Freitag, 28. Februar 2014

Februar 2014 – Giarmata in den Medien

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 01.02.2014
Liga III – Serie IV
Vorbereitungsspiel in Arad: UTA - Millenium Giarmata  2:2
Tore für Millenium: Călin (2)
Und so spielte Millenium: Gîrlea (46, Nariţa) – Mihălceanu, Oneţ, Gârba, Dancia – Mihuţa, Naidin, Leucă, Zele – Călin, Gideon. Zum Einsatz kamen noch: Baidoc, Bota, Jichici und Hotea. Nach diesem Spiel ist Millenium nach Moneasa ins Trainingslager aufgebrochen.
+ + + UTA spielt in der 2. Liga. + + +

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 11.02.2014
Liga III – Serie IV
Millenium Giarmata  ist zurück aus dem „cantonament“ – Vorbereitungslager. Für die Rückrunde sind neue Spieler zum Kader gestoßen: Hotea, von Ripensia, Bota, von Progresul Gătaia, Beloia (Muncitorul Reşiţa), Sturza (FC Auto), Zele, Baidoc und Podină, ein 1999 geborener Junior von ACS Poli. Auch Moroşan ist wieder da, aus Deutschland. Rosenblum ist noch verletzt und der Torwart Nariţa trägt sich anscheinend mit Wechselgedanken.
+ + + Für die Winterpause ist das eine bemerkenswerter Personalaufstockung. Hoffentlich bringt sie den erhofften Erfolg. + + +

PENTRUTIMIŞOARA.RO, Timişoara / Temeswar, 12.02.2014
Der Vorsitzende des Temescher Kreisrates (CJT), Titu Bojin, erhofft sich finanzielle Unterstützung aus Bukarest für fünf  neue Schulzentren, sogenannte Campuse, im Kreis. Auch Giarmata soll eins bekommen.
+ + + Schau mer mal, was die Bukarester Regierungsbeamten sagen. + + +

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 12.02.2014
Liga III – Serie IV
Vorbereitungsspiel in Temeswar: ASU Politehnica Timişoara - Millenium Giarmata  1:2
Tore für Millenium: Oneţ und Leucă, für ASU Poli: Popoviciu
Und so spielte Millenium: Gîrlea – Mihălceanu, Oneţ, Gârba, Dancia – Mihuţa, Naidin, Leucă, Zele – Jichici, Gideon. Zum Einsatz kamen noch: Baidoc, Hoţa, Moroşan, Podină, Beloescu..
+ + + Die kleine Poli spielt in der vierten Liga und wird von dem Exnationalspieler Paul Codrea trainiert. + + +

PENTRUTIMIŞOARA.RO, Timişoara / Temeswar, 13.02.2014
Die Giarmataer bekommen ihren Schulcampus. Kreisratschef Titu Bojin ist mit dieser Nachricht aus Bukarest zurückgekehrt. Die Finanzierung soll gesichert sein.
+ + + Jetzt heißt es nur noch, in die Hände spucken und zum Spaten greifen. + + +

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 15.02.2014
Liga III – Serie IV
Vorbereitungsspiel in Zăbrani / Guttenbrunn: Victoria Zăbrani - Millenium Giarmata  0:5
Tore für Millenium: Eduard Zele, Jichici und Hoţa.
Und so spielte Millenium: Gîrlea – Mihălceanu, Oneţ, Gârba, Dancia – Sturza, Naidin, Leucă, Zele – Jichici, Gideon. Zum Einsatz kamen noch: Bota, Baidoc, Hodină, Hoţa, Beloescu şi Moroşan.
+ + + Die Mannschaft aus Zăbrani spielt in der D-Liga. + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 19.02.2014
Vorbereitungsspiel in Timişoara: ACS Poli - Millenium Giarmata  2:0
+ + + Das Spiel wurde kurzfristig angesetzt, weil Poli-Trainer Şunda neu verpflichtete Spieler testen wollte. + + +

SPORT9RO, Timişoara / Temeswar, 20.02.2014
Der Wahlkampf für die neue Führung des rumänischen Fußballverbandes geht weiter. Einer der Kandidaten auf den Chefposten, Gheorghe Chivorchian, stellte jetzt in Temeswar sein Programm vor. Es wird kritisiert, dass vom Fußballkreisverband niemand anwesend war. Die dortige Führungsmannschaft befindet sich angeblich selber im Wahlkampf.
+ + + Macht nichts. Von Millenium Giarmata war jemand da. Das nenne ich Seriosität. + + +

