Montag, 14. Oktober 2019

Musikalische Superlative

Im Programmheft der Benefiz-Konzert-Tournee des Polizeiorchesters Bayern steht in der künstlerischen Vita des Dirigenten Prof. Johann Mösenbichler, Generalmusikdirektor der Bayerischen Polizei, auch folgender Satz: „Sein Arbeitsschwerpunkt  liegt im Bereich der konzertanten Blasmusik.“ Das spürte man fürwahr beim Konzert dieses Orchesters in Ingolstadt: bis ins letzte Detail ausziselierte Musikstücke, aber nie einer rhythmischen oder gesamtinterpretativen Starre anheimfallend, sondern immer spürbar flexibel und ab und an sogar gefühlbetont, doch ohne jeglichen Kitsch. Dazu kommt ein Programm, das auf eine vom Auditorium leicht nachvollziehbare Steigerung ausgelegt ist.

Schon der Eingangsmarsch ließ aufhorchen, wo man ja nicht wusste, was auf einen zukommt, gastierte dieses Orchester doch zum ersten Mal in der Donaustadt. Der Ceremonial March des Belgiers Jan Van der Roost (*1956) ist hervorragend dazu geeignet, ein ausgewogenes Klangerlebnis zu gewährleisten. Das 1984 komponierte Stück startet mit einem Paukeneinsatz  und entwickelt sich schnell zu einer nicht zu verleugnenden Hommage an Sir Edward Elgar (1857 – 1934), den Autor der inoffiziellen Hymne des Königreichs England, wie auch Peter Seufert (Klarinette & Moderation) in seiner kurzen und informativen Moderation andeutete.

Das zweite Stück stellte schon die Vielseitigkeit und Schwarmvirtuosität dieses Bläserensembles unter Beweis. Wer nicht hinsah, bemerkte kaum, dass hier keine Streicher am Werk sind. Filigran in allen Lagen und absolut auf der Höhe der eingeforderten Bläsertechnik erklang die dargebotene Ouvertüre zur Oper Wilhelm Tell von Gioacchino Antonio Rossini (1792 - 1868). Das war schon ein Gänsehautgefühl, als diese Tutti-Bläsersätze in sehr ausgewogener Lautstärke und in rasendem Tempo über die Köpfe – und wohl durch so manches Herz – des Auditoriums flogen. Damals war es Rossinis letzte Oper (Uraufführung 1829 in Paris) und die Zeit des „schönen Gesangs“, und hier im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt war es instrumentaler Belcanto in Reinkultur.

Dann war im Programmheft der Solotrompeter Martin Ehlich angekündigt. Es musste aber leider bei der Ankündigung bleiben, denn seinen Auftritt vereitelte ihm ein Motorradunfall. Für ein Profiorchester ist das aber nicht unbedingt ein Beinbruch. Der Trompeter Peter Millich verließ sein Pult an der Trompete, stellte sich neben den Dirigenten und ließ das Publikum seine zum Teil atemberaubenden Silberfäden von Hart Pease Danks (1834 – 1903) bewundern. Das am folgenden Tag in Bayern (bisher nur in Bayern und auch das zum ersten Mal) Großelterntag war, dürfte ein reiner Zufall gewesen sein. Dass Silberfäden aber mit den ergrauten Haaren einer Oma oder eines Opas zu tun haben könnten, ist nicht ausgeschlossen. Wie heißt es doch so schön bei Vico Torriani (1920 - 1998): „Silberfäden zart durchziehen / meiner Mutter weiches Haar, / Silberfäden heute zieren / ihr das Haupt so wunderbar.“

Jacques Press (1903 - 1985) ist ein in Georgien geborener Komponist, der zwar die meiste Zeit seines Lebens in den USA verbrachte, aber mit dem Virus der südosteuropäischen und asiatischen Musik infiziert war. Sein Weg in die USA führte über Paris und Istanbul. Das war auch im Hochzeitstanz aus der symphonischen Suite Hasseneh  erkennbar, besonders als das Xylophon stellenweise die Melodieführung übernahm. In der Heimatstadt des Georgischen Kammerorchesters war das schon ein interessanter bläsermusikalischer Einwurf. Das hat hervorragend in die Musikzeitgeschichte der Stadt an der Donau gepasst.

