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Die
BANATER DEUTSCHE ZEITUNG hat am 19. Januar 1926 eine Liste mit
Reserveoffizieren der rumänischen Armee veröffentlicht. Genannt
wird auch „Johann Alexander Koch in Jahrmarkt:
Leutnant beim Eisenbahner=Regiment“. Ob der Mann sich „in“
Jahrmarkt als Reserveoffizier bereithalten musste oder nur aus
Jahrmarkt stammte und für Einsätze beim Eisenbahner=Regiment
vorgesehen war, kann man der kurzen Mitteilung nicht entnehmen.
Am
13. Februar vor hundert Jahren veröffentlichte die BDZ die Namen der
„Wahlpräsides“ für die im Komitat Temesch=Torontal
bevorstehenden Gemeindewahlen. Die „Wahlpräsidenten“ wurden
„unter Leitung des Gerichtshofpräsidenten Dr. Timotheus
Radi ausgelost. Die Wahlpräsidenten mussten aus einer jeweils
anderen Ortschaft kommen. Für Jahrmarkt wurde Franz Matyas
aus Neupetsch ausgelost.
Am 27. April 1926 veröffentlichte
die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG aus Temeswar
einen Artikel über eine Fahrt von „12 Banater Bauernsöhnen ins
Deutsche Reich, um die eingeleitete Austauschaktion zu
verwirklichen“. Die Gruppe stand unter der Aufsicht des Sekretärs
des Schwäbischen Landwirtschaftsvereins Johann
Wendel.
Es gab auch einen Gegenbesuch von 12 deutschen Jünglingen im Banat. Auch
in Jahrmarkt war ein Junge - aus Sachsen - untergebracht. Zum Schluss
heißt es in dem Zeitungsartikel: „Daß die deutschen Bauernsöhne
in allen Banater Gemeinden mit der größten Herzlichkeit empfangen
wurden, braucht nicht gesagt zu werden. Die Dauer des Austausches
währt 6 Monate.“ Wie lange die zwei Gruppen jeweils im Gastgeberland weilten, wird nicht im Detail festgehalten.
In
der gleichen Zeitung heißt es auf einer anderen Seite:
„Soldatengrüße
aus
Bessarabien.
Viele Grüße an alle ihre Verwandten und Bekannten im Banat senden
aus dem Augenspital in Kischenew (Bessarabien) […]“. Genannt
werden 37
Namen. Unter ihnen auch Jakob
Tomansky
aus Jahrmarkt. Den Leserbrief hat Johann
Habschied
„im Namen der deutschen Jugend“ geschrieben.
Artillerie-Schießübungen. So
der Titel einer kurzen Information in der BANATER DEUTSCHEN ZEITUNG
vom 31. Juli 1926 mit dem Inhalt: „Das Kommando der 1.
Artillerie=Brigade macht die Einwohner von Jahrmarkt und den
Nachbargemeinden aufmerksam, daß an den Tagen 13., 14., 15., 16.,
17., 18., und 20. September in der Umgebung von Jahrmarkt
Schießübungen mit scharfen Geschoßen abgehalten werde.“ Die
Bevölkerung wurde aufgerufen, die Schießstätte zu meiden.
Die
BDZ berichtete am 24. August vor hundert Jahren von einer ziemlich
umfassenden Polizeirazzia „am Josefstädter Bahnhof“ in Temeswar.
„Einigen schwäbischen Maurern von Bruckenau, Jahrmarkt usw., die
mit der Bahn nach Hause wollten, ging es ebenfalls so.“ 200
Personen wurden zur Präfektur gebracht und später nach Hause
entlassen. Sie alle hatten keinen Ausweis bei sich. Den eigentlichen
Grund der Razzia blieb Polizeidirektor Mihailescu
der Presse schuldig.
Unmenschliche Verprügelung eines
schwäbischen Dienstmädchens durch die Sankt=Andreaser Gendarmerie
titelte
die BANATER DEUTSCHE ZEITUNG am 7. Oktober 1926. Die Zeitung hat dem
Artikel noch fettgedruckte Inserts vorangestellt: Empörte
Passagiere und Eisenbahnbedienstete am Josefstädter Bahnhof
entreißen das mißhandelte Dienstmädchen den Händen des Gendarmen
– Der Stationschef verständigt die Rettungsgesellschaft, die das
arme Mädchen ins Spital führt – Was Therese Steier, die
Mißhandelte, erzählt – Anzeige der Spitalsleitung an die
Staatsanwaltschaft. Das
23 Jahre alte Mädchen wurde schon in Sanktandreas aufs Gröbste
mißhandelt, in diesem Zustand nach Temeswar gebracht, um
voraussichtlich wieder mit dem Zug nach Sanktandreas zurückgebracht
zu werden. Der Verlauf der ganzen Geschichte ist unerhört. Dabei
hätte Jahrmarkt eine positive Rolle spielen können. Doch es kam
ganz anders, als das Dienstmädchen Therese
Steier
es sich gewünscht hatte. In der Zeitung kann
man dazu lesen: „Gewöhnlich im Sommer haben die Mägde keinen
Posten, weil die Herrschaften in die Bäder oder aufs Land fahren. So
war es auch mit der Therese
Steier.
