Mittwoch, 30. November 2022

November 2022 – Giarmata in den Medien

 Eine schmerzliche Niederlage in Bruckenau
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 06.11.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 12. Spieltag
AS Juventus Pișchia - CS Unirea Cerneteaz   4:1
Tabelle: 3  Unirea Cerneteaz  27  
+ + + Die Bruckenauer liegen mit nur einem Zähler Vorsprung auf Platz 1 der Tabelle – zusammen mit den Fußballern aus Banloc. + + +
 
Wasserzufuhr unterbrochen
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 07.11.2022
Am 9. November wird in Giarmata die Wasserzufuhr wegen Erweiterungsarbeiten an der Wasserleitung in der Bencecului-Straße unterbrochen. Die Arbeiten beginnen um 10 Uhr und sollen um 13 Uhr beendet sein.

Lizitation
aus RENAȘTEREA.ro, Timişoara / Temeswar, 08.11.2022
In Giarmata kommt ein 10.000 m² großes Grundstück unter den Hammer. Die Versteigerung findet am 29. November, um 13 Uhr beim Sitz der Steuerbehörde in Timișoara, Str. Gheorghe Lazăr nr. 9B, Zimmer 613 statt. Das zu versteigernde Grundstück trägt die Grundbuchnummer 404231. Interessenten können über www.anaf.ro oder über Telefon 0256200178 nähere Informationen bekommen. Mit 105.030 Lei soll die Lizitation eröffnet werden.
+ + + Weil ich schun länger in Johrmark e onstänniches Grundstick such, hun ich mich nateerlich sofort uf der Homepage umgschaut. Es handelt sich um e Stick Feld hinner der Hinnereih, des wu an de Eerschte Grawe grenzt. Ich moon ich fahr schnell nunner ... Mei Fraa lacht mich zwar aus ... Awwer mich juckts so ... Ich meecht doch geere mol baureere ... Na, des soll norr lache ... Ich geb net uf ... Noo schau mer mol, wer es letzt lacht ... + + +

Proteste für die Kreisstraße DJ 691
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 11.11.2022
Der Temeswarer Landkreisabgeordnete Alfred Simonis (PSD) hat Kundgebungen vor dem Administrationspalast, dem Sitz des Kreisrates und auf der Baustelle angekündigt. Es soll auf den desolaten Zustand der Kreisstraße zwischen Dumbrăvița und Giarmata bis zur Anschlussstelle auf die A1 hingewiesen werden. Kreisratsvorsitzender Alin Nica (PNL) hat reagiert und eine neue Ausschreibung der Arbeiten bereits für kommenden Montag angekündigt. 80,34 Millionen Lei soll die schon einmal krachend gescheiterte Verbreiterung auf vier Spuren kosten. Davon sind 66,48 Millionen Lei europäische Gelder.
+ + + Ich moon, die wisse dort unne noch net, dass mer Johrmarker uf’s Johr im Juni all uf Johrmark kumme un unser Treffe feire. Jetz werd ’s awwer langsam Zeit, dass die wackrich werre ... sunst loss ich mei Ferrari dehoom in der Garasch stehn un kumm mi’m Flieger. + + +
 
In Neupetsch gescheitert
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 11.11.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 16. Spieltag
CSC Peciu Nou - CSC Millenium Giarmata   4:1
Tabellenplatz: 3  CSC Millenium Giarmata  33

Spitzenreiter
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 13.11.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 13. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz – Unirea Banloc   7:1 (3:0)
Torschützen:  Für Cerneteaz trafen Ionuț Niță (3 Tore), Robert Cârmaci, Alin Cengher, Răzvan Leucă und ein Eigentor der Banlocer. 
Trainer: Adrian Gabor
Tabelle: 2  Unirea Cerneteaz  30