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 21.02.2014
AS Murani führt die Kreismeisterschaft im Kreis Timiş / Temesch an. Für die Rückrunde haben die Muraner vier Vorbereitungsspiele ausgetragen Auch gegen Millenium Giarmata II. 8:0 hat AS Murani gewonnen.
+ + + Die Giarmataer liegen noch im Winterschlaf. + + +

SPORTTIM.RO, Timişoara / Temeswar, 22.02.2014
Liga III – Serie IV
Vorbereitungsspiel in Zăbrani / Guttenbrunn: Victoria Zăbrani - Millenium Giarmata  0:6
Tore für Millenium: Moroşan (2), Oneţ, Fuchs, Naidin und Beloescu.
Und so spielte Millenium: Gîrlea – Mihălceanu, Oneţ, Gârba, Dancia – Mihuţa, Naidin, Leucă, Zele – Moroşan , Gideon. Zum Einsatz kamen noch: Marian Fuchs, Sturza, Zele, Stoican, Beloescu.
+ + + Die Rückrunde beginnt in einer Woche. + + +

TION.RO, Timişoara / Temeswar, 25.02.2014
Ein 64 Jahre alter Autofahrer hat in Giarmata ein achtjähriges Mädchen an einem Zebrastreifen angefahren. Die Behörde ermittelt den Fall.
+ + + Zum Glück ging es ohne schwere Körperverletzung aus. + + +

FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar, Februar 2014
„Von den Deutschen. Früher gab es auch eine Konkurrenz zwischen den Deutschen; besonders wenn einer etwas rums Haus machte, dann unternahm auch der andere etwas, vielleicht schöner. Jetzt ist viel von ihnen übernommen, wie etwa die Schweineschlacht, die Landwirtschaft, das Keltern, die Bodenbearbeitung und sogar der Häuserbau. Diese Arbeiten dienten dem Wohle der Gemeinde, weil etwas erhalten wurde, eine Bindung zu den Weggegangenen... Ihr Weggang ist unangenehm.”
+ + + Des is die Antwort vum Prof. Octavian Luchin uf die Frage, vun wu die Arwetsmethoden in Johrmark herkumme. + + + 

Montag, 24. Februar 2014

Mittwoch, 19. Februar 2014

Lese, erinnre, staune, schmunzle, ärjre un noch allerhand – IV

Luzian Geier (Hg.): Johrmarker Gasse un Gässl’cher, vun Haus zu Haus, dorch’s ganze Dorf – Bd. I & II; Heimatortsgemeinschaft Jahrmarkt, Augsburg, 2013; 1210 Seiten, 40 € + Versandkosten; Bestelladressen: Manfred Rosner, Alemannenstr. 15, 72768 Reutlingen, Tel. 07121/6967893; Johann Nix, Lisztstr. 22, 67574 Osthofen, Tel. 06242/5456; Katharina Kilzer, Dahlienweg 5, 76437 Rastatt, Tel. 07222/597653

De eerschte Band vun der Dokumentation – die zwaa Bicher sin wirklich net leicht inzuordne, weil se ka Belletristik- un aah ka Sachbicher sin – fangt typisch on. Un des haaßt forr e Werk zwischen de Genres mi’me Grußwort. So e Grußwort werd jo in der Regel vun ooner prominent Perseenlichkeit gschrieb. (Vleicht aah vun ooner Sekretärin odder Redenschreiwerin, wann die Prominentheit groß genuch is.) Es Grußwort forr die Johrmarker Gasse… stammt vun der Vorsitzende vun der Johrmarker Heimatortsgemeinschaft, em Helene Eichinger. Wann mer all in Johrmark geblieb wäre, kennt merr jetz vleicht soon vun der Richterin aus’m Waraschhaus. (Vill vun de Johrmarker, die wu in dem Gassebuch erwähnt werre, hun aah noch gewisst, was e városháza war.) Awwer weil mer ka Ruh im Arsch ghat hadde, hun mer iwrichgebliebne Johrmarker Weltbirger heit fast jeder e annre Richter odder Richterin.

