Montag, 21. September 2026

Jahrmarkt vor 100 Jahren – 1926 (2)

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Die Banater Gemeinde Jahrmarkt, heute Giarmata, hat keine ausführliche Ortsmonographie. Das führt dazu, dass einige Bereiche des gesellschaftlichen Lebens aus der Zeit der deutschen Bewohner nur lückenhaft in verschiedenen Schriften auffindbar sind. Zum Beispiel politische Aspekte des Gemeindelebens. Da kann das Stöbern in alten Zeitungen den ein oder anderen guten Dienst erweisen. Zum Beispiel in der BANATER DEUTSCHE ZEITUNG vom 23. Januar 1926. Dort findet man nämlich eine Annonce unter der Überschrift Neuwahlen der Nachbarschaftsobmänner in der deutsch-schwäbischen Ortsgemeinschaft Jahrmarkt. Weitere Details fehlen, aber die Kandidaten mit ihren erworbenen Stimmen sind aufgelistet. Und das ist schon mal etwas wert, denn vielleicht finden neugierige Nachkommen ja politisch engagierte Vorfahren. Hier sind sie: Johann Eichinger (16 Stimmen), Johann Mathis (131), Michael Eckert (55), Ignaz Krämer (69), Michael Heidecker (87), Josef Kolleth (268), Johann Ebner (154), Ferdinand Nebel (168), Johann Lux (244), Johann Wagner (196), Ferdinand Loris (283), Nikolaus Fiak (312), Christoph Schmidt (330), Matthias Mathis (340), Johann Kaßnel (365), Nikolaus Mayer, Georg Staß (449), Josef Schneider (297), Georg Roßner (431), Michael Berger (410), Nikolaus Wildau (570), Johann Wagner (539), Matthias Wagner (534), Peter Loris (625), Franz Wagner (636), Johann Bosch (683), Adam Ferch (687), Jakob Schmidt (735), Johann Jost (754). Ein Obmann vertritt die Interessen eines Vereins oder Ausschusses, einer politischen Partei oder Organisation, hier einer Nachbarschaft nach außen. Die Bezeichnung Obmann wird heute noch in Österreich und Süddeutschland verwendet.

Natürlich lebten unsere Vorfahren vor 100 Jahren nicht ohne politische Einflüsse ihrer Umgebung. Die Wahlkämpfe wirkten sich immer auch auf die Minderheiten Rumäniens aus. 1926 war ein von politischen Ereignissen geprägtes Jahr. Im März trat die eine volle Legislaturperiode (vier Jahre) im Amt gewesene Regierung Brăteanu zurück. König Ferdinand I. beauftragte General Alexandru Averescu, Leiter der Volkspartei (Partidul Poporului) mit der Regierungsbildung. Auch Parlamentswahlen waren für Mai und Juni 1926 vorgesehen. Das hatte natürlich Einfluss auf die politische Stimmung im Land, auch auf die an Politik interessierten Banater Schwaben. Diese Situation reflektierte sich auch auf die Berichterstattung in der deutschen Presse Rumäniens. Am 8. April 1926 schrieb die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG einen ausführlichen Bericht, genauer gesagt, einen Wahlkampfbericht, worin es unter anderem hieß: „Bei der gestern im Fabrikshof stattgefundenen Versammlung der hiesigen Goldiș=Fraktion soll auch das Verhalten der Banater Deutschen gegenüber der neuen politischen Lage zur Sprache gekommen sein. Unter anderem machte der gewesene liberale Abgeordnete Dr. Obadeanu der Versammlung die überraschende Mitteilung, >daß die Schwaben mit Averescu gehen<. Darauf reflektierte sofort Herr Dr. Gropsian und erklärte, dass Abordnungen aus einigen deutschen Dörfern wie Liebling, Jahrmarkt und Lovrin bei ihm erschienen sind und erklärt haben, dass sie mit der Goldiș=Fraktion gehen werden.“ Der Autor des Artikels schien allerdings anderer Meinung zu sein, denn er führte in seiner politischen Analyse weiter aus: „Wir haben unsere Grundsätze als Minderheit und wir erwarten es von jeder rumänischen Partei, ganz gleichgültig, ob sie im Besitze der Macht ist oder nicht, daß sie diese respektiere. Deshalb müssen wir jeden Versuch, auch diesen des Herrn Gropsian, unsere Einheitsfront anzutasten, als liberale Herrschaftsmethode, zurückweisen und auf das entschiedenste bekämpfen.“