Frische Luft in Giarmata
aus RENAȘTEREA.ro, Timişoara / Temeswar, 14.11.2022
Im Banat gibt es den Verein Banater Grün. In Giarmata hat der Verein eine Bepflanzungsaktion vollzogen und unter der Devise „Grün für’s Leben” entlang der Landstraße, die zur A1 führt, 4.000 Schößlinge – Eiche und Ahorn – gepflanzt. 180 Einwohner haben sich an der Aktion beteiligt. Auch das Rathaus, die Kommunalbetriebe, die Freiwillige Feuerwehr, Schüler des Gymnasiums Giarmata und von Auswärts Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums aus Temeswar waren im freiwilligen Einsatz. Bei der Beschaffung der Jungpflanzen hat sich der Verein Smart Wood România finanziell engagiert.
+ + + Wann die Landstroß (DJ 691) mol vier Spure hot, werd die Photosynthese vun dee Beem lebenswichtich sein. + + +
 
Die Ausschreibung ist draußen
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 18.11.2022
Die Ausschreibung für die Verbreiterung der Kreisstraße auf vier Fahrspuren zwischen Timișoara und Giarmata wurde veröffentlicht. Die Angebote sollen bis zum 28. Dezember 2022 eingereicht sein. Im März kommenden Jahres will man mit den Arbeiten starten und in sechs Monaten fertig sein.
+ + + Beim Kreisrat Timiș scheinen Superoptimisten das Sagen zu haben. + + +
 
Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 19.11.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 17. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – Universitatea de Vest din Timișoara  3:1
Tabellenplatz: 3  CSC Millenium Giarmata  36
+ + + CSM Lugoj führt mit 44 Punkten die Tabelle an. + + +
 
Die Zorner sin gut druf
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 20.11.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 14. Spieltag
Timișul Șag 2 - CS Unirea Cerneteaz   2:5 
Tabellenplatz: 2  CS Unirea Cerneteaz  33
+ + + Die Brickenaaer hun noch oone Punkt Vorsprung. + + +
 
Neue Fahrradwege
aus PrimăriaGiarmata - FACEBOOK, Giarmata / Jahrmarkt, 23.11.2022
2,65 km neue Fahrradwege sollen in Giarmata und Cerneteaz entstehen. Dafür wurden jetzt 265.000 Euro – zum Teil EU-Gelder - genehmigt. In Giarmata sollen damit die Straßen Nicu Moraru und Aleea Ștrandului und in Cerneteaz die Straßen Arteză sowie Nicu Iancu Iancovici Radwege bekommen.
 
Heimniederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 26.11.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 18. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – Progresul Ciacova  1:2
Tabellenplatz: 4  CSC Millenium Giarmata  36
 
Bruckenau ist Herbstmeister
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 27.11.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 15. Spieltag
CS Unirea CerneteazASO Deta II  5:4 (1:2)
Torschützen für CS Unirea: Ionuț Niță, Răzvan Leucă, Robert Cârmaci, Beniamin Grădinaru und Cristian Iorga.
Tabellenplatz: 2  CS Unirea Cerneteaz  36
+ + + Juventus Pișchia führt zwar die Tabelle an, ist aber auch gleichzeitig auf der Suche nach einem Sponsor. „Nur so kann man bei einem eventuellen Aufstieg in der D-Liga überleben”, sagt Trainer Ioan Coman. – Vleicht kännte jo die ausgewannerte Brickenaaer e bissje was sammle, e Weihnachtsspende forr de Fotballa in der alt Heimat.  + + +


+ + + + + + Morje is in Rumänien "23 august libertate ne-a adus". + + + + + +

Montag, 14. November 2022

Des Land

 - Gedicht im Johrmarker Dialekt -


Was is des forr e Land,

Wu du großgewachs bist?

Ich holl des Kloon an der Hand

Un schau ’m ins Gsicht.


Die Sunn is oweds

Hinner der Landstroß verschwunn,

Un wann de Wind gang is,

Hot’s no de Schweinställ gstunk.


Die Leit?

Die ware grad so wie do:

Gut un schlecht,

Ehrlich un verloo.


Norr de Mond,

Der hot’s schenner ghat:

Dort hot ’m ka elektrisches Licht

Konkurrenz gemach.


[Uf der Schanz, 1992]

Berns Toni


Video uf YouTube


Montag, 7. November 2022

Antworten auf viele Fragen

Ana Blandiana: Wozu Dichter in dürftiger Zeit? - Reden und Essays; Edition Noack & Block in der Frank & Timme GmbH, Berlin, 2018; ISBN 978-3-86813-059-1; 163 Seiten, 19,80 EURO.