Die von Prof. Mösenbichler angestrebte Steigerung im Programm funktionierte. Garant dafür war ein Werk in fünf Sätzen von W. Francis McBeth (1933 - 2012), ein amerikanischer Komponist und Dirigent. Of Sailors and Whales ist eine Programm-Suite mit betitelten Sätzen und einem Sprecher (Peter Seufert). Musikalisch erzählt wird die Geschichte von Moby-Dick, hier unterteilt in die Musikkapitel Ishmael, Queequeg, Father Mapple, Ahab und Der weiße Wal. Dieses Werk zeigt, was man mit einem Blasorchester alles anstellen kann – im positivsten Sinn dieses Wortes. Von der Sehnsucht nach den endlosen Weiten der See bis zum Existenzkampf des Menschen gegen die Natur ist alles in eine musikalische Narration gebettet, die nicht zuletzt dank des hervorragend agierenden Sprechers vom Publikum in einer eingesetzten Mäuschenstille (kein Husten, kein Räuspern) regelrecht aufgesaugt wurde.  Plötzlich erklingt ein Choral, in einwandfreiem A-cappella-Gesang  von den 45 Musikerinnen und Musikern (die nur nach Qualität und nicht nach Quote im Orchester sitzen, wie der Dirigent später in einem Gespräch mit der BR-Moderatorin Regina Wallner präzisierte) vorgetragen. Sakrale Stimmung. Gänsehaut im Festsaal.

Pause.

Der zweite Teil beginnt zünftig. Marschmusik in bester tschechisch-altösterreichischer Tradition. Habsburg  scheint nie untergegangen zu sein. Und wer könnte diese Nostalgie besser vermitteln, als der Österreicher Johann Mösenbichler. Unsere Helden nannte Julius Fučík (1903 – 1943) sein Opus 289. Straff, aber voller sich gegenseitig ablösender Motive klingt dieser Marsch. Da war noch Zuversicht vorhanden. Der 1. Weltkrieg war erst in seinem zweiten Jahr, als der tschechische Kapellmeister diesen Marsch schrieb. Da gab es noch Helden.

Im folgenden Stück konnte ein Euphonist seine Spielkunst unter Beweis stellen. Tobias Epp spielte mit dem Schönklanginstrument For a Flower von Hermann Pallhuber (*1967). Ein schönes Stück, mit kantilenenhaft getragenen Passagen, aber auch virtuosen Rauf- und Runterläufen. Besonders an diesen Stellen könnte man vielleicht noch ein wenig schrauben. Zumindest ich hatte das Gefühl, dass das Stück in diesen Allegro-Tempi etwas überinstrumentiert ist. Das kann an einer anderen Stelle des Saals aber schon wieder ganz anders geklungen haben. Ein eher meditatives Euphonium hat nun mal nicht die Strahlkraft einer jubelnden Trompete.

Leonard Bernsteins (1918 -1990) Musik ist seit Langem fester Bestandteil der symphonischen Blasmusikliteratur. Denken wir nur an Candide, eine Musicalouvertüre, die sich längst verselbstständigt hat. Das Polizeiorchester Bayern hatte an diesem Abend die Ouvertüre zum Musical Wonderful Town im Gepäck. Das Stück ist so alt wie ich, klingt aber bedeutend frischer, gefiel es meiner Frau, auf dem Heimweg zu scherzen. Wo sie Recht hat, hat sie recht. Bernsteins Musik scheint nicht altern zu können. Ich habe das auch an vier jungen Menschen, die vor uns saßen (wahrscheinlich Studenten) gemerkt. Sie blickten sich gegenseitig an: Diese Melodie kennen wir doch. Natürlich, Bernstein lebt durch seine Musik. Und die ist nun mal unsterblich. Dazu tragen auch so einwandfreie Aufführungen wie die an diesem Konzertabend bei.

Fotos: Anton Potche
Als letztes Stück erklang dann das Sternstundenlied von Thilo Wolf (*1967). Wer kennt das nicht. Jeder, der schon mal die Sendung des BR „Sternstunden – Wir helfen Kindern“ gesehen hat, wurde auch mit dieser Erkennungsmelodie konfrontiert, mehr oder weniger bewusst. Was folgte war mehr als höflicher Applaus. Begeisterung und Standing Ovations.

Dafür gab es noch zwei Zugaben und eine Zuzugabe für das zahlreiche Publikum [The Catalyst von Manfred Hechenblaickner (*1971) – 1. Flügelhornist in diesem Orchester und Vielen Dank für die Blumen von Udo Jürgens (1934-2014)], auf dessen Dank auch in Scheinen man hoffte, denn der Eintritt zu dieser sehr gelungenen und hochwertigen Konzertveranstaltung war frei. Die nach dem Konzert eingesammelten Spenden kommen in Gänze (ohne Verwaltungskosten) den „Sternstunden – Wir helfen Kindern“ des Bayerischen Rundfunks zugute.

