); Schiller (Eva, Margareta); Schlosser (Jakob, Barbara) usw., usw. Die Tabelle „EMIGRATION APPLICANT“ scheint wirklich kein Ende zu nehmen und meine Jahrmarkter Landsleute sind hier sehr, sehr zahlreich für lange Zeit in amerikanischen Archiven ... na, verewigt wäre vielleicht übertrieben, aber gelagert.

Ob man durch seinen Ausreisewillen die Vergabe der Meistbegünstigungsklausel beeinflusst hat, oder ob es eher umgekehrt war, dass die Klausel die ein oder andere Ausreise erst ermöglicht hat, wird nie ganz zu eruieren sein. Die vorgelegten Listen stammen von der Internationalen Menschenrechtsorganisation, deren Vertreter auch in dem Hearing gehört wurde. Den Menschen in Rumänien war das auch egal. Ihnen war wichtig, dass sie das Paradies Ceaușescus verlassen konnten. Von den ca. „1000 Romanian families in our caseload”, wie es in dem Dokument der Menschenrechtsorganisation heißt, kamen 210 mehr oder weniger große Familien aus Jahrmarkt / Giarmata. Das ist ja doch eine stattliche Zahl: 21 % … und ein sehenswerter Beitrag zur Weltpolitik.

Anton Potche


Samstag, 31. Oktober 2020

Oktober 2020 - Giarmata in den Medien

Neue Müllentsorgungsfirma in Giarmata
aus OpiniaTimișoarei, Timişoara / Temeswar, 06.10.2020
RETIM Ecologic Service SA heißt die Firma, die ab dem 16. Dezember 2020 die Mülleinsammlung in Giarmata und Cerneteaz übernehmen wird. Am 7. Oktober beginnt die Firma, die Bürger über das neue Müllentsorgungskonzept zu informieren. Mit jedem Haushalt wird ein separater Vertrag abgeschlossen.
+ + + Von neuen Müllentsorgungsgebühren steht nichts in dem Artikel. + + +

Covid-19
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 08.10.2020
142 neue Covid-19-Fälle werden für den Kreis Timiș / Temesch gemeldet. Aus Giarmata sind drei Personen positiv getestet worde
+ + + Es hört und hört nicht auf mit diesem blöden Virus. + + +
 
Unter Beobachtung
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 09.10.2020
Giarmata steht zusammen mit anderen Ortschaften des Verwaltungskreises unter Beobachtung der Veterinärbehörde wegen der sich ausbreitenden Schweinepest.
+ + + Ein Ungemach kommt selten allein. + + +
 
Wasserleitung wird gereinigt
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 18.10.2020
Die Firma Aquatim wird vom 19. bis zum 23. Oktober die Wasserleitungen in einigen Straßen in Giarmata mit Luft und Wasser reinigen. Betroffen sind das Speicherbecken und die Wasserrohre in den Straßen: Strada Principală, Strada Salcâmilor, Strada Viilor, Strada Carol, Strada Bătrână und Strada Nouă.
 
Weitere Durchspülungen
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 23.10.2020
Zwischen dem 26. Und 30. Oktober wird die Firma Aquatim ihre Reinigungsarbeiten an der Wasserleitung in Giarmata fortsetzen. Betroffen sein werden folgende Straßen: Tinerilor, Tineretului, Investitorilor, Concesionarilor (26.10.), Iohani (28.10.) und Morii (29. & 30.10.) Es wird darauf hingewiesen, dass das Wasser eingetrübt aus den Wasserhähnen der Haushalte laufen wird, auch noch eine kurze Zeit nach Beendigung der Spülung. Für die betreffenden Tage sollten die Anwohner sich einen Wasservorrat für den Hausgebrauch zurechtlegen.
 
Gemeinderatssitzung
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt 23.10.2020
Noch-Bürgermeister Virgil Bunescu hat für den 29. Oktober, 16:00 Uhr eine Gemeinderatssitzung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt einberufen. Es geht um die Ausstattung der Schulen in Giarmata und Cerneteaz mit ausreichend IT-Geräten. Die Sitzung findet online über ZOOM MEETENGS statt.
+ + + Vielleicht will Bunescu den abgewählten Gemeinderäten nur noch eine Chance geben, sich von der Bürgerschaft als Mandatsträger zu verabschieden. Eigentlich hatten einige das schon in der letzten Sitzung vor der Wahl getan. Soweit ich weiß, sind weder der neue Bürgermeister noch der neue Stadtrat im Amt. + + +
 
Steigende Zahl auch in Giarmata
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 24.10.2020
296 neue Covid-19-Fälle wurden im Kreis Timiș / Temesch in den letzten 24 Stunden verzeichnet. Fünf davon in Giarmata.
 
Gartenabfälle
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt 26.10.2020
Vom 2. bis zum 6. November werden Gartenabfälle eingesammelt. Die Bürger werden per Facebook gebeten, ihre Abfälle bis zum 1. November abholbereit zu deponieren.
 
Soziales Heizmaterial
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt 28.10.2020
Die Gemeinde gibt bekannt, dass bedürftige Personen (nach Kriterien) bis zum 20. November einen Antrag auf Unterstützung zum Heizen der eigenen vier Wände stellen können.
 
Getestet
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 31.10.2020
Gestern wurden im Kreis Temesch 1413 Personen auf Covid-19 getestet. 283 Proben waren positiv. Eine gehörte zu einer Person aus Giarmata.

Schuldirektor im Interview
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; Oktober 2020 
Der Schuldirektor Darius Mirea spricht von dem Schulleben in Pandemiezeiten. Momentan läuft alles gut, dank einer guten Ausstattung mit „Laptops und Videoprojektoren“ und der Einhaltung aller Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona. Nur eine Familie hat sich gegen das Lernen ihrer Kinder zu Hause, das im Wochenrhythmus stattfindet, gewährt, konnte aber dann doch von der Notwendigkeit dieser Maßnahme überzeugt werden. Kinder, die das Tragen der Maske nicht aushalten, bekommen nur Onlineunterricht. Es gibt aber lediglich einen Fall in der Gemeinde. In den Sommerferien wurden alle Toiletten in der alten Schule erneuert. „Jetzt haben wir Toiletten mit sehr guten Sanitäranlagen“, sagt der Direktor. Er hofft, dass die neue Schule im Herbst 2021 bezugsfertig sein wird. Der Außenputz wurde schon aufgetragen.
+ + + Ich sin immer gere uf’s Klosett hinner der Schul gang. Dort hot merr in de Park gsiehn. Des war Natur pur und hot immer noh frischer Luft gstunk. + + +