Die Journalistin Katharina Kilzer und der Politikwissenschaftler Helmut Müller-Enbergs bemühen sich schon seit geraumer Zeit, die rumänische Dichterin und Kämpferin für zivile Rechte, Ana Blandiana, im deutschen Sprachraum bekannt zu machen. Das gelingt natürlich am besten mit Lesungen und besonders nachhaltig mit Publikationen.


Ana Blandiana ist schon wegen ihrer Biografie für den deutschen Leser interessant. Darin widerspiegelt sich nämlich die Geschichte des geteilten Europas, vornehmlich der Ostseite dieses Kontinents. Ihre Laufbahn ist nicht weniger spannend als jene der Schriftsteller aus der DDR. Daher ist es besonders jetzt im Winter, in der Zeit der Gedenktage an den Fall der Mauer und den Fall der kommunistischen Diktaturen in Europa, nicht verkehrt, ein Buch von Ana Blandiana zu lesen.

„Dichter“ steht zwar im Buchtitel, aber sein/ihr poetisches Werk ist mitnichten zwischen diesen Buchdeckeln präsent. Die Herausgeber haben „Reden und Essays“ von Ana Blandiana gesammelt und dem deutschen Leser zugänglich gemacht. Die Übersetzerarbeit leisteten Maria Herlo und Katharina Kilzer. 

Was eine Dichterin uns in ihren Gedichten sagen will, ist nicht immer nachvollziehbar. Das liegt im Wesen der Poesie. Daher öffnet man ein Buch wie dieses mit konkreten Erwartungen. In Reden und Essays outet die „Poetin“ sich als Bürgerin, als Teil einer Gesellschaft, eines Volkes und deren/dessen Geschichte. Wenn man, wie bei Ana Blandiana geschehen, ein Gedicht schreibt, das wegen Veröffentlichungsverbot auf losen Blättern durchs Land reist und dabei immer länger wird, dann ist man nolens volens selber Geschichte geworden. Lebende Geschichte. Sprechende Geschichte. Hans Bergel schreibt im Vorwort dieses Buches von „der kühlen Konsequenz ihrer Gedankenreihungen in den theoretischen Schriften: der hochgradigen Intellektualität, der genauen Ideenkonturierungen, der hellwachen Unbestechlichkeit“.

Es ist spannend, zu erfahren, wie eine Dichterin ihre Bezüge zu der Gesellschaft, in der sie lebt oder die sie bereits überlebt hat, in epischen Formulierungen ausdrückt. Da wäre einmal ihr ganz persönliches Verhältnis zur Macht. Und ich glaube, Ana Blandiana pauschalisiert zu Recht, wenn sie in ihrer Rede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die West-Universität in Temeswar am 6. Dezember 2014 sagt: „Die Fragestellung der Beziehung zwischen Schriftsteller und Macht gab es überall und zu allen Zeiten. In einem freiheitlichen Rechtsstaat ist sie selbstverständlich weniger wichtig als im totalitären System.“ Klar und deutlich formuliert. Für alle, Zuhörer und Leser, nachvollziehbar … um dann zum Schluss doch einen Schleier von Leichtgläubigkeit über unsere Realität sinken zu lassen: „Die Dichter sind die, die in einer vom Bösen und Hässlichen beherrschten Welt das Feuer des Guten und Schönen am Brennen und Leuchten halten – indem sie mit Poesie eine Aura der Liebe schaffen und ein magisches Schutzschild gegen den Hass aufstellen.“ Könnte das gelingen, wäre es fast zu schön, um wahr zu sein. Aber klar, das ist Ana Blandiana, wie sie leibt und lebt, in Versen und Sätzen: eine große Dichterin. Aber auch ein Mensch, der sich nicht scheut, seine Ängste vor erlesenem Publikum in einer Aula Magna zu äußern. Wie etwa am 24. März 2016 an der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg / Cluj-Napoca: „Wenn die europäische Ordnung einmal niedergewalzt ist von Millionen von Migranten, so wird das dazu führen, dass die Freiheit Europas eine gefährliche Form ohne Inhalt bleibt.“ Uff! In Deutschland denkt man so etwas, aber man sagt es nicht.