Ingolstadt kann sich über einen Mangel an konzertanter Blasmusik wahrlich nicht beklagen. Für den 25. Oktober hat die Audi Bläserphilharmonie ein Benefizkonzert im Festsaal des Stadttheaters angekündigt und am 26. November spielt das Musikkorps der Bundeswehr am selben Ort für einen guten Zweck.

Anton Potche

Montag, 7. Oktober 2019

Mord in Johrmark


Wann merr heitzutach die Zeidung ufschlaat, ich moon die Tageszeidunge un net so Vereinszeidunge wie zum Beispiel die BANATER POST aus München, vergeht kaum e Tach, wu merr net etwas iwer Mord un Totschlach lese kann. So vill is frieher net passeert, heer ich oft ältre Leit soon. Kann sein, muss es awwer net unbedingt. Es kann aah do dron leije, dass es frieher net so vill Zeidunge wie heit gewwe hot un vill passeert is, vun dem wu merr schun im Nochberschdorf nicks meh gheert hot. Iwerhaupt in der Zeit, in der es eme Johrmarker Richter alles annre als gut gang is.

Was selmols, es soll 1911 gewen sin, passeert is, wär nateerlich längst forr alli Ewigkeit vergess, wann sich net jemmand, dee odder die ich net kenn, dee Vorfall ufgschrieb hätt. Ob des jetz aus der Erinnerung ufgschrieb is wor, vleicht schun sogar aus zwatter odder sogar dritter Hand, odder ob des schun selmols, wie’s passeert is, festghall is wor, kann ich net soon. (Der Sproch noh, kennt ich mer schun vorstelle, dass der Text noch net so alt is wie sei Inhalt.) Die Fassung vun dem Verzählte is in sauwrer Handschrift gschrieb, awwer net unnerschrieb, un der Mann, wu mer des Schriftstick in’re PDF-Datei gschickt hot, hot mer aah net verrot, vun wemm er’s kriet hot. Merr kann jo aus der Sach jetz im nohhinein e spannendi Kriminalgeschichte mache, un ich hun mer iwerleet, ob ich net ooni schreiwe sellt. Awwer noo hun ich die Schrift ongschaut un nommol ongschaut un mer gedenkt, des wär doch echt unfair der Person gegeniwer, die wu sich die Mieh gemach hot, des Stick Johrmarker Geschichte ufzuschreiwe. Asso loss ich’s sein un schreib des Schriftstick einfach so ab, wie’s in meim Computer gspeichert is, dass annre Leit, dee wu Johrmark noch etwas bedeit, aah was dervun hun – echt un unverfälscht un net vun meine Spinnereie entstellt. Ich werr aah bei meiner Abschrift ka Ännerunge, wedder inhaltlich noch grammatikalisch, vorholle.

1911 wird nördlich der Bahnüberfahrt nach Cerneteaz eine große Ziegelbrennerei (Fabrik) erbaut und in Betrieb genommen. 1917 infolge des Krieges treten Schwierigkeiten auf und Ziegelei wird stillgelegt. Nach dem Krieg wird sie von einem Namens Bedó gekauft. 1927 wird der Betrieb wegen Unrentabilität entgültig eingestellt. Danach war die große, tiefe, mit Wasser gefüllte Lehmgrube ein beliebter Badeort für die Dorfjugend.
Von Ziegeln dieses Werkes wird manches Haus erneuert oder neugebaut worden sein und die Steine der Gehwege stammten aus der Ziegelbrennerei. Ein solcher Gehweg war auch der Anlaß zu einem tragischen Ereignis im Dorf.
1911 wurde die „Stone-Gass“ (der Gehsteig von der Altgass zur Kirche) gepflastert. Um diesen Kirchweg zu machen, musste „Rowot“ (Gemeindearbeit) geleistet werden. Die Mehrner (Mähringer), dies waren Tuchmacher (Weber), die aus Mähren stammten und auf der Insel (waren die wenigen Häuser, wo einst die Gendarmerie war und jetzt die Neubauten der Rumänen sind) ihre Häuser hatten. Diese Weber weigerten sich bei der Pflasterarbeit mitzuhelfen, mit der Begründung, sie seien evangelisch und haben mit dem Weg für die katholische Kirche nichts zu tun. Auf dies ging der damalige Richter, Bild Mathias, Hauptgasse, mit dem Bleiersch, Gemeindediener oder auch Kleinrichter genannt, zu denen um sie zu züchtigen. Damals hatten die Richter auch das Recht der Züchtigung. Den Gemeindediener nannte man Bleiersch, weil er hatte eine Peitsche mit Bleikugeln, mit der er dem Übeltäter 25 auf den Hintern schlug. So sollten wegen Ungehorsam auch die Mehrner gezüchtigt werden. Diese widersetzten sich und erstachen mit einem Messer den Richter.
Von da ab ist heute noch der Ausdruck in Jahrmarkt: „Der ist wild wie ein Mehrner“.