Sie und ihre postenlose Freundin Marie
Pfeifer
aus Darowa beschlossen, aufs Dorf hinauszufahren und dort Kukuruz zu
brechen.“ Sie fuhren nach
Sanktandreas und arbeiteten dort beim Landwirt Peter
Papernik,
als sie erfuhren, dass „der Jahrmarkter Notär ein Dienstmädchen
suche“.
Therese
Steier wollte
sich beim Notär verdingen, kam aber nicht dazu, denn der Landwirt
Papernik
tauchte überraschend in Jahrmarkt auf, um dem Mädchen
mitzuteilen, dass sein Nachbar Josef
Reiß
sie des Diebstahls von „zwei Paar Ohrgehängen“ beschuldigt.
Therese
Steier
fuhr mit dem Bauer zurück nach Sanktandreas und was folgte, endet im
ausführlichen Bericht der DBZ mit dem
Fazit,
„wie die Sanktandreser Gendarmerie zu verhören pflegt – mit dem
Ochsenziemer und der Faust.“
Männer,
die ihren Militärdienst absolviert oder schon Kriegseinsätze
überlebt hatten, waren noch längst nicht aus den Augen der
Militärbehörde verschwunden. Man konnte in der BDZ vom 28. Oktober
1926 unter dem Titel Wann
finden
die
Kontrollversammlungen
statt
lesen: „Wir meldeten bereits, dass mit dem 1. Nov. die Vidierung
des Militärbüchleins der in den Jahren 1878 bis 1900 geborenen
Männer (Reservisten, gewesene Kriegsgefangene, Enthobene, frühere
Invalide, die bei der letzten Ueberprüfung für Militär= oder
Hilfsdienst tauglich befunden wurden), ferner die Ueberprüfung der
Enthebungen beginnen werden.“ Es folgt eine lange Liste von Orten
und Datums, wo und wann die Kontrollversammlungen stattfanden. Die im
„Zentralstuhlbezirk wohnenden Männer“ mussten sich in „Temesvar,
Elisabethstadt, im Michelsschen (früher Novotny) Gasthause“ melden
– die Csernegyhaser am 11. und 12. November und die betroffenen
Jahrmarkter vom 16. bis 19. November.
In der Silvesterausgabe (31.12.1926) der BANATER DEUTSCHE ZEITUNG von
Temeswar konnte man folgenden Artikel, den ich hier in Gänze
wiedergeben werde, lesen. „Gründung einer
freiwilligen Feuerwehr in
Jahrmarkt. Nacheinander werden jetzt in den Banater
Gemeinden die freiwilligen Feuerwehren gegründet. Die allerjüngste
freiwillige Feuerwehrinstitution ist jene in der Gemeinde Jahrmarkt.
Wie man uns von dort berichtet, wurde dort vor kurzem die Gründung
ausgesprochen und im Beisein des Bezirksinspektors der Banater
freiwilligen Feuerwehr Nikolaus Heim aus Temesvar an
die Wahl der Funktionäre und wirkenden Mitglieder geschritten. Es
wurden gewählt: Notär Peter Eichert, Kommandant;
Matthias Schuld, Kommandant=Stellvertreter; Paul
Seel, Kassier; Josef Balics, Sekretär und
Nikolaus Flock, Requisitenmeister. Gleichzeitig wurden
auch 14 Unteroffiziere gewählt. Daß die Gründung zustande kam, ist
in erster Linie dem gewählten Kommandanten Peter Eichert,
der nun die notwendigen weiteren organisatorischen Arbeiten in die
Hand nahm, zu verdanken.“
(Zu
diesem Thema kann man im 1983 in Osthofen von der HOG Jahrmarkt
veröffentlichten Buch Jahrmarkt im Banat – Das Dorf rings um
den Großen Brunnen
»Prinz-Eugen-Brunnen« - Erinnerungen an unsere Heimatgemeinde
lesen: „Auch die Freiwillige Feuerwehr, die 1892 gegründet worden
war, 1927 neugegründet wurde, durfte 1949 wieder ihre Tätigkeit
aufnehmen.“ Also wurde die Jahrmarkter Feuerwehr wahrscheinlich im
Dezember 1926 und nicht 1927 zum zweiten Mal gegründet.)
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Anton Potche

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