Und warum tut sie, Ana Blandiana, das? Ihren Zuhörern an der Donau-Universität Galatz / Galați hat sie es im Juni 2016 erklärt: „Vor dem 22. Dezember 1989 war ich eine Schriftstellerin mit 19 veröffentlichten Büchern, zwei weiteren in der Schublade, drei Schreibverboten und einer einzigen Obsession: zu schreiben, was ich dachte, und zu veröffentlichen, was ich schrieb.“ Okay! Jetzt ist es geschehen. Also alles gut, wie die neueste deutsche Redewendung es ausdrückt.

Ana Blandianas Essays sind eben so reich in Form und Inhalt wie ihre Reden … und direkt, ihrer Wahrheit, ihrer Sicht auf die Dinge geschuldet. Die Titel verraten die Vielfalt ihrer erörterten Themen: Ein anderes Volk – oder: Was sich in Rumänien geändert hat, Zwischen Gut und Böse, Die Nachwelt oder das Vertrauen in die Zeit, Das Gedicht zwischen Schweigen und Sünde usw.

Sich Gedanken machen, analysieren, und immer wieder hinschauen, auf unser Umfeld, aber auch hineinschauen in uns selber. Das Resultat kann Poesie sein. Das ist es bei Ana Blandiana: Gedichte, die in anderen Büchern stehen und leider allzu oft nur in Rumänisch zugänglich sind. Zumindest dieser Holperstein bleibt den deutschen Lesern des vorliegenden Buches erspart. Eine flüssige, gediegene und Aufrichtigkeit ausstrahlende Sprache – auch dank einer ansprechenden Übersetzung – führt in den poetischen und zeitkritischen Kosmos einer rumänischen Dichterin ein. Einige behaupten, sie wäre die größte. Alexandru Oravițan hat im Februar 2018 Ana Blandianas Essay-Band Istoria ca viitor (Die Geschichte als Zukunft), Humanitas, Bukarest, 2017, in der Temeswarer Literaturzeitschrift ORIZONT besprochen und sich gleich zu Beginn seiner Rezension festgelegt: „Die hier versammelten Texte sind von der Kadenz der Phrase geprägt und von dem direkten Stil, der Ana Blandiana zu einer der emblematischsten Figuren des rumänischen Schrifttums aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemacht hat.“ Also haben wir es hier mit einer bedeutenden Literatin im weitesten Sinne des Wortes zu tun.


Anton Potche

Montag, 31. Oktober 2022

Oktober 2022 – Giarmata in den Medien

 Satter Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 02.10.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 7. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz – Viitorul Iecea Mare   6:2 (4:0)
Torschützen: Ioan Niță (2 Tore), Răzvan Leucă, Cristian Dubovan, Andrei Ghiunghiuș und Gabriel Iosof sowie Iosif Bistriczy und Sorin Diaconu für die Gäste.
Tabelle: 3 Unirea Cerneteaz  18   
+ + + Vor geraumer Zeit schrieben die Zeitungen noch, dass  Răzvan Leucă die C-Liga-Mannschaft aus Perjamosch trainiert. Jetzt taucht er als Torschütze bei den Zornern auf. Der kann das Spielen anscheinend auch nicht lassen. + + +

Feuerwehrturm als turistische Atraktion
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 03.10.2022
"Willst du den Konak Hodoni besuchen oder den Feuerwehrturm in Giarmata bewundern? Turism Timiș hat mehrere Lösungen!” So titelt das Portal ZIUAdeVEST und stellt eine Reisebroschüre des Vereins zur Förderung und Entwicklung des Tourismus im Landkreis Timiș vor.
+ + +  Uf die Giarmataer bleibt Verlass wie frieher uf die Johrmarker. Des gilt net norr forr die Musikante. + + +

Mehl in Flammen
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 04.10.2022
Der Anhänger eines Sattelschleppers fing auf der A1 bei Giarmata Feuer. Er war mit Weizenmehl beladen. Der Fahrer konnte den Anhänger noch beizeiten abhängen, so dass das Fahrzeug unbeschadet blieb, während der Anhänger ganz ausgebrannt ist.
+ + + Glick im Unglick, hot merr gsaat. + + +

Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 07.10.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 11. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – CSO Deta  2:1
Tabellenplatz: 2  CSC Millenium Giarmata  27
+ + + CSM Lugoj liegt mit 31 Punkten vorne. + + +

Junge Bürgermeister im Gespräch
aus Claudiu Mihălceanu – FACEBOOK; 11.10.2022
Der Fernsehsender 9TV hat zwei junge Bürgermeister aus dem Kreis Timiș / Temesch zum Gespräch geladen: Bono Cucalan aus Dudeștii Vechi (ehemals Altbeschenowa) und Claudiu Mihălceanu aus Giarmata (ehemals Jahrmarkt). Die Sendung heißt „Soziale Radiografien” und fand ihren Reiz besonders in der Unterschiedlichkeit der zwei Ortschaften: Dudeștii Vechi landwirtschaftlich geprägt und Giarmata industriell und dienstleisterisch. Was beide Ortschaften gemeinsam haben, ist ihre Lage auf einem imensen Thermalwassersee, den beide anbohren wollen. Giarmata ist mit ca. 8000 Einwohnern doppelt so groß wie Dudeștii Vechi, dessen Hähne berühmt sind, weil ihr Krähen in drei Ländern zu hören ist: Rumänien, Serbien, Ungarn. Beide Gemeinden haben ihre leidlichen Probleme mit der Infrastruktur. „Giarmata hat zurzeit kein funktionierendes Kanalnetz”, gab Mihălceanu zu bedenken. Und bemerkenswert war auch seine Aussage: „Die Parks in Giarmata sollen in Zukunft Bäume bekommen.” ... Und der Prinz-Eugen-Park eine Bewässerungsanlage. Am Oberen Friedhof will man einen „Sportpark” bauen. Der ortseigene Sportverein ist sehr aktiv. Er hat eine Fußballabteilung mit fünf Mannschaften, eine Handballabteilung mit ebenfalls fünf Gruppen sowie eine Karate- und eine Tischtennisabteilung. Zur Bevölkerungsstruktur der Gemeinde sagte der Giarmataer Bürgermeister: „Viele junge Leute haben Giarmata verlassen, aber immer mehr beginnen zurückzukehren. Wir brauchen sie. Ich habe mit vielen von ihnen meine Kindheit verbracht.”
+ + + Des is doch scheen. Schad, dass ich nemi zu de Junge gheer. Wer Zeit un Lust hot, kann sich die Sendung uf’m Bürgermaaster seiner FACEBOOK-Seit onschaue: https://www.facebook.com/CMihalceanu + + +

Ein knapper Sieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 22.10.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 13. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – CS Comloșu Mare  2:1 (2:1)
Torschützen: Răzvan Onosă (Min. 9) und Adrian Sevici (Min. 43) für die Gastgeber sowie Deian Pecarov (Min. 25) für die Gäste.
Aufstellung CSC  Millenium: GakosGavruță, Francescu, Capstrâmb, Mocanu, Oprea, Stancu, Marta, Moroșan, Sevici, Onosă.
Reservespieler: Narița, Sofronea, Stoica, Vlăduți, Boldovina, Glujdea, Ghiughea, Pop.
Trainer: Constantin Luță und Daniel Moraru
Tabellenplatz: 2  CSC Millenium Giarmata  30
+ + + Schaut doch gut aus!  + + +

Knapp verloren
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 23.10.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 10. Spieltag
Viitorul Ionel - CS Unirea Cerneteaz   2:1
Tabelle: 3  Unirea Cerneteaz  24

Änderungen im Busverkehr
aus RENAȘTEREA.ro, Timişoara / Temeswar, 27.10.2022
- Einige Buslinien, die Timișoara mit den umliegenden Ortschaften verbinden, wurden neu getaktet. Auch die Linie M49 Timișoara Giarmata ist betroffen. Auf folgender Website kann kann man den neuen Fahrplan einsehen: www.stpt.ro.
- Der Kreisrat Timiș hat für den verzögerten Ausbau des Autobahnzubringers Timișoara - Giarmata eine um 80 Prozent angehobene Projektsumme genehmigt. Es wurde aber noch keine Ausschreibung veröffentlicht.
+ + + Es kann ja auch nur noch teurer werden. + + +

