Donnerstag, 6. Mai 2010

Ist Rumänien ein zweites Griechenland?

So sieht es zumindest an diesem Tag aus. Traian Băsescu, Rumäniens Präsident, hat einschneidende Sparmaßnahmen angekündigt. Die Gehälter im Staatssektor sollen um 25% und die Renten um 15% gekürzt werden. Die Reporter in Bukarest hatten heute keine Mühe, verzweifelte Menschen vor die Mikrofone und Kammeras zu bekommen.

Die Oppositionsparteien machen den Präsidenten und die von ihm gestützte Regierung für die Misere verantwortlich. Es ist eindeutig, dass auch Rumänien wie Griechenland vor einem Staatsbankrott steht. Das Schlimmste an der Geschichte scheint die Rentenkürzung zu sein. "Wir werden verhungern", rief ein Mann heute Nachmittag in das Aufnahmegerät eines Reporters.

Und die Gewerkschaften kündigen schon Proteste an. Man sollte nicht vergessen: Die Rumänen haben es am längsten unter der Knute des Kommunismus ausgehalten. Als ihre Leidensfähigkeit aber am Ende war, ist Blut geflossen, viel Blut. Das ist jetzt gut 20 Jahre her und die Herrschenden in diesem Land haben anscheinend nichts aus der Massenspsyche ihres Volkes gelernt. Die Ärmsten sollen auch hier die Folgen der Wirtschaftskrise, gepaart mit Misswirtschaft und ausufernder Korruption, ausbaden. Wenn nur das nicht mal daneben geht!

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