Noh’me Grußwort kummt meistens es Vorwort, dass merr sich e Bild mache kann, um was es do iwerhaupt geht. Des is de oonzich Text in dem Buch, der wu in der deitsch Schriftsproch – ich benutze selten des Wort Hochdeitsch, weil forr mich iwrem Johrmarkrische sowieso nicks meh kummt, un dass mer in Johrmark Deitsch geredd hun, asso Johrmarkrisch, därft jo wohl außer Zweifel stehn – gschrieb is. De Luzian Geier hot des Vorwort verfasst. Un er hot gemoont, er misst glei am Onfang em Müllersch Herta vun Nitzkydorf oons auswische, weil des gsaat hot, dass sei Dorf  e „Kist“ war un dort 300 Johr lang nicks vorwärts gang is. Na gut, des hot jo aah gsaat, dass Nitzkydorf am Arsch vun der Welt leit. Wann ich mer awwer so denk, was mei Arwetskullegre forr Gsichter mache, wann ich ne vun meim Lewe im Banat verzähl, no hun ich schun manchesmol de Eindruck, die moone, des leit noch e gudes Stick hinrem Arsch vun der Welt. (Un glaabt mer, ich mach’s immer noch vill schenner, wie’s in Wirklichkeit war.)

Des is im Johrmarker Gassebuch ganz annerscht. Do „wurde nichts verschönt, dazu gedichtet oder ‚ufgeputzt’, wie nach Besserwisserart unterstellt werden könnte“, schreibt de Luzian Geier. (Forr mich haaßt des, dass ich die Johrmarker Gasse... net mit uf die Arwet holle därf, sunst moone mei Arwetskullegre, unser Johrmark leit noch vill, vill weider wie e Stick hinrem Arsch vun der Welt. Un vor allem werre se feststelle, dass ich ne mol wedder e scheene Bär ufgebunn hun. E paar hat ich schun so weit ghat, dass se ehre Summerurlaab am Johrmarker Strand verbringe hun wolle.) 

Ich hun irgendwie de Eindruck gewunn, dass es em Geier Luzi gar net in eerschter Reih um die Gasse gang is, sondern meh um die Sproch, unser Johrmarkrisch, des wu sowieso schun im Ziehe leit. De Luzi – wie wichtich er als Koordinator war, sieht merr im Buch, wann’s alleritt un schun wedder haaßt, „de Luzi hot gsaat“ odder „de Luzi hot gemoont“ – schreibt in dem Vorwort iwer unser Johrmarker Dialekt odder Mundart: „Diese hat ihre Aufgabe erfüllt und wurde nun zumindest teilweise zwischen den Deckeln eines Buches verpackt. Es ist ihr ‚Lebensende’ festgeschrieben, denn aktive Sprecher wird es in einer nächsten, also in Deutschland geborenen Generation, nicht mehr geben.“ Uff, ich sin gschwitzt. Kalte Schwaaß. Des is asso e Todelad, was do vor mer leit. Gut dass ich mi’m zwatte Band onfange hun misse.

Leit, ich soon eich, ich war wirklich verschrock. Bei dem Buch geht’s um „Sein oder Nichtsein“, asso meh um’s Netsein. Des hun ich es eerscht mol verdaue misse. Un ich  hun nemmi weiderlese känne - bis mei Arwetskullgre mer wie so oft aus der Patsche gholf hun. Sie hun mich oonfach norr ausgelacht – der oon is e Sorbe un der anner a Rußlanddeitscher aus Odessa – un allezwaa gsaat, dass sie gar net wisse, wie ehre Großeltre geredd hun. Des hun se mer i’me sauwer globaliseerte Bayrisch beigebrung. Un die zwaa schaue wirklich net so aus, wie wann de jeweiliche Dialekt vun ehre Omas un Ottas ne abgehn meecht. So hun ich mich halt wedder ufgerafft un die Johrmarker Gasse… aus’m Schank gholl.

Berns Toni

Montag, 17. Februar 2014

Lese, erinnre, staune, schmunzle, ärjre un noch allerhand – III

Noo geht’s in die Zigeinergass, e Handwerkergass. Un do is die Kür mi’m Bernads Kathi schlicht un oonfach dorchgang. „Weil ich mit’m Franzi net nor im Tischtennisklub vum Winklersch Matz war, un mol mit’m e ganzi Zeit gang sin, wie die Johrmarker soon, hun ich des Haus gut gekennt.“ Ja saa mol, forrwas is’n nicks do drauß wor? Un des werd jo noch schlimmer: „Ich hun dort oft gspillt mit’m Potche Helmut. Im Summer hun mer uns im Garte vrsteckelt vun dr Wess Anna zwische de Tippchesblume un hun Dokterches gspillt…“ Un des in Johrmark? Des is jo ungeheierlich. Wie kann merr norr so etwas schreiwe? Tja, wemm’s net gfallt, der soll halt die Pflicht lese. Ich bleib liewer bei der Kür.

