Montag, 5. Mai 2014

Der Deutsche Meister in der schnellsten Klasse der Modellrennautos kommt aus Ingolstadt

Das Sportliche ist eigentlich immer schnell erzählt. Die Gewinner der am letzten Aprilwochenende in der Mehrzweckhalle der Lindenkreuzschule Manching ausgetragenen Deutschen Tourenwagen Indoor Meisterschaft im Modellrennsport heißen in den Klassen Hobby – Oliver Günther vom ORC-B Göttingen e.V., Sport - Valentin Hettrich vom MCG-Strohgäu und Modified (die schnellste) – Dominik Fleischmann, der Lokalmatador vom SLR-Ingolstadt 06 e.V. Letzterer erreichte im dritten Finallauf der Modified-Klasse eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,5 km/h, was auf der Geraden Höchstgeschwindigkeiten im Bereich der 75 km/h vermuten lässt. Es gab aber auch noch viele andere Preise wie etwa für die Jugend, Junioren und die Altersgruppe 40+. 

Die Rennen der Elektro-Modelltourenwagen scheinen ihr Nischendasein verlassen zu haben. Dafür spricht nicht nur der gut besuchte zweite Renntag, als die Finals ausgetragen wurden; die Fahrer mit ihren kleinen Flitzern werden in den letzten Jahren verstärkt von den Medien, zumindest von den lokalen, wahrgenommen. Auch der DONAUKURIER in Ingolstadt brachte einen detaillierten Vorbericht und einen ebenso aufschlussreichen Artikel von den Rennen in Manching. Zur Siegesehrung war auch der Manchinger Bürgermeister Herbert Nerb gekommen. Er hielt eine kurze Ansprache und ließ die Audienz wissen, dass er selber mal im Fahrzeug- und Flugzeugbau gearbeitet habe, also die Technik, die in den kleinen Rennautos stecke, durchaus zu schätzen wisse. Eine ebenso große Wertschätzung gebühre aber den Organisatoren um den Rennleiter Hans-Peter Bopp vom Ausrichterverein SLR- Ingolstadt 06. e.V.

Foto: Delagiarmata
Es ist ja nicht nur mit dem „Autofahren“ getan. Man braucht schon Leute, die von den Regeln dieses Sports etwas verstehen, um überhaupt ein Meisterschaftsrennen zu ermöglichen. Erich Fleischmann ist einer dieser Sachkundigen. Er ist seit vielen Jahren dabei und steht an dem Tisch, auf dem die Spannung der Batterien, die den kleinen Rennwagen die nötige Kraft und Schnelligkeit verleihen, gemessen werden – mehr als 8,40 Volt dürfen es nicht sein. Auf diesem Tisch kommt auch eine Waage zum Einsatz – die Fahrzeuge der Hobbyklasse dürfen nicht leichter als 1400 g sein und die der Sport- und Modifiedklasse nicht weniger als 1350 g wiegen. Jedes Auto wird vor seinem Einsatz vermessen – die Spoilerhöhe darf zum Beispiel nicht höher als die höchste Stelle des Daches sein. Zum Schluss wird die Bodenplatte des Fahrzeugs markiert – alle Rennen müssen mit ein und demselben Chassis ausgetragen werden.

Zu diesem Personal kommen noch Leute, die alle Rennen überwachen, sich drum kümmern, dass die Streckenposten besetzt sind und Regelwidrigkeiten auf der Strecke geahndet werden. Die sitzen an einem anderen Ende der Halle an einem mit Monitoren bestückten Tisch und meistens mit einem Mikrofon in der Hand, nicht nur um den Start freizugeben und die Zeitnahme zu sichern, sondern auch um ab und zu die Situation auf der Rennstrecke zu kommentieren, denn bei diesen Geschwindigkeiten kann man auf der Zuschauertribüne schon mal den Überblick verlieren. Diese Aufgabe hat bei der Deutschen Meisterschaft 2014 in Manching Frau Nicole Börs aus Elsdorf sehr überzeugend gelöst. Und weil zwei Tage lang Rennen auf Rennen folgte, hat Hans-Peter Bopp ihr öfter zu einer Verschnaufpause verholfen und sie am Bildschirm und Mikrofon abgelöst.

Foto: Delagiarmata
Um sich in einer Pause stärken zu können, muss im Hintergrund, sprich in einer Küche und hinter einer Theke, ein emsiges Personal tätig sein. Dass dieses sich aus Gattinnen, Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freundinnen von Mitgliedern des Gastgebervereins rekrutiert, weiß jeder, der etwas vom deutschen Vereinsleben versteht. Nicht nur Frau Börs gönnte sich einen Kaffe und Kuchen, auch die 59 zum Teil aus weiten Landesteilen angereisten Sportler mussten sich immer wieder für ihre Klassifizierungs- und Finalrennen stärken. Das alles und noch viel mehr hatte der Bürgermeister der Marktgemeinde Manching im Blick, als er von dem Aufwand sprach, eine Deutsche Meisterschaft auszurichten. Und als Dankeschön gab es neben den vielen Pokalen, Krügen und Tassen auch Blumen. 

Der Speed League Racing Club Ingolstadt 06 e.V. hat laut einer vom DONAUKURIER veröffentlichten Aussage von Hans-Peter Bopp, dem Vorsitzenden des Vereins, „bereits sieben Deutsche und zwei Europameisterschaften hier in unserer Region veranstaltet“. Jetzt ist noch eine dazu gekommen. Eine grandiose Erfolgsgeschichte dieses Ingolstädter Vereins, kann man da nur sagen, die sich diesmal in einem Deutschen Meister und einem 6. Platz (Bernhard Bopp) in der Modified-Klasse sowie in den Plätzen 5 (Stefan Strung), 8 (Christian Landinger), 13 (Christian Drießle), 15 (Jan Dietmar), 16 (Robert Klier), 20 (Harald Kornprobst), 22 (Sebastian Ott) und 23 (Marco Landgraf) in der Sport-Klasse widerspiegelt.
Anton Potche

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