Wahlen benötigen immer sorgfältige Vorbereitungen, besonders politische. Am 27. April 1926 brachte die BDZ einen ausführlichen mit vielen Untertiteln versehenen Bericht über die Einstimmige Annahme des Wahlkartells der Deutschen Partei mit der Regierung. Im ersten Abschnitt wurden Wichtige Beschlüsse des Deutsch=schwäbischen Volksrates angekündigt. Dass die Vertreter der Banater Schwaben Interesse an den bevorstehenden Parlaments- und Senatswahlen hatten, zeigte ihre zahlreiche Teilnahme an der „gestrigen außerordentlichen Volksratssitzung. Außer den Volksräten nahmen unter anderen die Vertreter folgender Gemeinden an der Sitzung teil: Guttenbrunn, Ujvar, […], Jahrmarkt, […], Engelsbrunn, Grabatz.“ Weiter hieß es unter dem Titel Obmann Dr. Kaspar Muth begründet das Wahlkartell: „Dr. Muth […] schilderte die Beweggründe, die die Vertreter aller Siedlungsgebiete der Deutschen Partei dazu bewogen, die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen den Regierungsvertretern Innerminister Goga und Staatssekretär Bucsan einerseits, Dr. Hans Otto Roth, Rudolf Brandsch, Dr. Emmerich Reitter anderseits anzunehmen und den einzelnen Volksvertretern zur Gutheißung zu unterbreiten.“ Der folgende Untertitel deutete auf Die Parlamentsvertretungen des Deutschen Volkes hin. Es folgte Das Wesen der Abmachungen mit der Regierung und Die Stellungnahme des Volksrates. Da hieß es, dass „die Volksratsmitglieder Lehrer Zimmer (Jahrmarkt), Blum (Liebling), Schmitz (Kleinsanktpeter), […], und a. m. nahmen mit mehr oder minderer Begeisterung für das Wahlabkommen Stellung und äußerten mannigfache Beschwerden und Befürchtungen.“ Im Beschlußantrag, der Kandidierung und der Regierungsliste im Temesch=Torontaler Komitat erfährt man dann die Namen der deutschen Kandidaten: Dr. Franz Kräuter, Dr. Emmerich Reitter, Hans Beller (Arader Komitat), Fritz Pauck (Karascher Komitat) - für die Abgeordnetenkammer - sowie Senator Karl Möller und Prälat Franz Blaskovics (Arader Komitat) für den Senat.

Die BDZ veröffentlichte am 9. Mai 1926 die „Abstimmungsplätze der Gemeinden des Temesch=Torontaler Komitates“. Als 36. und letzte Wahlsektion stand auf der Liste: „Wahllokal: Remete, Staatsvolksschule, wo vorm. Bukowetz, Basosch, nachm. Jahrmarkt, abends nach 8 Uhr Ianova, Iswin, und Remete, insgesamt 3565 Wähler, abstimmen“.

Das Organisatorische zur Wahl schien geklärt zu sein, während der Wahlkampf aber umso schärfer weiterging. Am 12. Mai konnte man in der BANATER DEUTSCHEN ZEITUNG von einem „Fiasko“ lesen, das so aussah: „Der verflossene liberale Abgeordnete Dr. Michael Kausch und seine Genossen, die von den Liberalen als Zutreiber und Stimmenfänger in schwäbischen Gauen verwertet werden sollten, haben sich Sonntag Abfuhren geholt, wie sie gründlicher nicht erfolgen konnten. […] Dr. Noll versuchte sich mit Obadeanu in Jahrmarkt und Kleinbetschkerek. Aus seinem Programm ist als neues Moment bemerkenswert, dass er der Volksgemeinschft vorwarf, sie gravitiere nach Jugoslawien und verfolge das Ziel, Zwietracht zwischen dem Rumänentum und Deutschtum zu streuen. Lehrer Michael Zimmer blieb die gebührende Antwort auf diese lächerlichen Anschuldigungen nicht schuldig und sagte u. a.: >Warum ist der Kausch heute nicht bei uns erschienen, damit wir ihn für seine Haltung zur Verantwortung ziehen? Mit dem liberalen Abgeordneten Obadeanu sind Sie hergekommen, um uns zu gewinnen. Ein schlechteres Mittel hätten Sie gar nicht finden können. Denn wir denken daran und fragen: Ist das Staatsgesetz, das von der liberalen Regierung durchgepeitscht wurde, Gerechtigkeit? Zeugt es von Gerechtigkeit und Verständnis für die Minderheiten, wie die Agrarreform durchgeführt wurde? Wo bleiben noch die vielen anderen Fälle, die allesamt gegen die Liberalen sprechen?< Auf diese mannhaften Worte wußte Dr. Noll nicht zu antworten. Abg. Obadeanu dagegen nahm zu Drohung die Zuflucht und erklärte, er werde sich den Lehrer Zimmer merken.“