Der Gemeinderat hat getagt
aus PrimăriaGiarmata - FACEBOOK, Giarmata / Jahrmarkt, 27.10.2022
- 13 Gemeinderäte hatten sich zur Sitzung am 27. Oktober eingefunden, analog und digital, um 18 Tagesordungspunkte abzuarbeiten. Es ging wie immer ums liebe Geld.
- Für die Kirche in Cerneteaz wurden 200.000 Lei aus dem Gemeindesäckel freigegeben. Das Geld soll für Renovierungsarbeiten und eine neue Heizung verwendet werden. 
- Thema Kommunalbetriebe: Für die Schneeräumung in der Ortschaft wurden vom Gemeindeunternehmen drei Tarife vorgeschlagen – 146 Lei, 134 Lei und 138 Lei, abhängig von den eingesetzten Maschinen. Wie das genau funktionieren soll, wurde nicht erläutert. Auf jeden Fall wurde die Beschlussvorlage einstimmig angenommen, also kann man davon ausgehen, dass die Räte wissen, um was es konkret geht. Exbürgermeister Virgil Bunescu hat schon mal nachgefragt, ob es für diese Arbeiten auch eine Ausschreibung gegeben hat? Eine klare Antwort hat er nicht bekommen. (Wahrscheinlich hat es die Ausschreibung auch nicht gegeben.)
- Eine längere Diskussion gab es wegen mehreren Stellenbeschreibungen für vorgesehene Posten im Rathaus. Es geht um acht Stellen. Bunescu erinnerte daran, dass laut Gesetz für europäische Projekte zwar auch Stellen vorgesehen sind, aber begrenzt für 500.000 Euro je eine Stelle. (Das war auch so ein Punkt, wo alle Gemeinderäte für die Vorlage stimmten, aber man als Gast den Eindruck hatte, dass die Damen und Herren eigentlich nicht genau wussten, um was es hier geht.)
- Es wurde auch diesmal eine Haushaltsänderung vorgenommen. Es ging um die Neuverteilung von rund 22 Millionen Lei. Die neuen Einkünfte stammen aus EU-Fonds und Veräußerungen von Immobilien. Bedacht werden sollen von dem neuen Geldsegen Infrastruktur– und Sozialprojekte in der Gemeinde.
- Auf einem südlich der Sporthalle liegenden Grundstück sollen die angedachten geothermalen Bohrungen vorgenommen werden.
- Man ist weiterhin sehr unzufrieden mit der Arbeit der Polizei vor Ort. Die Kommunikation zwischen Rathaus und Gesetzeshütern scheint nicht zu funktionieren. Der Polizeichef ist schon seit Wochen in Urlaub und nicht zu erreichen.
- Sehr bedauerlich ist auch die Geschichte mit dem im Turm der Feuerwehr eingerichteten Permanenzzentrum, eine rund um die Uhr betriebene Notfall- und Gesundheitsstation. Sie soll mit der Begründung, dass monatlich weniger als 150 Patienten diese Einrichtung in Anspruch nehmen, geschlossen werden. Diese Einrichtung war ein Lieblingsprojekt des ehemaligen Bürgermeisters und jetzigen Gemeinderates Virgil Bunescu. Dementsprechend fiel auch seine Stellungnahme zu dem Thema aus: „Ich habe drei Jahre lang darum gekämpft und gewartet, bis jemand in die Position kam, uns zu helfen. Und jetzt will jemand – ich glaube auch zu wissen wer – diese Einrichtung auflösen und etwas anderes machen.” Namen nannte der sichtlich geknickte Exbürgermeister nicht.
+ + + Wer der helfend „jemand“ war, kann ich mer zammreime. De Präfekt vum Kreis Temesch hot selmols (2015) Eugen Dogariu ghaaß. (https://schichtwerker.blogspot.com/2015/10/oktober-2015-giarmata-in-den-medien.html) Dee anre „jemand“ kenn ich net. + + +