Na , des is mer jo e scheeni Gschicht. Asso, net scheen, hun ich mer gedenkt un se aah schnell vergesse wolle. Awwer wann ich norr net so neigeerich wär. (Wie e aldi Fraa, behaupt mei bessri un net vill jingri Hälft.) Korzum: Ich hun schun wisse wolle, wer der streng Richter in Johrmark war. Un wenne froot merr in dem Fall? De Junginger Franz aus der Altgass – entwedder merr froot ne am Telefon odder sucht in seine drei dicke Bicher. Ich hun ehm e Mail gschickt un er hot mer geantwort, dass er moont, zu wisse, wer des is, un dass er dee Fall kennt. Nicks annres hun ich vun dem Mann aah net erwart. Asso hun ich’s Ortssippenbuch der katholischen Pfarrgemeinde Jahrmarkt, Band I, uf Seit 136, beim Nummre B542 ufgschlaa, so wie de Junginger mer gschrieb hot.

Un wirklich, der Mann is do ingetraa. De Bilds Vedder Maths, wie merr heit noch soon meechte, wann mer geblieb wäre, vun wu mer herkumm sin, war 54 Johr alt, wie die „Mehrner“ ne umgebrung hun. Sei Sterwestach is mi’m 29. Dezember 1911 ongewwe. Sei Fraa hot Ursula ghaaß un war e geborni Stefan. Sie hadde sechs Kinn ghat, drei hun ehre drittes Lewesjohr net erreicht. Vun dee annre drei ware zwaa Mäd schun verheirat un ehre Bruder, de Franz, war noch leddich, wie der Mord passeert is. Es Kathi hatt im Johr 1899 de Griese Stoffel gheirat ghat un’s Margret 1908, asso e Johr bevor sei Vatter in Johrmark Richter is wor (nach Franz Junginger), de Rippolds Maths. Ich sin immer neigeericher wor, eerscht wie mei Aldi aah ongfang hot in dee dicke Bicher zu bläddre un uf mol gsaat hot: „Ach, die sin des.“ Ha, ha, do hot jemand de Forschergeist gepackt, hun ich mer in de Bussm gelacht.

Um rauszufinne, wer die Nachkommen vun dem umgebrungne Johrmarker Richter sin, hat ich asso uf drei Familiespure zu wannre. Ongfang hun ich beim Kathi un em Stoffel. Die zwaa hadde finef Kinn ghat, vun dee wu zwaa ganz frieh gstorb sin. Vun ehre Nachkommen lewe noh meine Recherche noch 21 Leit in Deitschland.

Die zwatt Linie geht vum Margret aus. Ehns un sei Mann, de Rippolds Maths, hadde vier Kinn ghat. (De Maths hot noh’m Margret seim Tod nomol gheirat un hat mit seiner zwatt Fraa aah e Kind ghat.) Vun ehre vier Kinn hun zwaa es zwatte Lewesjohr net erreicht. Geblieb sin ehne es Anna un’s Bawi. Die hun gheirat - es Anna innerhalb vun oom Johr sogar zwaamol, es eerscht de Ehlich Matz un noh dem seim friehe Tod sei Bruder, de Hans; außre jeder Ehe hat’s e Bu ghat, de eerscht hot so ghaaß wie sei zwatter Mann un umgekehrt – un so  weider dazu beigetraa, dass die Nachkommenschaft vum Bilds Vedder Matz greeßer un greeßer is wor. Vun der Linie lewe heit noch 20 Leit, aah all in Deitschland.

Bleibt noch de Franz mit seiner Nachkommenschaft. Er hot am 4. Fewer 1919, asso glei noh em 1. Weltkriech es Wagnersch Margret gheirat. Sie hadde drei Kinn: es Anna, de Hans (1921 gebor un noo fleert sich sei Spur im Ortssippenbuch) un’s Mrian. Weil de Hans un’s Mrian awwer am gleiche Tach uf die Welt sin kumm, asso Zwillinge ware, gehn ich davun aus, dass de Hans bei der Geburt gstorb is. Un so zeichnet sich aah do wie schun bei dee zwaa annre Linien e Nachkommenschaft ohne de Nome Bild ab. Vun der Linie hun ich noch 7 in Deitschland lebende Persone finne känne.