Am Donnerstag, den 13.Mai 1926, veröffentlichte die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG einen Artikel mit der Überschrift Die Wahlvorbereitungen in unseren Gemeinden – Begeisterte Stellungnahme für die deutsche Einheitsfront – treue Anhänglichkeit zur deutschen Volksgemeinschaft. Und was erfährt man, wenn man heute dort nachliest? Auch die Geistlichen machten vor 100 Jahren Politik! Im Unterartikel mit dem Titel Dr. Franz Kräuter in Königshof, Rigosch, Blumenthal, Bruckenau und Jahrmarkt unter anderem: „In Jahrmarkt, wo am Vormittag die Kauschisten einen vergeblichen Versuch gemacht hatten, über den wir an anderer Stelle berichten, war der Erfolg ebenfalls durchschlagend. Ortsobmann Pfarrer Nikolaus Anton, der sich mit einer großen Schar Volksgenossen in der liebenswürdigsten Weise der Temeswarer Gäste annahm, blickte mit Stolz in den dichtgefüllten Saal, und gab in kräftigen Worten dem Willen Ausdruck: Jahrmarkt bleibt, wo es war, d. i. In der Volksgemeinschaft.“

Am 27. Mai hieß es dann in der BDZ: Majorität der Regierungsliste – Vernichtende Niederlage der Liberalen – Imposanter Aufmarsch der deutschen Volksgemeinschaft – Ruhiger Verlauf der gestrigen Wahlen. In der Wahlsektion Temesvar, Rumänisches Staatslyzeum (Cerneteaz) waren 3550 Wahlberechtigte eingeschrieben. Davon haben 2708 ihre Stimme abgegeben. Mit 1061 Stimmen hat die Kartellierte Regierungspartei und Minderheiten am besten abgeschnitten. Nicht ganz so gut sah es für die Regierungspartei und die Minderheiten in der Wahlsektion Remete, wo auch die Jahrmarkter wählen konnten, aus. Von 2985 abgegebenen Stimmen entfielen 909 auf die Wahlsieger. Hier schnitten die Zaranisten mit 662 Stimmen relativ gut ab. In dieser Sektion waren auch die Wähler von Ianova und Izvin an die Urnen gegangen.

Zwei Tage später konnte man dann in der gleichen Zeitung lesen: Die Senatswahl in Temesvar – Große und ruhige Beteiligung der Wähler – Die Abstimmung geht rasch vor sich – Schluß wahrscheinlich noch vor Mitternacht. In fünf Temeswarer Sektionen konnten „Senatswähler“ abstimmen. Zu ihnen gehörten auch Wahlberechtigte aus Csernegyhaza und Jahrmarkt. Die Zeitung schrieb noch zum „Wahlbezirk Fabrik, Badgasse“, dass die Csernegyhzaer und Jahrmarkter erst am Nachmittag „zur Urne schreiten“ können. Bis dann „machten die Jahrmarkter sich’s im Gras um die rumänische Kirche bequem. Der Vertrauensmann der Deutschen ist Johann Wendel“, hieß es weiter.