Off!
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 29.10.2022
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch - 14. Spieltag
Flacăra Parța - CSC Millenium Giarmata  4:1 (2:1)
Torschützen: Andrei Capstrâmb – Eigentor (Min. 3), Andrei Ganea (Min. 6) und Doru Sabău (Min. 48, 81) für die Hausherren sowie Răzvan Onosă (Min. 9) für Millenium.
Tabellenplatz: 3  CSC Millenium Giarmata  30

Die Zorner hun’s de Iwerlänner gewies
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 30.10.2022
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 11. Spieltag
CS Unirea CerneteazCSC Ghiroda și Giarmata Vii II   6:0 (3:0)
Torschützen: Andrei Ghiunghiuș (2 Tore), Răzvan Leucă, Ionuț Niță (2 Tore) und Beniamin Grădinaru.
Aufstellung CS Unirea Cerneteaz: DrăghiciuJugănaru, Cârmaci, Suharu, Iorga, Niță, Leucă, Cenghel, Balabasciuc, Iosof, Ghiunghiuș.
Eingewechselt wurden: Grădinaru, Botez, Calotescu
Reservespieler: Vlaicov, Bontea, Kalanioș, Dubovan
Trainer: Adrian Gabor
Tabellenplatz: 2  Unirea Cerneteaz  27
+ + + Die Iwerlänner un Ghirodaer sin zammgang un hun jetz de längste Nome im rumänische Fottballa. + + +

Montag, 24. Oktober 2022

Ein Büchertalk von der Frankfurter Buchmesse 2022

Die Zeiten, in denen man die Geschehnisse von der Frankfurter Buchmesse nur über den Fernsehapparat, das Radio oder die Zeitungen und Zeitschriften mitbekam, sind längst vorbei. Via Internet präsentieren verschiedene Aussteller eigene Formate, die mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, die Atmosphäre von dem großen Büchertreff in Frankfurt in die Welt zu senden. Die Verlagsgruppe Penguin Random House hat in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift STERN 37 Live-Talks von der Buchmesse gesendet. Journalisten vom STERN unterhielten sich jeweils 30 Minuten lang mit Autoren, deren Bücher in dieser Verlagsgruppe erschienen sind. Man trifft in dem Stundenplan dieser mit „Die 30-Minuten-WG“ betitelten Internet-Sendung durchaus bekannte Namen wie etwa Amelie Fried, Wladimir Kaminer, Charlotte Link oder Richard David Precht.

Auch der Name Schirach ist kein unbekannter. In diesem Social-Media-Format der Verlagsgruppe trat aber nicht Ferdinand Benedikt von Schirach, der im deutschen Sprachraum bestens bekannte Schriftsteller und Jurist, zu einem Gespräch mit der STERN-Journalistin Catrin Boldebuck an, sondern sein älterer Bruder Norris Benedikt von Schirach. Und der ist alles andere als ein uninteressanter Autor.

Schon seine Biografie gibt einiges her. Er wurde 1963 in München als Enkel des ehemaligen Reichsjugendführers der NSDAP Baldur von Schirach (1907 – 1974) geboren und hat an der Universität Konstanz Verwaltungswissenschaften studiert. Er gilt als „Rohstoffexperte und Kupferspezialist“ (Wikipedia) und hat als solcher in den USA, Russland und Kasachstan gearbeitet. Heute lebt er in Bukarest. Und er schreibt Romane. Vor fast auf den Tag genau vier Jahren (21. Oktober 2018) fragte Julia Encke in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG: „Wer ist Arthur Isarin?“ Und in einer sehr lesenswerten Rezension des von Arthur Isarin verfassten Romans Blasse Helden wird der Autor dann wie folgt zitiert: “Ich wollte vor allem unvoreingenommene Leser und Kritiker haben und dachte, dass das nicht gegeben ist, wenn jetzt noch einer von denen schreibt. Das war der wichtigste Grund. Der Benni, also mein Cousin Benedict Wells, der Richard, Ariadne und natürlich mein Bruder Ferdinand – da steht dann nicht mehr das Buch im Vordergrund.“ Also haben wir es auch hier mit einem Schriftsteller aus der Schirach-Familie zu tun. Und er verriet schon damals, dass er bereits an einem zweiten Roman arbeite. Dieser liegt jetzt vor und war Gegenstand des Gesprächs auf der Frankfurter Buchmesse – aber nicht unter Pseudonym. Beutezeit heißt das Buch, das im Programm als „ein beeindruckend aktueller, hochspannender Roman über eine postsowjetische Gesellschaft, die im Sumpf aus Korruption und Terror versinkt“ angekündigt wird.