Iwer’s Lothringe hot de Griese Wess Mrejan eehre Jingstes gschrieb. Un do is se wedder: die Weltgeschichte. Es Herz Margret un sei Schwester, es Leni, hun sich im Marschall Tito un em General Feldmarschall Malinovski ehre Badwann gebad. De Griese Wess Mrejan eehre Jingstes schreibt i’me humorvolle, lockre Stil. Des is sehr angenehm zu lese.

Hinnenaus, es Lothringe, vun der Neigass bis an die Walachegass behandelt de Kramczynski Phedr. Der macht des akkurat wie e Ingenieur un fangt mi’m Onfang on, mit der Onsiedlung. Die Kramczynskis sin Buchenländer odder Bukowinadeitsche, wie merr noch saat. Des is wedder so e Stick europäischi Geschichte, die wu in Johrmark hängegeblieb is. Un was muss ich do schun wedder lese? Aah de Phedr hot uf’m Tenn Dokterches gspillt. Awwer net mi’m Kathi; mit de „Kinn aus der ganz Nochberschaft“. Tja, wann am nimand ufklärt, muss merr alles selwer rausfinne.

Merr kann mit Nome scheene Wortspille mache un draus so Tittle: Scheiersch hinne un vorre im Lothringe – Gschrieb vum Scheier Kathi un verzählt vum … Scheier Kathi hinne im Lothringe, ufgschrieb vum Fritstoffels (Scheuer) Kathi. Des is jo schun fast e Nomepuzzle – zammstelle muss merr selwer. Awwer norr ka Hektik: Mer sin noch immer im Johrmarker Gassebuch. Aah in dem Kapitel gebt’s so Einiches, was wirklich lesenswert is. Merr muss sich immer wedder ingstehn: Na des hun ich net gewisst.

Noo geht’s in die Kleegärter un an die Miehl. Es Klemm Helen kennt sich dort hinne gut aus. Un was war dort net alles loss? „Es Liss had ledich e Kind vum Müller, des war de Pannerts Vettr Balzer.“ Iwer so etwas redd merr doch net. Un jetz schreiwe se’s aah noch ins Buch. Naa, naa, naa!

Es Kasparis Kathi beschreibt (aah) die Kleegärter un die Walachegass. Bisher hun die Rumänre noch ka großi Roll gspillt. Awwer jetz tauche se scheen langsam uf. Un do lese mer vun Leit aus Bessarabien. Rumänien war jo mol vill greeßer wie heit.

Es Brill Resi waaß aah so Einiches iwer die Kleegärter, awwer aah iwer die Pobeda in neijrer Zeit. Asso wann ich des net missverstann hun, noh stammt em Brill Resi sei Motter aus Deitschland. Was es in Johrmark net alles gewwe hot. Des sin alles so Gschichte, die kann merr eigentlich norr aus so’me Buch erfahre. Wu halt Leit frei vun der Lewwer iwer sich un ehre Nochberschaft verzähle. Die Pobeda is die letzt Gass mit Heiser.

Noo kumme die Johrmarker Kreiz- odr Zwerchgasse un Gässl’cher. Des is e zimlich undankbari Sach, weil mer kann iwer nimand schreiwe. Awwer es Fritstoffels Kathi un’s Zernersch Anna mache die kloone Gasse genauso intressant wie die große. Un in so’me große Dorf wie Johrmark ware se sehr wichtich, weil „mer de Wech abkerze hot kenne un net rundrum gehn hot misse“.

Esse halt Leib un Seel zamm. Un dass merr vun dem ville Lese net umfallt – des is jo aah Arwet -, geht’s zum Schluss noch um’s Koche. Es Streitmatter Anna hot ausfiehrlich festghall, was eigentlich alles aus uns Johrmarker die beste Schwowe im ganze Banat gemach hot.

De Luzi losst do druf aah noch de Thuwwak, die Pheife un die Zigarettl zu ehrem Recht kumme. Frieher hot des forr vill Männer zu’me gude Esse gheert un es ganze Haus hot gstunk. Heit misse se nausgehn rauche. Aah die Weiwer. Un des is gut so.