Am Sonntag, den 30. Mai 1926, konnte die deutsche Zeitung der Banater Schwaben (BDZ) dann auf der ersten Seite melden: Entscheidender Sieg der kartellierten Liste bei der Senatswahl – Sämtliche deutschen Kandidaten des Landes gewählt – Dank unserem Volke! Das Resultat der Wahl war auch für die Jahrmarkter erfreulich. Weniger positiv hat sie in der gleichen Zeitung aber wahrscheinlich folgende Nachricht gestimmt: „Der 78 Jahre alte, schwerhörige Knecht Karl Kökenyi, der auf einer Hodaie in der Nähe der Gemeinde Jahrmarkt wohnt, war gestern in der Fabriker Badgasse bei der Senatswahl abstimmen. Gegen 7 Uhr abends trat er den Heimweg an. Damit er sicher nach Hause finde, fuhr er zum Fabriker Bahnhof und ging neben den Schienen gegen Jahrmarkt. Als er in die Nähe des Bahnwächterhäuschens „Jagdwald“ kam, stand der Bahnwächter Barna mit der roten Fahne in der Hand in Erwartung des signalisierten Lugoscher Lastzuges Nr. 1251. Barna, der den alten Mann erblickte, rief ihm zu, er solle die Strecke verlassen, denn aus dem Bahnhof komme ein Zug. Der Schwerhörige verstand aber die Rufe nicht und ging statt nach links, nach rechts und betrat das Orschowaer Geleise. Im selben Moment brauste der Lastzug daher, schleuderte ihn auf die Schienen und fuhr über ihn hinweg. […] In seiner Tasche fand man die abgestempelte Wählerlegitimation und so stellte man seine Identität fest. […].“

Nicht nur Parlaments- und Senatswahlen fanden vor 100 Jahren in Rumänien statt, sondern auch Komitatswahlen. Wie in der BDZ vom 1. Juni angekündigt, war in der Jahrmarkter Schule eine Wahlsektion eingerichtet. Dorthin waren zur Wahl bestellt die Wahlberechtigten aus Rum- und Deutschbentschek, Bruckenau, Covacsi, Ujßentes und Csernegyhaza. Präsident für diese Sektion war Gerichtsrat Georg Neagu.

Das Gesamtergebnis dieser Komitatswahl wurde von der BANATER DEUTSCHE ZEITUNG am 6. Juni 1926 wie folgt angekündigt: Glänzender Sieg der kartellierten Liste bei den Komitatsratswahlen – Ein neuerlicher Erfolg der deutschen Einheitsfront im Banat. In Jahrmarkt waren 3253 Personen in die Wählerlisten eingetragen. Davon wählten 1743 Personen die „Regierungspartei und Minderheiten“. Die National-Zaranisten bekamen 429 und die Liberalen 228 Stimmen.

Nach den Wahlen geht es in der Regel ans Regieren, Mitregieren oder Opponieren. Die Banater Schwaben konnten eigentlich mit den Ergebnissen der Wahlen des Jahres 1926 zufrieden sein. Das bekundete die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG am Dienstag, den 13. Juni so: Ueber die Zukunft unserer Volkspolitik – Die gestrige Volksratssitzung – Reichhaltiges Programm – Interessante Beratungen – Protest gegen flagrante Ungerechtigkeit. Der sehr ausführliche Artikel begann mit einer schmeichelnden Bemerkung: „Jemand hat unsere Volksratssitzungen mit einer kleinen Uebertreibung als Schwäbisches Parlament bezeichnet. Wer unserer gestrigen Volksratssitzung, die von morgens 9 Uhr bis abends ½8 währte, beigewohnt hat, konnte dieser Bezeichnung nicht alle Berechtigung absprechen.“ Obmann Dr. Muth hielt fest, „dass […] unser Volkskörper […] den Beweis seiner politischen Reife erbracht hat.“ Und weiter kann man lesen, dass Lehrer Zimmerer (Jahrmarkt), Lehrer Heich (Neudorf), Ortsobmann Kräuter (Nitzkydorf), Ortsobmann Bieber (Tschakowa), Obmann Dr. Kalkbrenner (Orawitza) spannend zum Gegenstand sprachen. 

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Anton Potche

Montag, 14. September 2026

Eine große Johann Strauß Gala

Von wegen groß. Fällt der Name Johann Strauß (1925 - 1899), dann denkt man sofort an die Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker, ein großes Orchester, eines der besten der Welt, mit einem von Jahr zu Jahr wechselnden Dirigenten, mit bezaubernden Balletteinlagen und das alles vor einem am jeweils ersten Tag eines neuen Jahres weltweit gefesselten Millionenpublikum.

Aber siehe da, es geht auch eine Nummer kleiner. Vorgestern im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt. Vor einem Säulenpanorama nahmen die Orchestermitglieder ihre Plätze ein: eine Flötistin, ein Klarinettist, ein Pianist und sieben Streicher. So sieht eine Miniaturbesetzung des Gala Sinfonie Orchesters Prag aus. Dazu gesellten sich im Laufe der Musik-Tanz- und Gesangsaufführung ein Sänger, vier Sängerinnen sowie vier Tänzerinnen und zwei Tänzer des Johann Strauß Balletts, auch aus Prag.