Catrin Boldebuck und Norris von Schirach
Screenshot: Anton Potche

Was könnte wohl besser in die Zeit, in der wir jetzt leben, passen? Da sitzen sich eine belesene Journalistin und ein weltgewandter Romanautor gegenüber und unterhalten sich über ein Buch, das von den Eingeweiden des Bösen schlechthin erzählt. Ort der Handlung ist Kasachstan. Aber das wirklich Böse reüssiert im Nachbarland Russland, in dem der Vorgängerroman dieser angedachten Romantrilogie verortet ist. Was genau auf Blasse Helden und Beutezeit folgt, ist noch nicht spruchreif. Sicher ist aber, dass das Gespräch immer wieder aus dem Roman in die Gegenwart hüpfte. Das war gar nicht unbedingt gewollt und hat etwas mit dem langen Aufenthalt des Autors in Russland zu tun. Der Homo Sovjeticus ist ein Homo Corruptus. Das war und ist so. Und Putin hat damit viel zu tun. „Um das Problem Putin zu erklären muss man den Dauerkollaps der 90er Jahre berücksichtigen“, erklärte Norris von Schirach. Und er stellte auch die Frage, die sich heute so viele Politiker und Normalbürger in diesem Land – ich meine Deutschland – stellen: „Wieso haben wir dem so vertraut, nur wegen einer Rede im Bundestag?

In den Augen Schirachs ist nicht nur Putin gescheitert, sondern ganz Russland. Nur will es dort, also im Machtapparat, niemand wahrnehmen. „Es ist völlig grotesk, wo man Gründe hernimmt, für das eigene Scheitern“, erzählte er aus seinen eigenen Erlebnissen und erwähnte auch die schwache Akzeptanz Gorbatschows in Russland. Und trotzdem war er nach dem Zerfall der Sowjetunion in diese „graue, wenig attraktive Welt“ gegangen. Das war zum Teil Abenteuerlust aber, man höre und staune, auch der eigene „literarische Zugang zu Russland“, genauer gesagt zur russischen Literatur des 19. Jahrhunderts.

Viel von dem, was Norris von Schirach im Reich Putins erlebt hat, ist in seine Romane eingeflossen. Dass sein Hauptheld Anton immer wieder scheitert, wenn er versucht, ehrlich zu sein, hat etwas mit dem Chauvinismus der russischen Herrenschicht und der herrschenden Kleptokratie zu tun. Man wird nun mal von einem Daseinsekel ergriffen, wenn man in solchen Kreisen herumkommt, sagte Schirach und versuchte mit einer Frageserie einen solchen Zustand für uns Westbürger verstehbar zu machen: „Kannst du überhaupt ehrlich bleiben in so einer Kleptokratie? Wie sollen wir heute leben in dieser Ausgesetztheit? Was soll das eigentlich sein, Moral, heute, wenn wir ständig bedroht werden von irgendwelchen Kräften, auf die wir keinen Einfluss zu haben scheinen? Was ist da, wenn morgen eine Atombombe über dem Schwarzen Meer gezündet wird, eine sogenannte taktische, um mal zu zeigen, was möglich ist?“

Für einige Sekunden riss hier bei mir der Aufmerksamkeitsfaden. Ich sah mich in einem Kreis Hora tanzender Jugendlicher in Costinești. (Foto). Das Mädchen an meiner Seite stammte aus Georgia (USA). Es war Mitglied eines gemischten Jugendchors, ich war Mitglied einer Jugendblaskapelle aus Temeswar. Man schrieb das Jahr 1972. Dann lauschte ich wieder dem Gespräch. Und der Krieg war so nah. Wie wird es Anton wohl im letzten Band der Trilogie gehen? Auch Catrin Boldebuck ist neugierig … sagte sie zum Schluss des Gesprächs und bat den Autor Norris von Schirach, noch schnell ein Foto machen zu dürfen, bevor er die Bühne verlässt.

Anton Potche