Mit Spitz- un Herkunftsnome, die ball vergess sin, ufgschrieb vum Tassingersch Erich, un ooner langer Reih vun 300 Sprich un was mer in Johrmark so gsaat hot – festghall vum Zernersch Anna – is es Lewe am Enn. Awwer noch net es Johrmarker Gassebuch. Es Seiwerts Kathi hot noch e Bericht iwer die meh wie 30.000 Johrmarker gschrieb, die wu die Gassebicher bestimmt nemmi lese werre. Sie ruhe uf de zwaa Johrmarker Kerchuffe.

Un weil’s noh’m Tod angeblich nicks meh gebt - aah des siehn net alle Leit so -, is des Doppelbuch noh 1210 Seide wirklich am Enn. Awwer net forr mich, weil ich hun jo eerscht bei der Seit 685 mi’m Lese ongfang. Asso hun ich de dickre Brocke noch vor mer. Ich muss jetz halt die Supp un’s Hinglsfleisch mit Krumper un Krien noh’m Bradl un de Torten esse. Macht nicks, wann merr hungrich is, spillt die Reihenfolge jo sowieso ka Roll.

Berns Toni  

Mittwoch, 12. Februar 2014

Lese, erinnre, staune, schmunzle, ärjre un noch allerhand – II

Es Hangrischts Kathi is owwe rum in die Happgass gang un noh glei zrick in de owwre Graawe. In dee Seide is e Bild mi’m Bockche Franz vor’me Kukruzhaufe un dazu der Text: „Do war noch genuch Kukruz, dee hot awwer net dr Bockche loonich gebroch.“ Asso, so wie er, de Bockche, do steht, hot er gar koone gebroch. So hun norr die Brigadiere vor der Kollektivernte posseere kenne.

Wie des Bild gemach is wor, ware die Großbaurezeide schun längst rum. Awwer net ausgelescht. In de Nohfahre lewe se bis heit fort un erinnre an die soziale Unnerschiede, die wu aah in Johrmark existeert hun. Wann do vun „2 Millichkieh un 2 junge for die Nohzucht, [oom] Stier, drei Pheer, 10 bis 12 Schwein, 50 Hingle“, aah 10 – 12 Schoof un dazu „40 Joch Feld, dervun 2 Wingerter un 2 Obstgärter“ die Redd is, un merr des mit de Lebensverhältnisse in der Karlsgass vergleicht, noo waaß merr, dass frieher gar net alles so scheen sein hot känne, wie’s vun der gut alt Zeit immer haaßt. Norr finef Seide weider kann merr nämlich lese: „1904 is der Vettr Hans uff Philadelphia Geld verdiene un die Wess Ev is zwaa Johr spädr eehrem Mann nohgereist. Drei Johr spädr sin se weder hoom kumm. Der Vettr Hans is korz vor em Eerschte Weltkriech nommol uff Amerika, is awwer net lang geblieb.“ Des hun die Leit sich bestimmt net aus lauder Wohllust ongeton, weil selmols is merr noch net mit der Lufthansa gfloo.

So is es: Aah unser Johrmark war nie aus der Welt, war nie e Insel der Glickseelichkeit, sondern Heimat forr Arme un Reiche, Erfolgreiche un Gscheiterte. Aah des is e dicker Pluspunkt forr des Gassebuch. Merr muss norr aah e bissje zwischen de Reihe lese.

De Nower Franz hot sich um de owwre Graawe vun owwe bis nunner, un vum Onfang bis ans deitsche Enn ongholl. „Ans deitsche Enn!“ Liewe Leit, des Buch is aah e Geschichtebuch. E Beweisstick, wie die groß Geschichte in vill kloone Gschichte ehre Spure hinnerlosst. De Nower Franz brauch eigentlich norr zwaa Sätz, um die Tragik in dem geschichtsträchtiche Vorgang zammzufasse: „De owwre Graawe is um 1900 ongsiedlt wor, nor vun deitsche Leit. Kaum hunnert Johr späder, 1990, ware alle Leit vun der Gass uff Deitschland ausgewannert.“

Um de unnre Graawe un de Park, vun de Baronszeit bis heit kimmert sich es Krämer Anna, awwer net des mit seine Gaasiwwler Schweerleit, sondern em Possler Matz sei Fraa. Der hot aah mitgschrieb un mich zum Lese un nomol Lese kriet. Ja, saat mol Leit, hun die Barone e bissje vun ehrem blooe Blut in Johrmark geloss, im unnre Graawe, uf der Spitz? Asso wann oons un oons zwaa sin, känne mer uns schun was inbilde, wann aah e „aussereheliches“ Kind die entscheidend Roll in der Gschicht, die wu nemol die Rosamunde Pilcher besser hinkriet hätt, spillt.