Wann mei Nohsuche, Nohfrooe un Zammrechne einigermaßen stimmt, noo lewe heit noch um die 48 Persone, die wu soon känne, sie stamme vun dem Mann ab, der wu in Johrmark mol Richter war un dee wu die „Mehrner“  umgebrung hun. Tragisch is an der Gschicht, dass mi’m Tod vun dem Bild-Urvatter – es hot in Johrmark aah noch annre Bild-Stämm gewwe – aah sei Nome aus seiner weit verzweigt Nachkommenschaft verschwunn is. Es war fast wie e Wink vum Schicksal odder noch e zusätzlichi Strof forr de Bilds Vedder Matz (14.09.1857 – 29.12.1911), dass de kloon Bild Hansi zehn Johr noh’m gewaltsame tot vun seim Großvatter net lewe hot därfe. So war sei Vatter, de Franz, de letzt Familienamensträger vu’me heit weit verzweigte Stamm, an dem vill, vill Nome wachse, norr halt em Stammvatter seine nemmi. Vleicht war die Idee mit der „Peitsche mit Bleikugel“ doch net die best. Awwer wer kann des heit noch beurteile, 108 Johr noh’m Plästre vun der Stoone-Gass.

Berns Toni

Montag, 30. September 2019

September 2019 – Giarmata in den Medien

FotoQuelle: ObservatorDeTimiș.ro



Karting für die Kinder
aus ObservatorDeTimiș.ro, Timișoara, 05.09.2019
+ + + Viel Spaß! + + +


Kein guter Start in der D-Liga
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 07.09.2019
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch  6. Spieltag
CS Millenium Giarmata – Universitatea de Vest din Timișoara  1:3
Tabellenplatz: 16 CS Millenium Giarmata  4
+ + + Jetzt ist Millenium II in der Munizipalmeisterschaft aufgetaucht. Dort wurde aber noch kein Spiel ausgetragen. + + +

Sieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 08.09.2019
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 4. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz – AS Meget Remetea Mare  4:2
Tabelle: 7 Unirea Cerneteaz  7
+ + + In Zorn scheint es momentan besser zu laufen. Dafür ist die zweite Mannschaft in keinem Spielbetrieb mehr gemeldet. + + +

Moderner Spielplatz
aus ZiuaDeVest.ro, Timişoara / Temeswar; 08.09.2019
FotoQuelle: ZiuaDeVest.ro
Fast 1000 m² groß ist der neue Spielplatz in Giarmata, schreibt der Journalist Gheorghe Miron und lässt in seinem Artikel auch Bürgermeister Virgil Bunescu zu Wort kommen: „Es hat ziemlich lange gedauert, aber zum Schluss haben wir es geschafft. Wir haben noch etwas Arbeit an ihm, aber ein wichtiger Schritt ist getan.“
+ + + Felicitări! + + +

Auch die zweite Mannschaft im Spielbetrieb
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 09.09.2019
Fußball – Munizipalmeisterschaft – Timișoara - 1. Spieltag
Auto – Millenium II Giarmata  4:1
Tabellenplatz: 10  Millenium II Giarmata  0
+ + + Zwölf Mannschaften spielen um den Titel in der Munizipalmeisterschaft, eigentlich eine Stadtmeisterschaft. + + +

Eine Pracht von einem Park
FotoQuelle: Renașterea.ro
aus Renașterea.ro, Timişoara / Temeswar, 09.09.2019
„Eine Pracht von einem Park, errichtet in einer Gemeinde neben Temeswar“, titelt die Onlineausgabe der Zeitung RENAȘTEREA BĂNĂȚEANĂ und ergätzt euphorisch: „Die Tage, an denen die Deutschen in Jahrmarkt feierten, wurden am vergangenen Wochenende wiederbelebt.“ 600.000 Lei wurden investiert, um an der Stelle des alten Parks einen neuen entstehen zu lassen. Es gibt einen Kinderspielplatz, einen Basketballplatz und eine Fläche zum Organisieren verschiedener Veranstaltungen. Eingeweiht wurde der Park am Dorffest Ruga.
+ + + Fehle norr noch die Schießbeem. + + +

Rally-Kart Giarmata – Pișchia
aus BanatulAzi.ro, Timişoara / Temeswar; 10.09.2019
Man ist es schon gewohnt, dass an der Giarmataer Ruga viel geboten wird. Die Rally war für die Erwachsenen gedacht und die Kartfahrten für den Nachwuchs. Bei der Rally waren Autos wie BMW E30, BMW 320, VW Polo, BMW E36, Peugeot 205, Honda Civic, Renault Clio, Audi A3, Subari Impreza u.a. in Aktion zu sehen. Das Spektakel wurde von einem „zahlreichen Publikum“ in Giarmata „mit reichem Beifall“ bedacht. Es wurden „sechs Spezialproben in drei Sektionen“ ausgetragen. Das beste Team stellte Dumbravita Rally Team mit den Fahrern Marius Giurisici, Sergiu Tirla und Alin Lapadusa.

