Sonntag, 12. Juli 2026

Eine bekannte Landsmännin bei den Deutschen Literaturtagen in Reschitza

 
Wenn von Kultur- und besonders Literaturveranstaltungen die Rede ist, fällt oft der Name Katharina Kilzer, die nach Jahrmarkter Brauch den Spitznahmen Bernads Kathi trägt – was aber meistens nur Exjahrmarkter, also ausgewanderte Banater Schwaben aus Jahrmarkt wissen. Am vergangenen Mittwoch gab es wieder eine Gelegenheit, in der deutschen Sendung von Radio Timișoara / Temeswar der bekannten „Vorlesestimme“ von Katharina Kilzer zu lauschen.

Mittwochs ist diese einstündige deutsche Sendung von Temeswar in der Regel kulturellen Themen vorenthalten. Das heißt für mich oft, dem runden Assistanten an unserer Küchenwand um 19:00 Uhr MEZ den Befehl zu geben „Hey Google … Radio Timișoara”. So auch vorige Woche am 8. Juli. Zehn Minuten nach Sendebeginn hieß es Kulturspiegel. „Die 36. Auflage der Deutschen Literaturtage in Reschitza fand im Zeitraum 26. - 29. März in der deutschen Bibliothek „Alexander Dietz“ statt. […] In den nächsten Wochen empfangen Sie mittwochs Auszüge aus den Lesungen und Buchpräsentationen innerhalb dieser 36. Auflage. Zum Auftakt der Veranstaltung wurde das Zeitzeugenbuch Die Banater Deutschen und ihre Geschichten vorgestellt, mit Beiträgen von Katharina Kilzer und Smaranda Vultur. Hier die Aufzeichnung der Präsentation von Journalistin, Übersetzerin und Herausgeberin Katharina Kilzer.“ ... Soweit die Redakteurin Hannelore Neurohr.

Was folgte, war ein interessanter Vortrag inklusive Lesung von Katharina Kilzer, die zuerst ihre Freude über die Teilnahme bei diesen Literaturtagen bekundete, indem sie wörtlich sagte: „Ich freu’ mich, dass ich wie jedes Jahr immer nach Reschitza kommen darf, es ist sehr schön hier und ich genieße das. Wir kommen aus Temeswar.“ Die mittlerweile im rumänischen und deutschen Literaturbetrieb bekannte Literaturaktivistin schilderte zuerst die Entstehung dieses Buches und las anschließend einen Text daraus vor. In dem Buch kommt auch der schon verstorbene Banater Bischof Sebastian Kräuter vor. Katharina Kilzer erinnert sich noch an ihn mit den Worten: „Einer der wichtigsten Zeitzeugen ist Sebastian Kräuter aus Nitzkydorf. Er war der erste Bischof 1990 und er erzählt auf mehr als 40 Seiten aus seinem Leben. Auch sehr interessant. Sebatian Kräuter war 45 Jahre lang Pfarrer in meinem Heimatdorf, in Jahrmarkt, wo ich geboren bin, also ich kenne ihn von klein auf als Kind und habe ihn in den Religionsstunden erlebt. Er war ein sehr Gebildeter, er hatte die größte Bibliothek des Dorfes und wenn wir etwas lesen wollten, gingen wir als Schüler zu ihm und durften uns immer in einem großen Buch eintragen und die Bücher ausleihen. Also ich hab’ auch einige persönliche Erinnerungen an ihn.“

Ja wann ich des gewisst hätt … Ich moon des mit de Bicher … Awwer ob der gut Mann aah Karl-May-Bicher ghat hat? … Jetz hun se sei Pharrhaus sowieso abgeriss – mit odder oone de Karl May.

In dieser Sendung kam auch der bekannte Kolumnist der ALLGEMEINE DEUTSCHEN ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN, Werner Kremm, zu Wort. Er stammt aus Großsanktnikolaus und lebt noch heute dort – ja sogar in seinem Geburtshaus. Er hat zusammen mit Dietlinde Huhn und Anton Sterbling das Buch Großsanktnikolaus – Stadt- und Kirchengeschichte verfasst und voriges Jahr im Temeswarer Cosmopolitan Verlag veröffentlicht. Kremm ist nicht nur ein guter Schriftsteller und Zeitungsredakteur sondern auch ein guter Erzähler. Dem entsprechend wurde auch seine Vorstellung des Buches mit spürbarem Interesse von den Teilnehmern der deutschen Reschitzaer Literaturtage verfolgt.

Heute und morgen ist die Sendung noch über den Podcast https://www.funkforum.net/audio/deutsch/?titel=3 empfangbar. Wer sich die Mühe zum Zuhören macht, wird wie ich kaum von der Sendung enttäuscht sein und auch in den folgenden Mittwochsausgaben der deutschen Sendung von Radio Temeswar zuhören. Das geht mit der obigen www-Adresse auch am PC und nicht unbedingt über so Hörspielzeuge wie ein Google-Asistant.

Deutsche Literaturtage in Reschitza
Screenshot: Anton Potche

Mittlerweile kann man die bisher letzten deutschen Literaturtage von Reschitza auch auf Facebook anschauen. Wer Interesse an dieser Veranstaltung hat, sollte genügend Zeit mitbringen, um je weniger von den Vorträgen zu verpassen. Hier sind sie: https://www.facebook.com/Demokratisches.Forum.der.Banater.Berglanddeutschen/?ref=aymt_homepage_panel .
Anton Potche

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