De Possler Matz selwer war jo e Sicknischgässer. Die Gegend dort im Unnerdorf war sei Revier. Awwer ka Sorje, de Matz verzählt do ka Witze, obwohl merr sich ab un zu, wie zum Beispiel beim Stasse Kloos seim nackarschiche Entrich, e Schmunzle net verkneife kann. Er, de Possler Matz, is in die Roll vu’me ernste Chronist gschluppt, wie des sich forr so e ernstes Buch aah gheert. Er moont zum Schluss vun seim Beitrach: „Siehd’r  Leit, so kennt mer noch vill schreiwe, Romane kennt mer schreiwe. Awwer des muss do net sin. Meehr wolle jo bloß es ‚Lewe‘ in de Heiser festhalle, dass net alles vergess werd.“

Saat mol, is des scheen? Do kumme noo es Fritstoffls Kathi uns Klemm Helen un plaudre aus’m Nähkästche, was nemol die NSA-Spitzlbuwe iwer de Possler Matz wisse. So etwas macht merr doch net, iwer Landsleit schlecht redde. Na horcht mol! Ich sin stink sauer! Die „Fetele“…

Zum Glick is de nächste Text glei hinnetron un ich hun mich sofort beruhicht. Es Linz Anni, e Beigelaafnes aus de Sicknischgass, hot e echti Lieweserklärung an unser Johrmark gschrieb. Die Fraa stammt aus Giseladorf un hot uf Johrmark gheirat. Asso so geere hät ich des Dorf aah mol ghat.

De Christmanns Phedr un sei Fraa, es Leni, schreiwe iwer die Hannigass un die Siwwe Schwowegass. Die Hannigass „war e scheeni Gass“. Wu se recht hun, hun se recht. Es hot norr net reene därfe. De Phedr uns Leni schreiwe wie zwaa gelernte Historiker: vun Haus zu Haus un so genau wie meeglich. Des macht zwar e bissje mied beim Leese, awwer des war ich schun immer beim Speck-Lehre in de Stunne, wann die Daten net all hun wolle werre. Gut, dort is es meh drum gang wer geger wenne, un do geht’s jetz drum, wer mit wemm verheirat is. Un des is schun schenner.

I’me annre Stick moone es Eichinger Helen un die Owerles Wess Anna, es wär bestimmt intressant, „wann de Johrmarker Bohnhof verzähle kennt“. So is es. Nirgends leije Laad un Fraad so nächst beinanner wie a’me Bohnhof: Abschied un Wiedersehen.

Johrmark hot sogar e Insl ghat. Des is ka Metapher. Obwohl der Text an sich vun der Sproch her e bissje annerscht klingt. Er is net holprich, so wie selmols die meiste Gasse ware. Des geht vorwärts, ohne Wiederholunge. Es Bernads Kathi hot dee gschrieb. Gut, so e Buch mit Vorgaben, wann aah norr in Großem, hot immer so etwas wie die Pflicht un die Kür beim Eislaafe an sich. Do helft’s aah nicks, wann merr sich meh Kür wie Pflicht winscht. Merr muss holle, was kummt.

Es Klemm Helen schreibt aah iwer die Wess Seffi, die Millichhandlung un eehre Engelche. Des oone odder annre is mer bekannt vorkumm. Norr war ich mer net sicher, ob ich’s mol gheert hun odder paar Seide vorher geles hatt. Na die werre jo hoffentlich aus dem Buch ka Guttenberg-Abschreiwerei gemach hun, is es mer do dorch de Kopp gang. So is des awwer, wann meh Leit an der gleich Gschicht arwete un de Hoom sitze un net in’re Redaktionsstubb.

Um de Sport kimmre sich de Christians Josep un de Geier Luzi. Des war jo in Johrmark so e Nationeproblem: Die Deitsche hun Handballa gspillt un die Rumänre Fotballa. Bei mer war’s so, dass ich’s bei alle zwaa proweert hun. Ich hun awwer schnell bemerkt, dass e jedi Partei froh geween wär, wann ich mei Glick bei der anner gsucht hätt. Noo sin ich zum Safer gang. War jo aah net schlecht. De Schneider Phaul hot dee zwaa Sportredakteure forr des Buch do noch e paar gude Tipps iwwer de Fotballa in Johrmark gewwe.


Berns Toni