Kein guter Start in der D-Liga
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 14.09.2019
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch  7. Spieltag
Progresul Ciacova - CS Millenium Giarmata  2:2
Tabellenplatz: 16 CS Millenium Giarmata  5

Heimniederlage für die zweite Mannschaft
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 16.09.2019
Fußball – Munizipalmeisterschaft – Timișoara - 2. Spieltag
Millenium II Giarmata - ASU Politehnica II  0:3
Tabellenplatz: 12  Millenium II Giarmata  0
+ + + Im Johrmarker Fotballa is de Bartelmee drin. + + +

Die Giarmataer Feuerwehr wird neu ausgestattet
aus Observator de Timiș.ro, Timișoara, 19.09.2019
In einem überregionalen Projekt mit einer serbischen Gemeinde, deren Name im Beitrag nicht genannt wird – es heißt immer nur Serbien, sollen die Feuerwehren der zwei Ortschaften mit neuen Einsatzmitteln, auch „Feuerwehrautos für Schnelleinsätze“, ausgestattet werden. Für das Gesamtprojekt stehen 1.725.000 Euro zur Verfügung, davon 841.000 Euro für Giarmata. Woher das Geld kommt, wird nicht mitgeteilt. Giarmatas Bürgermeister Virgil Bunescu hofft, dass „in zwei, drei Monaten, die ersten Mittel geliefert werden“.
+ + + Eine sinnvolle Investition in Maschinen und Werkzeuge, die man hoffentlich nie benötigt. Das ist  mein Wunsch für alle Feuerwehrmannschaften. + + +

Nach unten ist noch Platz
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 20.09.2019
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch  8. Spieltag
CS Millenium Giarmata - Cocoșul Orțișoara  1:2
Tabellenplatz: 16 CS Millenium Giarmata  5

Heimniederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 22.09.2019
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 6. Spieltag
CS Unirea Cerneteaz – AS Gloria Uivar  1:2
Tabelle: 7 Unirea Cerneteaz  10

Umleitung über Bencecu de Sus und Bencecu de Jos
aus Renașterea.ro, Timişoara / Temeswar, 23.09.2019
Am 25. September soll der Bahnübergang auf der Kreisstraße DJ 691 zwischen Giarmata und Pișchia zwischen 8 und 18 Uhr wegen Arbeiten an den Gleisen gesperrt werden. Als Ausweichroute wird die Umgehung über die Kommunalstraßen DC 60 (Bencecu des Sus) und DC 62 (Bencecu de Jos) angeboten.
+ + + Es feehre vill Weche uf Rom, sogar iwer de Bentschecker Wech. + + +

Auswärtssieg für die zweite Mannschaft
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 24.09.2019
Fußball – Munizipalmeisterschaft – Timișoara - 3. Spieltag
CFR - Millenium II Giarmata   1:4
Tabellenplatz: 9  Millenium II Giarmata  3
+ + + Na geht doch! + + +

Beispielhaft die Schule in Giarmata
aus BanatulAzi.ro, Timişoara / Temeswar; 26.09.2019
Das Schulwesen (einschließlich der Kindergärten) ist in der Gemeinde Giarmata in einer sehr guten Verfassung. Die Schulgebäude sind in gutem Zustand und die Arbeiten am Bau der neuen Schule wurden wieder aufgenommen. In Giarmata und dem eingemeindeten Dorf Cerneteaz gehen 600 Kinder in die Kindergärten und in die Schulen. Der Journalist Titus Bălan erwähnt in seinem ausführlichen Artikel auch Sportaktivitäten in den Schuleinheiten und erinnert daran, dass „Giarmata eine lange Sporttradition aufzuweisen hatte“ und „die hier ausgebildeten Handballer in den 70er Jahren einen guten Ruf in der Kreismeisterschaft hatten“.
+ + + Dem Beitrag ist auch ein 10-minütiges Video beigefügt, auf dem Schuldirektor Darius Mirea ausführlich Stellung zu dem Thema Schule in Giarmata nimmt. Hier kann man das Video sehen: https://www.youtube.com/watch?v=VmlI2x25G_E . BanatulAzi.ro hat auch ein Video veröffentlicht, dass den schleppenden Autoverkehr auf der Strecke Dumbrăvița-Giarmata-Anschlussstelle zur A1 zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=GHu1324N0zs .+ + +