Und man soll es nicht glauben: Eine opulente Klangfülle beherrschte sofort den Festsaal. Unsterbliche Melodien des Walzerkönigs und seiner komponierenden Zeitgenossen [u.a. Carl Zeller (1842 - 1898), Carl Millöcker (1842 - 1899), Franz Lehar (1870 - 1948)] ließen das Publikum – meist Damen und Herren ab 60 – in Walzer- Polka- Mazurka- und Marschseligkeit schwelgen. Schuld waren die saubere Interpretation des Orchesters und die fabelhaften Stimmen der vier Sopranistinnen – Jana Hruby fungierte auch als Moderatorin - und des wie ein Hahn im Korb agierenden Tenors Mila Wilden, aber auch die Ohrwurmqualität der zu Gehör gebrachten Melodien aus den Operetten Die Fledermaus, Der Zigeunerbaron, Eine Nacht in Venedig und vielen anderen Kompositionen mit Alleinstellungsmerkmal (mit und ohne Gesang), die den Instrumentalisten viel Gefühl und vor allem Virtuosität abverlangten. Konzertmeister Dmitrij Vecer brillierte auf seiner Geige.

Die Musiker aus Prag hatten in ihrem Gepäck auch ein farbenfrohes und anekdotenreiches Programmheft (DIN A4, mit kleinen Druckfehlern, 5 €), in dem man lesen kann, dass mit dem Walzer An der schönen blauen Donau dem Walzerkönig bis zu der Uraufführung dieses Stückes (1867) der „bis dahin größte Wurf seines Lebens“ gelungen war. Eduard Hanslik (1825 – 1904), laut WIKIPEDIA „einer der einflussreichsten Musikkritiker seiner Zeit“, hat diesen Walzer „ein patriotisches Volkslied ohne Worte“ genannt. Wie wahr die von diesem Werk transportierte Farbenpracht der Donau schon immer war, übermittelt uns in diesem Heft „eine statistische Untersuchung aus dem Jahre 1935“. Dort heißt es nämlich, „dass die Donau bei Wien 6 Tage im Jahr braun, 55 lehmgelb, 38 schmutziggrün, 49 Tage hellgrün, 47 Tage grasgrün, 24 stahlgrün, 109 smaragdgrün, 37 dunkelgrün ist – nur in der Musik des Walzerkönigs bleibt sie ewig blau.“


Das war am Samstagnachmittag (ab 15:30 Uhr) eine sehr gelungene, fröhliche und qualitätsvolle Galaaufführung im Festsaal des in seiner Gesamtheit leider nicht mehr brauchbaren Stadttheaters Ingolstadt. So mancher Zuschauer wird sich dabei gedacht haben, dass es für ihn vielleicht die letzte Vorstellung in diesem glas- und betonlastigen sowie geschichtsträchtigen Hämer-Bau war.
Anton Potche 

Montag, 7. September 2026

Seppi und Peppi sind verschiedener Meinung

Ein Tag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt sitzen Seppi und Peppi im Mohrenkopf. Und reden.

- Hast du gestern Abend Fernseh geschaut?
- Ja, zweimal so lange, bis der Fernseher sich von allein abgeschaltet hat.
- Und?
- Das Resultat war immer das gleiche. Der Ulbricht lag immer vorne.
- Wieso sollte er auch nicht? Auf dem Simson! Und übrigens heißt er Ulrich und nicht Ulbricht.
- Ja, ist gut, aber die anderen zogen trotzdem nicht nach. Den ganzen Abend nicht.
- Wie sollten sie auch? Wenn es keine Stimmen mehr gab.
- Und jetzt?
- Fährt er in die Regierung. Auf dem Simson.
- Er hat doch gesagt, dass er das nicht will, wenn die nicht genug Stimmen für ihn finden.
- Wer und wo?
- Na, die Stimmenzähler in den Wahllokalen.
- Haben die nicht gut gezählt?
- Doch, aber zum Schluss waren keine Stimmen mehr.
- Und darum will der Ulrich nicht regieren?
- So hat er gesagt.
- Aber vor der Wahl.
- Ja und?
- Jetzt sind wir doch nach der Wahl. Hast du das noch immer nicht kapiert?
- Was soll ich kapieren?
- Das vor und nach der Wahl immer zwei Paar Stiefel sind.
- Also kann er doch regieren?
- Na klar. Auf dem Simson. Da kommt auch Bewegung in die Bude.
- Meinst du? Ich finde den Ulrich sympathisch. Der ist immer fröhlich und fährt auf dem Simson durch die DDR.
- Hallo! Durch Sachsen-Anhalt. Das ist nicht mehr die DDR. Das ist jetzt Ostdeutschland oder die neuen Bundesländer.
- Hm! Findest du nicht, die Politik ist heute ziemlich kompliziert?
- Ich denke, wir sollten uns einen Haps-Flip bestellen. Dann verstehst du auch den Ulrich auf seinem Simson.
- Ja, das ist eine gute Idee.
- Bedienung!

