Freitag, 19. Oktober 2012

Audi Bläserphilharmonie wird 50


Es begann eigentlich alles sehr harmlos, damals 1962 in der Auto Union GmbH. Seit einem Jahr war die gesamte Produktion des Unternehmens in Ingolstadt konzentriert. Im Oktober 1962 lief der 200.000-ste DKW Junior vom Band. Vielleicht brauchte man dazu urige bayerische Blasmusik, um das Ereignis auch den regionalen Gepflogenheiten entsprechend zu feiern. Auf jeden Fall entstand in jenem Jahr eine Blaskapelle im Werk. Werkskapellen gehörten damals noch zum Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft. 

Audi Werkorchester
 Ltg.: Bernd Maltry
Im DONAUKURIER vom 12./13. September 1987 war anlässlich des 25. Gründungsjubiläums des längst zum musikalischen Botschafter der Audi AG etablierten Audi Werkorchesters zu lesen, dass im Jahre 1962 der damalige Chef des Konzerns, Dr. Werner Henze, seiner Jagdleidenschaft frönend, die Gründung einer Jagdhorn-Bläsergruppe anregte. Von den Jagdhornbläsern bis zu den Blasmusikanten war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Fritz Berger hat die ersten Proben und Auftritte der 22 Mann starken Kapelle geleitet. 

Die Blaskapelle wuchs unter Bernd Maltry (von 1986 bis 2006) zu einem Werkorchester mit anspruchsvollem Repertoire heran und firmiert heute unter dem Namen Audi Bläserphilharmonie. Den Taktstock schwingt seit sechs Jahren Christian Lombardi.

Audi Bläserphilharmonie
Ltg.: Christian Lombardi
Das Orchester hat mit einem neuen Proberaum im kürzlich fertiggestellten Mobilitätscenter der Audi AG in Ingolstadt ein beachtenswertes Geburtstagsgeschenk seitens des Unternehmens in Empfang nehmen können, was den organisatorischen Leiter der Bläserphilharmoniker, Günther Graf, zu der Aussage veranlasste: „Unser neuer Proberaum ist einfach super! Wir werden uns hier musikalisch weiter verbessern.“ (AUDIMOBIL / Oktober 2012)

Am 11. November 2012 soll die Audi Bläserphilharmonie nun den endgültigen Ritterschlag bekommen. Mit der Gründung dieses Klangkörpers verbindet der heutige Konzern nämlich auch den Beginn seines Kulturengagements. Und das kann sich wahrlich sehen lassen. Von den Salzburger Festspielen über Bayreuth bis zum eigenen Musikfestival ist alles geboten. Audi fördert und unterstützt Musik auf Weltniveau und feiert jetzt sein eigenes Engagement mit einem Konzert in der Presswerk-Halle N58. Die Audi Bläserphilharmonie wird an diesem Tag in wahrlich erlesener Künstlergesellschaft agieren können: Till Brönner (Trompete), Martin Grubinger (Marimbaphon), Olga Scheps (Piano), Marianne Sägebrecht (Schauspiel), Andreas Bourani (Gesang),  Georgisches Kammerorchester, Audi-Jugendchorakademie, I Solisti Vento sowie Ballett aus Györ. Die „revueartige Konzert-Show“ (DONAUKURIER) wird von der Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, in Szene gesetzt. 

Audi hat Erfahrung mit unkonventionellen Konzertveranstaltungen. 1989 spielten die Münchner Philharmoniker  unter Sergiu Celibidache und Daniel Barenboim in einer Produktionshalle. Damals konnte jeder Audianer mit Lust auf klassische Musik sich das Konzert zu Gemüte führen. 2700 waren wirklich gekommen und das ZDF hat aufgezeichnet. Diesmal sollen es laut DONAUKURIER nur „rund 500 geladene Gäste“ sein. Schade! Vielleicht überträgt man das Konzert ja wenigstens in andere Hallen.... Das macht beim Blick auf den Kalender aber wenig Sinn. Warum dann nicht mal ein richtiges Kultur-Public-Viewing für ganz Ingolstadt – wie damals bei der 100 Jahrfeier des Unternehmens? Oder eine Internet-Liveübertragung. Auch darin hat Audi Erfahrung.

Wie auch immer: Happy Birthday Audi Bläserphilharmonie!

Anton Potche
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Resonanz

Der DONAUKURIER hat anscheinend nur einen Fotografen zu dem Konzert geschickt. Gut, das war ja auch nur eine Geburtstagsparty. Wir wissen ja von Facebook, was passieren kann, wenn man alle einlädt. 

Dafür gibt es beim DONAUKURIER eine Fotostrecke mit den Schönen und Reichen des Abends. Hier kann man die Glücklichen sehen: http://www.donaukurier.de/bivi/bilder/bilduebersicht/cme248655,0 

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Katrin Hirner vom BR hat die Musik im Montagewerk gehört und gesehen. und es scheint ihr gefallen zu haben.

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"50 Künstler, fünf Stunden, vier Gänge - das war in nackten Zahlen die Feier zu 50 Jahre Audi Kultur." So beginnt die Ingolstädter Wochenzeitung BLICKPUNKT (KW 46) ihren Bericht zu dieser Veranstaltung.

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Jetzt hat auch das Lifestyle Magazin ESPRESSO (Dezember 2012) einen Artikel unter dem Titel Kraftakt im Presswerk - Katharina Wagner inszenierte die Feier zu 50 Jahre Audi Kultur veröffentlicht. Auch sechs sehenswerte Fotos sind zu bewundern. Das Geburtstagskind, also die Bläserphilharmonie? Fehlanzeige! Pardon, der Chef und der Walter sind  auf einem Foto zu sehen. Letzterer schaut, als würde ihm ob der zu erwartenden bayerischen Leckerbissen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Magazin hat die bei dieser Geburtstagsparty servierten Köstlichkeiten für die Nachwelt festgehalten: "Tartar von geräuchertem Thunfisch mit Wasabicréme, Shisokresse und Kartoffelstroh, Kürbissuppe mit gerösteten Kernen und Öl, gratiniertes Rinderfilet mit Thymianjus, Ratatouille und Gnocchi, Schokoladen-Kaffee-Tarte mit Himbeere". Urbayerischer geht's wahrlich nicht.  

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Zwei Seiten widmet Audi seinem Orchester in der letzten Ausgabe der Konzernzeitung AUDIMOBIL. Und der Autor des Artikels, Marko Belser, beweist, dass er auch Geschichten erzählen kann. Davon gab es in der 50jährigen Geschichte der Bläserphilharmonie wahrlich genug. Viele wurden zweifellos schon vergessen, aber der erste geblasene Ton blieb immerhin in Erinnerung. Franz Happernagl hat ihn nach eigenem Bekunden auf seiner Posaune geblasen. Lang, lang ist's her. Aber der Franz ist immer noch dabei. Wen wundert's? Ein Athlet eben. Schließlich und endlich lief er bei den Olympischen Spielen in Helsinki in der 4 x 100 Meter Staffel für Deutschland. Noch länger ist's her. Und der Franz sieht immer noch sportlich aus. (Mittlere Foto unter dem Orchester).

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