Noch nicht am Ende
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 28.09.2019
 Fußball – D-Liga  – Timiș / Temesch  9. Spieltag
Phoenix Buziaș - CS Millenium Giarmata  1:0
Tabellenplatz: 17 CS Millenium Giarmata  5

Hauptthema – der neue Spielplatz am Wassergraben
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; September  2019
Die Einweihung des Kinderspielplatzes auf dem Terrain des ehemaligen Dorfparks, er heißt jetzt Parcul Izvor (Quelle-Park), war eines der wichtigsten Ereignisse der Giarmataer Ruga (Dorffest) dieses Jahres. Im diesem Ereignis gewidmeten Artikel heißt es: „In den folgenden sechs, acht Monaten werden noch drei weitere Parks in Giarmata errichtet.“ Bei der Einweihungsfeier war auch eine „Familie aus Österreich“ zugegen, die von der „Herzenswärme der Menschen aus Giarmata und der Schönheit der Gemeinde“ beeindruckt war. Laut Bürgermeister Virgil Bunescu (PSD) laufen in der Gemeinde zurzeit 80 Baumaßnahmen im Wert von 25 Millionen Euro. Leider war das Gemeindebuget zu Beginn des Jahres im Gemeinderat blockiert, „aber jetzt heißt es volle Kraft voraus mit allen Projekten“. Noch in diesem Herbst sollen die Arbeiten am Prinz-Eugen-Brunnen in Angriff genommen werden.
+ + + Mit den Parks muss man vorsichtig sein, denn damit können auch Kinderspielplätze gemeint sein. An anderer Stelle heißt es im Artikel nämlich „parc de joacă pentru copii“ – Spielpark für Kinder. + + +

Montag, 23. September 2019

Alexandra Maria Lara într-un rol dificil

Regizorul german Bernd Böhlich, cunoscut pentru multe filme și seriale de televiziune,  a prezentat de curând un film care prelucrează o temă mai puțin cunoscută din istoria Republicii Democrate Germane. El însuși s-a născut în fosta RDG, a studiat acolo și a lucrat până la unificarea celor două state germane ca regizor și scenarist pentru televiziunea est-germană. Lung metrajul (108 minute) care rulează de câteva săptămâni în cinematografele germane este o contribuție la procesul de prelucrare a istoriei RDG-ului. Conținutul lui nu se ocupă însă cu sfârșitul statului comunist german, sfârșit care a început acum 30 de ani cu dărâmarea zidului de la Berlin și s-a încheiat un an mai târziu prin unificarea politică a celor două state germane, ci cu începutul satelitului sovietic.

Filmul povestește viața funcționarei comuniste Antonia Berger, născută în anul 1913 în Germania, care s-a dus în anii 20 ai secolului trecut în Uniunea Sovietică pentru a contribui la dezvoltarea noii societăți comuniste. A fost, ca mulți alții din vestul Europei, convinsă de superioritatea comunismului în comparație cu societatea capitalistă. Dar epoca Lenin a fost de scurtă durată, fiind urmată de cea a lui Stalin - pentru societatea sovietică un adevărat coșmar. Și Antonia Berger a devenit împreună cu soțul și fiica ei victimă a deportărilor în masă, fiind reținută în condiții inumane în lagărul diabolic de la Workuta în Siberia. După 14 ani de detenție Antonia Berger s-a întors, datorită unei intervenții politice, în pe atunci noul stat german RDG. În orășelul Fürstenberg a făcut cunoștință cu clasa politică – tot comunistă – din RDG. Pentru a gusta din bunătățile nomenclaturii germane a trebuit însă să plătească un preț care cu timpul a devenit o povară greu de suportat. I s-a cerut să uite trecutul ei din anii gulagului sovietic.

Este de-a dreptul fascinant și totuși deosebit de trist cum Antonia Berger, nici acum convinsă definitiv de caracterul profund nedrept al atrocităților comuniste, luptă cu divergențele noii ei vieți în statul comunist german. Bernd Böhlich a atribuit rolul deosebit de dificil al Antoniei Berger uneia dintre cele mai apreciate actrițe germane: Alexandra Maria Lara.