Der Sommer war heuer heiß und lang. Er ist es noch immer.

Anton Potche

Montag, 31. August 2026

August 2026 – Giarmata in den Medien

 
Stromunterbrechung
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 02.08.2026
Zwischen dem 3. und 9. August wird in vielen Ortschaften des Kreises Timiș / Temesch der Strom zwecks Instandhaltungsarbeiten unterbrochen. So auch in Cerneteaz am Dienstag, den 4. August, von 9:00 bis 17:00 Uhr und in Giarmata am Donnerstag, den 6. August, in der Straße Regele Carol, Nr. 47, auch von 9:00 bis 17:00 Uhr.
+ + + Ich froo mich bloß, wu die ville Elektriker herkumme. + + +

Ein kühlendes Nass für die Kinder in Giarmata
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 06.08.2026
Die Freiwillige Feuerwehr aus Giarmata hat ein feuchtfröhliches Spektakel für die Kinder organisiert. Eine Stunde lang konnten die Kleinen sich im Izvor-Park mit den Wasserstrahlen aus den Schläuchen der Feuerwehrautos duschen. Am nächsten Tag soll so im zu Giarmata gehörenden Dorf Cerneteaz gegen die Hitze und Trockenheit im Arteză-Park vorgegangen werden.
+ + + Bravo! + + +

Hausarrest
aus ZIUAdeVEST.ro, Timişoara / Temeswar; 07.08.2026
Fünf Männer aus Giarmata, Florescu Sorin Cosmin, Tătărușanu Nicolae David, Lazea Dorel Emanuel, Dănulețiu Ilie Raul und Florescu Alexandru Constantin, wurden vom Temeswarer Gericht zu 22 Tagen Hausarrest verurteilt. Ihr Vergehen? Vier von ihnen - der fünfte war der Fahrer eines Pkw, der die Gruppe zum Tatort gefahren hat - griffen drei Insassen eines anderen Autos mit Knüppel und einer Gabel in der Nacht des 28. Juli 2026 um 0 Uhr 30 an. Der Angriff fand auf einem nicht beleuchteten Parkplatz nahe einer Verkehrsinsel in Giarmata statt. Die Opfer erlitten Verletzungen, die ärztlich behandelt werden mussten.
+ + + Ich moon, so etwas hot 's in Johrmark noh em Auswannre vun de Musikante nemi gewwe … Awwer jetz geht ’s wedder. + + +

Desinfektionsmittel gegen die Insekten
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 11.08.2021
Für 21:00 Uhr hat die Gemeinde Giarmata schon zum vierten Mal heuer eine Desinfektionsaktion gegen die lästigen Insekten in Giarmata und Cerneteaz angekündigt. Die Interventionsgruppen werden ihr Gift in den Straßen und öffentlichen Plätzen versprühen. Die Bewohner der zwei Ortschaften werden aufgerufen, die Kinder zu Hause zu halten.

Ruga“ und „Die Tage der Gemeinde Giarmata“
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 16.08.2026

FotoQuelle: deBanat.ro

Start in die Fußballsaison 2026 / 2027

aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 22.08.2026
Fußball – D-Liga – Timiș / Temesch - 1. Spieltag
CSC Ghiroda şi Giarmata Vii II - CSC Millenium Giarmata 1:1
Tabellenplatz: 8 CSC Millenium Giarmata 1
+ + + 16 Mannschaften sind in der Temescher Liga D in den Ligabetrieb gestartet.
+ + +

Mit dem Linken gestartet
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 22.08.2026
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 1. Spieltag
Progresul Gătaia CS Unirea Cerneteaz 6:2
Tabellenplatz: 14 Unirea Cerneteaz 0
+ + + Auch in dieser Gruppe spielen 16 Mannschaften. + + +