A. M. Lara interpretează acest rol cu o sensibilitate demnă de invideat. Poate că biografia ei a ajutat-o să înțeleagă mai bine caracterul profund umanist al scenariului scris de Böhlich. Într-o recenzie a filmului din cotidiamul DONAUKURIER (Ingolstadt) se poate citi și o luare de poziție a actriței române: „Am observat că am o afinitate foarte puternică cu această tematică – și datorită faptului că părinții mei au venit cu mine, copil fiind, din România în Germania. Lupta pentru integritatea personală se transformă într-o situație existențială: o adevărată conflagrație între sentiment și raționament. Rolul Antoniei Berger nu poate fi interpretat numai prin dialoguri, ci în măsură egală și printr-un joc convingător al elementelor fiziologice. Această privire, exprimând durere, nedumerire și totuși - pe undeva - și speranță este expresia unei interpretăr dramatice rar întâlnită. Schimbarea feței dintr-o secundă în alta te propulsează ca spectator direct în acțiunea filmului. Încerci tot timpul s-o înțelegi pe protagonista principală, simți cu ea, dar nu poți nega nici momente de dezagreare.

Atmosfera generală a filmului este sumbră. Antonia Berger este înconjurată – de multe ori și încolțită – de politruci est-germani, convinși de țelul nobil al comunismului de sorginte sovietică. Și aici regizorul a apelat la talentul unor actor de indiscutabilă valoare, nunme cunoscute în scenografia germană, ca de exemplu Robert Stadlober sau Stefan Kurt.

Titlul filmului este al doilea vers din imnul RDG, scris de Johannes Robert Becher (1891 – 1958), fost ministru al culturii: „Auferstanden aus Ruinen / und der Zukunft zugewandt, / laß uns dir zum Guten dienen, / Deutschland, einig Vaterland. […]“ (Reînviat din ruine / și orientat spre viitor, / acceptă serviciile noastre spre binele tău, / Germania, patrie unită. […] (Traducere proprie – Delagiarmata.) „Und der Zukunft zugewandt – Și orientat spre viitor“ este și sloganul, sub care nomenclatura comunistă din RDG a încercat să justifice orice acțiune nedreaptă, greu de înțeles și mai ales de acceptat de oameni cu o logică normală. Faptul că această societate a fost construită pe principiul minciunii și al unui proces puternic de refulare ne dezvăluie versul al patrulea: Germania, patrie unită.“ Textul a fost publicat pentru prima oară în noiembrie 1949, iar 12 ani mai târziu același regim a construit un zid prin mijlocul Berlinului, devenit  simbol al războiului rece.

Într-un interviu cu postul de radio DEUTSACHLANDFUNK KULTUR regizorul și scenaristul Bernd Böhlich a declarat printre altele: „Au existat desigur în cei 40 de ani de existență o grămadă de prostii, măsuri economice greșite și așa mai departe. Și cu siguranță RDG a eșuat și din această cauză. Dar cu cât mă ocup mai mult cu această temă, cu atât sunt mai convins, că prăbușirea are foarte mult de lucru cu această greșeală de naștere și cu acest codex, că statul spune: noi hotărâmi ce se discută public și ce nu. Și când acest lucru devine doctrină de stat și toți s-au aranjat cu ea, atunci o societate se sufocă, atunci e limpede că așa ceva este sortit eșecului.“

O dovadă pentru corectitudinea acestei afirmări este și faptul că narațiunea acestui film se bazează în mare măsură pe fapte reale. Însă acestea puteau fi investicate abia după dispariția statului RDG.

Pe mine personal m-a dus gândul la deportarea multor cetățeni români de naționalitate germană în lagăre de muncă din URSS sau în câmpia Bărăganului (împreună cu mulți români din vestul României), sau la distrugerea fizică și psihică a intelectualității române în timpul regimului comunist sub Gheorghe Gheorghiu-Dej. Și aceste fapte au fost ținute în România mult timp sub pătura tăcerii. Să nu mai vorbim de holocaustul românesc. Prea mult, mult prea mult s-au asemănat nazismul și comunismul.

Acest film a fost făcut cu scopul de a aduce un aport la procesul atât de important de reconciliere, dar și de neuitare. Și o actriță română cu cetățenie germană are o contribuție esențială la această reușită cinematografică: Alexandra Maria Lara.

Anton Delagiarmata

Und der Zukunft zugewandt, Germania, 2018; regie și scenariu: Bernd Böhlich; actori: Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, Stefan Kurt, Barbara Schnitzler, Karoline Eichhorn, Carlotta von Falkenhayn ș. a.