Sozialstation in Giarmata
aus deBANAT.ro; Timişoara / Temeswar; 22.08.2026
Die Gemeinde Giarmata hat ein Projekt im Wert von 4,9 Millionen Lei, 98% EU-Gelder, an Land gezogen. Der Titel des Vorhabens sagt, um was es geht: „Gemeinsam für unsere Großeltern“. Zu den wichtigsten Aufgaben des Projekts zählen: „Hilfe zu Hause, ein warmes Essen, ein gutes Wort, ärztliche Betreuung und ein Notfallarmband, einen Hort zum Lachen, zum Erinnern“. Auch Ausflüge sollen möglich werden und andere der Sozialisierung dienende Aktivitäten.
+ + + Gut gemacht, Claudiu! + + +

Hitzewellen gab es im Banat schon vor 230 Jahren
aus ADZ.ro; Timișoara / Temeswar; 26.08.2026
Das weiß der aus Giarmata / Jahrmarkt stammende pensionierte Journalist und Heimatkundler Luzian Geier. Er hat nämlich ein „Erinnerungsbuch“ des „Buchbindergesellen“ Adam Henß, das 1845 in Jena erschienen ist, gelesen und darüber eine Rezension in der ALLGEMEINE DEUTSCHEN ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN veröffentlicht. In diesem Buch spielt das Wetter im Banat des 19. Jahrhunderts eine aussagekräftige Rolle.
+ + + Der Buchbindergsell aus Deitschland hatt schun selmols e gudi Meinung vun uns Schwowe. Norr es Wedder hot ehm net so gepasst. + + +

Eine schöne Summe für die römisch katholische Pfarrei in Giarmata
aus PrimăriaGiarmata - FACEBOOK, Giarmata / Jahrmarkt, 27.08.2026
- Der Kreisverband Timiș / Temesch beabsichtigt in Giarmata eine Fußballakademie (academie de fotbal) einzurichten. Der Senator Titi Stoica war zu diesem Zweck in die Gemeinderatssitzung gekommen. Besonders ist es in Giarmata wichtig, den Platz 2 neu zu gestalten – wenn möglich mit einem Kunststoffrasen (gazon sintetic) -, sagte er. Natürlich wurde in dieser Sitzung noch kein Entschluss gefasst.
- Im Rathaus Giarmata gibt es zurzeit zwei vakante stellen. Es gab auch zwei Versetzungen für Angestellte in höhere Stellen.
- Besprochen wurde auch der Haushalt für den dritten Semester. Die Gemeinde kann sich über ein Plus von 135.000 Lei freuen. Es gab keine Schwierigkeit, das Geld im Budget unterzubringen.
- Die christliche Baptistengemeinde Emanuel hat um eine Summe von 200.000 Lei gebeten. Es soll ein neues Bethaus errichtet werden. Der Antrag wurde genehmigt.
- Für die römisch katholische Pfarrei in Dumbrăvița hat der Gemeinderat 358.254 Lei genehmigt. Das Geld ist aber für die katholische Kirche in Giarmata gedacht, denn die ist eine Filiale von Dumbrăvița. Besonders im Unteren Friedhof soll das Geld für eine Alarmanlage, die Reparatur der Tore und des Kreuzwegs Verwendung finden. Auch Pflasterarbeiten (pavaj) sind geplant. Nach der Freigabe dieser Gelder hat der Bürgermeister einige lobende Worte für den Gemeinderat Iulian Martin, der sich um die Pflege der Giarmataer Friedhöfe kümmert, gefunden.
- Bürgermeister Mihălceanu ist nicht besonders darüber glücklich, dass man ihm von den Behörden in Bukarest eine ursprüngliche Summe von über 5 Millionen Lei auf 4.151.679 Lei zusammengestrichen hat. Das Geld benötigt die Gemeinde zum Verlegen von Gasleitungen.
+ + + Weil kein Tagesordnungspunkt zu langen Diskussionen führte, war die Sitzung nach knapp 40 Minuten beendet. + + +

Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 29.08.2026
Fußball – D-Liga – Timiș / Temesch - 2. Spieltag
CSC Millenium Giarmata – Flacăra Parța  3:1
Tabellenplatz:  6 CSC Millenium Giarmata   4

Auch Heimsieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 29.08.2026
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 2. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz - Victoria Rudna  3:1
Tabellenplatz:  10   Unirea Cerneteaz  3

Anton Potche